Test: Nissan Navara NP 300 - Mächtig mit Komfort

Dort, wo der Nissan Navara hintritt, wächst nichts mehr. Was hier so groß und wild auftritt, stellt sich im Test als durchaus manierlich heraus.

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Foto: Werner Christl
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Im Cockpit wirkt eigentlich alles so, wie man es von anderen Pkws kennt. Vielleicht wirkt alles eine Spur robuster. Foto: Werner Christl
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Der erste Nissan Pick-up wurde bereits 1935 gebaut. Seitdem hat sich allerdings doch einiges geändert, wie man sieht. Foto: Hersteller
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Der Ruf der Wildnis: Bodenfreiheit 232 mm, Böschungswinkel vorne 30,4 Grad, Wattiefe maximal 60 Zentimeter. Foto: Hersteller
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Foto: Hersteller
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Foto: Hersteller
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Foto: Hersteller
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Foto: Hersteller
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Foto: Hersteller
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Foto: Hersteller

Wer einen Nissan Navara belei­digen will, schimpft ihn einfach „Nutzfahrzeug“. Sicher, Pick-ups waren in der Vergangenheit raue Brüder, deren Fahrwerk anscheinend Felsen wegbügeln musste, im Cockpit eine Kunststoffwüste einlud und anstatt eines Cockpitsprays der Dampfstrahler zur Pflege in die Hand genommen werden konnte. Heute sind diese „Pritschen-Laster“ so etwas wie SUVs mit Ladeflächen geworden. Äußerlich wirkt der Navara natürlich brachial. Die Motorhaube befindet sich in der Höhe, wo andere Verkehrsteilnehmer einen Hut haben – und wer aussteigt, erkennt eine gewisse größere Entfernung zum Boden. Das hat natürlich auch einen großen Vorteil, denn mehr Übersicht gibt es kaum auf dem Automarkt. Man kann sich im Stau ­theoretisch mit dem Bus­fahrer auf Augenhöhe unterhalten. Trotz der Wuchtigkeit hat der Pick-up durchaus Pkw-Gene. Komfort. Das Cockpit wirkt zwar robust, aber eben keinesfalls rustikal. Eigentlich nicht anders als viele andere Pkw-Cockpits. Sogar an Ledergestühl hat Nissan beim Testauto (Tekna-Ausstattung) gedacht. Ein Multimediascreen mit Rückfahr- bzw. 360-Grad-Kamera runden das Paket ab. Wie gesagt, für einen Pick-up extrem viel Komfort. Die getestete ­Double-Cab-Version bietet übrigens auch für die Heckpassagiere ganz gute Platzverhältnisse. Auch in Sachen Ausstattung gibt sich der ­Japaner nicht nutzfahrzeugartig. Immerhin sind ein Notbremsassistent, Zwei-­Zonen-Klimaanlage, Berg­­-an- und -abfahrassistent oder Geschwindigkeitsregelanlage mit an Bord. Und: Sogar das Fahrwerk verursacht keine Schmerzen an der Wirbel­säule. Das hängt sicher auch mit der neu entwickelten Multilink-Hinterradaufhängung zusammen, die im Double-Cab die Starrachse mit Blattfedern ersetzt. Da haben die Techniker wirklich gut gearbeitet. Harter Alltag. Trotz viel Komfort ist der Navara NP 300 auch ein Arbeitstier geblieben. 3,5 Tonnen Anhängelast, 818 kg Nutzlast, 1,6 Meter Ladeflächenlänge bzw. 1,8 bei der King Cab-Variante sind eine Ansage. Vor allem aber ein Allradantrieb, der den Navara mit seiner ohnehin schon großen Bodenfreiheit und auch nun verbesserten hinteren Böschungswinkel zum Geländeauto macht. Neben 4LO, 4H, 2WD gibt es auch noch ein elektronisch geregeltes Sperrdifferential. Und der Motor? Zur Wahl stehen ein 160 und ein 190-PS-Diesel. Im Testauto war es der 190-PS-Diesel mit 2,3 Litern Hubraum. Der passt gut zum Auto, lässt ­natürlich keine Beschleunigungsorgien zu, zieht aber gleichmäßig an. Der Verbrauch: Laut Zulassung sind es 6,9. Im Test waren es unter neun Liter. Das ist viel, aber für einen Pick-up dieser ­Größe – ein guter Wert! Fazit. Man könnte, wenn man wollte, so lautet die ­Devise. Ein Auto, mit dem Flair einer ­gewissen Unzerstörbarkeit, ­gutem Komfort, toller Abenteuer-Optik und großer Ladefläche. Kein Auto für Stadtparker, aber für ­Freizeitliebhaber mit Rad/Ski und vor allem ­Firmen, die Vorsteuerabzug schätzen. Zu haben ist ein Navara ab EUR 27.007,–. DOUBLE CAB 2.3 L DCI mit 163 PS. In der getesteten Tekna-­Version mit dem 190-PS-­Diesel und 7-Gang-Automatik kostet EUR 44.205,–.

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