Test: Peugeot 3008 GT-Line 1.6 THP - Die Wundertüte

Spannend. Er duftet auf Knopfdruck, ist befilzt, hat ein tolles, riesiges „Loch“ in der ­Mittelkonsole, massiert den Rücken und lässt sich einen Fußtritt verpassen. Von Werner Christl

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Es hat bei Peugeot Zeiten gegeben, in denen nicht alle die Optik mochten. Der 3008 zeigt den neuen, richtigen, besseren Designweg! Foto: Werner Christl
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520 bis 1.482 Liter Ladevolumen schafft der kompakte Franzose. Als Draufgabe gibt es eine elektrische Heckklappe.

Peugeot 3008 GT-Line 1.6 THP
Foto: Werner Christl
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Peugeot 3008 GT-Line 1.6 THP
Allradantrieb gibt es keinen – allerdings sind ­Traktionsprogramme vorhanden, die notfalls helfen.
 
Foto: Werner Christl
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Die „Löwenkrallen“ am Heck wirken dynamisch. Überhaupt ist das Design sehr gut gelungen! Foto: Werner Christl
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Peugeot 3008 GT-Line 1.6 THP Foto: Werner Christl
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Peugeot 3008 GT-Line 1.6 THP Foto: Werner Christl
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Sogar im Bereich der Ledersitze haben die Designer spannende Details verewigt. Zudem ist der Sitzkomfort wirklich gut. Foto: Werner Christl
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Auch das kleine abgeflachte Peugeot-Lenkrad ist mit an Bord. Gewöhnungsbedürftig – liegt aber gut in der Hand. Foto: Werner Christl
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Peugeot 3008 GT-Line 1.6 THP Foto: Werner Christl
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Peugeot 3008 GT-Line 1.6 THP Foto: Werner Christl
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Peugeot 3008 GT-Line 1.6 THP Foto: Werner Christl
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Peugeot 3008 GT-Line 1.6 THP Foto: Werner Christl

Nein, der neue Peugeot 3008 ist kein Allerweltsauto, vielmehr ein SUV, das abseits der Masse wohltuend auffällt. Und dies tut er, ohne dabei zu sehr zu polarisieren. Rein optisch grenzt sich der neue 3008 vom alten Vorgänger eindeutig ab, um nicht zu sagen, er zerbröselt das Design des alten 3008. Gestern eher unscheinbar und nicht genau wissend, wo man hin will, heute wirkt das Design dynamisch, und selten hat ein Auto in der Redaktion derart Gefallen gefunden, wie dieses kompakte SUV. Leicht bullig, sportlich und mutig wirkt er, der 3008. Auch im Inneren geht man neue Wege. Im sogenannten i-Cockpit gibt man sich serienmäßig voll digital. Heißt: Tacho und Co. sind Bildschirmen gewichen, die sich vom Fahrer individuell designen lassen. Dabei hat Peugeot nicht völlig auf Knöpfe verzichtet. Klima, Radio, Navi oder Telefon werden über eine Art Klaviertastatur bedient. So gelangt man schnell ins Untermenü des Screens, ohne abgelenkt zu werden. Auffallend auch der „Filzstoff“ am Armaturenbrett, der wirklich dem Ambiente einen eigenen Touch verleiht. Auch das „Loch“, oder besser gesagt das riesige Ablagefach im Bereich der Mittelkonsole hat einen bleibenden Eindruck hinter­lassen. Eine Zweiliterflasche verschwindet dort, ohne zu murren und wird auch noch gekühlt. Zum Drüberstreuen haben wir noch die Massagesitze und das Relax-­Beduftungssystem. Letzteres ist nur etwas für Duft­kerzenfetischisten.

Raum. Die Platzverhältnisse sind vorne sehr gut. Die Fondpassagiere können vielleicht eine Spur mehr Kniefreiheit vertragen, aber grundsätzlich passt hier ­alles. Im Kofferraum lassen sich 520 bis 1.482 Liter ­verstauen. Die Heckklappe kann mit einem Fußtritt geöffnet werden. Einfach den Fuß unters Heck halten, schon öffnet der Kofferraum automatisch. Und das Fahrwerk? Sehr komfortabel mit einem ordentlichen Schuss Dynamik.

Zum Motor. Der 1,6-Liter-Benziner mit 165 PS macht einen einigermaßen flotten Eindruck, vor allem, wenn der in der GT-Line vorhandene Sportknopf gedrückt wird. In 8,9 Sekunden erreicht der Franzose den Hunderter. Beim Verbrauch gibt Peugeot mit den 18-Zöllern sechs Liter an. Im Test lagen wir bei gut sieben Litern. Dieselfreunde können da auf den 1,6 l BlueHDi zurückgreifen, der nur 3,8 Liter verbraucht! Generell reicht die Motorenpalette von 100 bis 180 PS. Gut gefallen hat beim Testbenziner die Ruhe beim Fahren, nur bei Vollgas wird das Aggregat etwas hörbar. Auch die Automatik passt wirklich super zum Auto. Zu haben ist das SUV ab EUR 25.450,–. Der getestete 3008 in der GT-Line kostet ab EUR 36.750,–. Der günstigste Diesel steht mit EUR 26.350,– in der Liste.

Das Fazit. Der neue 3008 greift in einer umkämpften SUV-Klasse an, die von Konkurrenten wie VW Tiguan, Hyundai Tucson oder Nissan Qashqai geprägt ist. Er ist eine echte Alternative, ohne wirkliche Schwächen.Was vielleicht fehlt, ist eine Allradvariante. Da bietet der 3008 „nur“ hilfreiche Traktionsprogramme. Ein Auto, das sich die SUV-Käufer wirklich näher ansehen sollten.n

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