Test: BMW 750Li xDrive

Es ist sicher eine nette Geste, wenn man einen langen 7er als Testfahrzeug fahren darf. Im Grunde geht es aber um eine nette Gestiksteuerung und andere irre Features.

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5,3 Meter lang und vollgestopft mit Technik-Features – eben absolute Oberklasse. Foto: Weekend Magazin/Christl
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5,3 Meter lang und vollgestopft mit Technik-Features – eben absolute Oberklasse. Foto: Weekend Magazin/Christl
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5,3 Meter lang und vollgestopft mit Technik-Features – eben absolute Oberklasse. Foto: Weekend Magazin/Christl

Für gewöhnlich sitzt ein Motorjournalist hinter dem Lenkrad, und das mit Leidenschaft. Außer, es wird einem ein BMW 750 Li xDrive in die Hand gedrückt. Irgendwie wäre es da „hinten“ vielleicht doch interessanter zu sitzen. Immerhin haben die Fondpassagiere mehr Fußraum als in der Businessklasse eines Airbus 380, und da finden sich doch tatsächlich drei Screens! Zwei große in den Kopfstützen und ein kleineres Tablet in der Mittelarmlehne. Übrigens: Es besteht kein Zweifel darüber, wer im Auto das Sagen hat. Der Passagier! Andererseits hat auch der Chauffeur seine Freude. Immerhin ­stehen 450 PS bereit, die das BMW-Flaggschiff in 4,5 ­Sekunden auf 100 km/h katapultieren. Gestiksteuerung. Die Betriebsanleitung sollte man unbedingt lesen. So gibt es eine Gestiksteuerung, die es erlaubt nur durch eine Handbewegung zu telefonieren, die Lautstärke zu variieren oder die Surround-View-Kameraansicht zu verändern. Eine Kamera im Dachhimmel erfasst die Bewegung und setzt diese um. Dann hätten wir noch den Lenk- Spurführungsassistent inklusive Stauassistent, welcher selbstständig lenkt! Um alle Assistenten und Helferlein sowie spannenden elektronischen Features näher zu ­beschreiben, würde wohl ein kleines Büchlein nicht ausreichen. Wie fährt er sich also, der lange 7er? Der Motor gibt kaum Geräusche von sich. Nur beim beherzten Tritt aufs Gaspedal erreicht ein sonores, böses Knurren das Ohr. Irgendwo im Hintergrund arbeitet dann die 8-Gang-Automatik beinahe unmerklich, während die Tachonadel, wie die vom Drehzahlmesser im Uhrzeigensinn turnt. Überraschenderweise fährt sich der 750 Li trotz seiner 5,3 Metern Länge relativ wendig. Zumindest überall dort, wo es sich nicht um eine Parklücke handelt. Aber für solche Fälle gibt es ja einen „Park-Butler“. Man steigt einfach aus, und schaut dem Technikwunder am Display des Fahrzeugschlüssels zu, wie er einparkt! Sachen gibt’s! Manchmal kommt die Frage auf, warum schnurge­rade ­Autobahnen gebaut werden, wenn das BMW-Flaggschiff ohnehin jede Kurve gerade biegt. Viel besser kann ein Fahrwerk nicht sein. Da wäre noch die Sache mit dem Verbrauch. Sagen wir es so: Ich kenne kein Auto am Markt, das mit derart starker Power in dieser Klasse weniger verbraucht. Laut Datenblatt sind es 8,3 Liter. Im Test waren es zwischen 10 und 11. Ein guter Wert! Das vielleicht derzeit beste Auto bietet tolle Ausstattungsmöglichkeiten und fährt technisch eigentlich in der ­Zukunft. Das hat auch seinen Preis. Das Testauto in der Langversion und brutal umfangreicher Ausstattung nähert sich den EUR 190.000,–! Das Einstiegsmodell klingt so gesehen mit EUR 95.990,– schon fast ­günstig – aber nur fast.

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