Test: Suzuki Ignis Bussibärli-SUV

Bärig. Den Ignis als Bonsai-SUV zu bezeichnen, ist der falsche Weg. Der kleine Japaner ist zwar kurz und leicht, aber durchaus ein erwachsenes Auto mit Pep.

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Der Verbrauch lag im Test bei 5,5 Litern! Auch mit ausgeschaltetem Hirn und durchgetretenem Gasfuß bleibt der Ignis sparsam. Foto: Werner Christl
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Frisch, modern, peppig, aufgeräumt, praktisch, aber mit viel hartem Kunststoff versehen – eben ein Kleinwagen. Foto: Werner Christl
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Das Heck polarisiert doch ein bisschen. Dafür lässt sich das Bonsai-SUV gut und leicht einparken. Foto: Werner Christl
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Mild-Hybrid: Bremsenergie wird gewonnen und dann beim Beschleunigen kurz eingesetzt, was zusätzliche 50 Nm bringt. Foto: Werner Christl
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Suzuku Ignis Foto: Werner Christl
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Suzuku Ignis Foto: Werner Christl
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Suzuku Ignis Foto: Werner Christl
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Suzuku Ignis Foto: Werner Christl
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Suzuku Ignis Foto: Werner Christl
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Suzuku Ignis Foto: Werner Christl
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Suzuku Ignis Foto: Werner Christl

Baby-SUV, Micro-SUV, Mini-SUV, oder gar Bonsai – so nennt man die Klasse, in der auch der Ignis fährt. Mit seinen netten Kulleraugen wirkt er wie ein Bussibärli, aber gleichzeitig auch durchaus kräftig. Durch seine 3,7 Meter Länge ­gehört er zu den kleinsten SUVs am Markt, und klein ist auch sein Gewicht. Nur 865 Kilo müssen von 90 PS bewegt werden. Die Motorenpalette ist sehr übersichtlich, da ist nur der 1,2-Liter-Benziner. Aber: Im Gegenzug gibt es unseren Bussibärli in erstaunlich umfangreichen Ausstattungskombinationen.

Automatik und Co.

Die Japaner haben da viel in den Ignis reingepackt. Er ist mit Allradantrieb (ALLGRIP) oder als Frontler zu haben. Automatik ist auch kein Problem, und er ist sogar als Mild-Hybrid erhältlich, zu erkennen am Kürzel SHVS. Dieses soll nicht an alte SVHS-Videokassetten erinnern, sondern steht für „Smart Hybrid Vehicle by Suzuki“. Das System werkt unmerklich im Hintergrund und gibt die beim Bremsen gespeicherte Energie beim Beschleunigen wieder ab. Unterm Strich kommen dann laut Werksangabe 4,3 Liter Verbrauch raus. Im Test lagen wir bei etwa 5,5 Liter. Sogar bei halb­bescheuerter Fahrweise, mit voll durchgetretenem Gaspedal, geht der Verbrauch nicht durch die Decke! ­Abgerundet wird das Paket durch Assistenten. Immerhin sind Dual Camera Brake Support System DCBS ­(leitet automatisch eine Notbremsung ein), Spurhaltewarnsystem und Müdigkeitserkennung zu haben. An dieser Stelle ein Blick auf den Preis. Das teuerste Top-Modell mit allem Drum und Dran kostet ab EUR 18.690,–. Dort liegen so manche Konkurrenten schon beim Einstiegspreis – und der steht  beim Ignis bei EUR 11.990,–! Nein, der Japaner ist zwar kein Nobelhobel, bietet jedoch ein kaum zu schlagendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Unterwegs

Der Ignis ist kein Rennwagen, aber sicher keine Gurke. Mit höheren Drehzahlen lässt sich der ­Japaner sehr gut bewegen. In 11,8 Sekunden ist er auf 100 km/h. Die erhöhte Sitzposition – Bussibärli ist ja ein SUV – schafft eine gute Rundumsicht. Sogar der Blick nach hinten ist passabel. Ein großes Plus gibt es für die Platzverhältnisse. Auf einer Länge von 3,7 Metern ist erstaunlich viel Platz. Auch die Fondpassagiere ­sitzen bequem. Die 260 Liter Kofferraumvolumen wirken zwar nicht umwerfend, aber im Ignis lässt sich die zweite Sitzreihe mit einem Handgriff verschieben – umklappen sowieso. Dann geht sogar der große Wochenendeinkauf locker rein. Das Fahrwerk wirkt ausgewogen. Im Cockpit gibt es zwar viel harten Kunststoff zu ent­decken, aber der ist peppig, bunt, spannend verarbeitet und erinnert ein wenig an den VW up! Nur die Mittelkonsole macht nicht wirklich einen soliden Eindruck. Sie wackelt verdächtig, wenn man daran rüttelt. Andererseits: Wozu sollte man dran rütteln?

Fazit

Ein pfiffiger, prak­tischer kleiner Knirps mit Automatik, Allrad, Notbremsassistenten und allem, was man eigentlich in der heutigen Zeit braucht. Ein Auto, das von Passanten mit freundlichem Grinsen begrüßt wird. Eben ein Bussibärli-SUV mit ganz lieben Kulleraugen.

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