Test: Seat Ateca - Spanischer Eroberer

Na endlich. Mit etwas Verspätung will Seat mit dem Ateca neue SUV-Weidegründe
erobern. Und siehe da, der spanische Stier hat scharfe Hörner. 

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Nur 1.280 Kilo leicht, verbraucht der Ateca 4,4 Liter laut Werk. Im Test waren es 6,5 Liter Diesel. Foto: Werner Christl
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Aufgeräumt, braver Materialmix, ein im Herzrhythmus leuchtender Start-Button und großes Display. Foto: Werner Christl
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Der Drehknopf für die verschiedenen Fahrmodi Foto: Werner Christl
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Seat Ateca Foto: Werner Christl
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Die Heckklappe kann mittels „Fußtritt“ geöffnet/geschlossen werden – einfach den Fuß unter das Auto bewegen. Foto: Werner Christl
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Seat Ateca Foto: Werner Christl
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Einparken in der Vogelperspektive! Die Sonne sieht man ­allerdings nur bei geöffneter Heckklappe.
 
Foto: Werner Christl
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Seat Ateca Foto: Werner Christl
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Seat Ateca Foto: Werner Christl
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Seat Ateca Foto: Werner Christl

Ein Hersteller hat es heute ohne SUV in der Modellpalette nicht leicht. Die hoch­sitzigen „Abenteurer“ gehen weg wie die warmen Semmeln. Deswegen lassen die Spanier den 1.280 Kilo leichten Ateca auf die SUV-Stierweide, auf der sich „gewichtige“ SUVs gegenseitig auf die Hörner nehmen und sich heiße Kämpfe liefern. Wie es aussieht, wird sich der Ateca-Stier ein gutes Stück der Weidegründe ­sichern. Hier die Gründe:

Was gefällt. Zum einen fährt sich der 4,36 lange Spanier so wie wir es von Seat kennen – dynamisch. Der 150-PS- Turbodiesel erlaubt einen Sprint auf 100 km/h in 8,3 Sekunden. Das Fahrwerk ­haben die Techniker sehr gut hinbekommen. Trotz höherem Schwerpunkt lassen sich die Kurven ausgezeichnet gerade biegen, ohne dabei übertriebene Härte spüren zu lassen. Auch beim Startpreis hat sich Seat angestrengt. Immerhin kostet das Einstiegsmodell mit EUR 19.990,– (1.0 EcoTSi) genau so viel wie jenes im angeblich billigeren Deutschland. Fünf Jahre Garantie gibt es obendrauf! Zwar kommt der Ateca in der Start-Version nur mit Stahlfelgen und manueller Klimaanlage, aber man bleibt unter EUR 20.000,–! Allrad und ­viele Assistenten treiben den Preis um einiges in die Höhe. Das überkomplett ausge­stattete Testauto kam auf EUR 39.879,–. Dafür gibt es klarerweise viel Sicherheits-Features.

Assistenten. Ein Stauassistent lenkt, beschleunigt und bremst bei Stautempo bis 60 km/h selbstständig. City-Notbremsfunktion, Spurwechselassistent, Distanzregelung machen dies möglich. Dazu gibt es unter anderem auch einen Totwinkel-Assistent sowie die „Querverkehr­erkennung. Diese soll beim Rückwärts-Ausparken vor anderen Verkehrsteilnehmern warnen, die man sonst übersehen könnte.

Innen. Da hat wer mitgedacht, denn für das Smartphone gibt es eine Induk­tionsladestation im Bereich der Mittelkonsole, die schräg nach unten verläuft. Heißt: kabellos laden, ohne rutschendes Handy. Ansonsten ein typisches Cockpit aus dem VW-Konzern. Nennen wir es „sehr vertraut“. Und dann hätten wir noch den „Driving Experience Button“, der die Fahrprogramme wie Eco, Sport oder Schnee bietet. Dem Vergleich zum Konzernbruder Tiguan muss sich der Ateca natürlich ­stellen. Der ist allerdings 14 Zentimeter länger und bietet 615 bis 1.655 Liter Ladevolumen – der Ateca schafft 510 bis 1.610 Liter. Der Ateca bietet für Fahrer und Beifahrer viel Fußfreiheit. Im Fond herrscht große Kopffreiheit, wobei auch größer gewachsene Menschen hinter ebenfalls größer gewachsenen Fahrern gut sitzen. Der Tiguan ist zwar etwas länger, im Cockpit mit etwas mehr Liebe zum Detail ausge­stattet, kostet aber auch ab EUR 26.490,–. Am Tiguan Monument wird jedenfalls ordentlich gerüttelt. Konkurrenten wie Nissan Qashqai, Hyundai Tucson oder Mazda CX-5 hat der Ateca schwer im Visier. Der Spanier sieht nicht nur flott aus, er ist es auch. Dafür sorgen Motoren von 115 bis 190 PS. Wer nicht allzu viel Kilometer frisst, sollte sich die Benziner ansehen. Der ­Spanier wird so einige Konkurrenten dieser Klasse ein Stück von der angesprochenen Weide vertreiben. Das ist sicher! 

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