Weekend-Test: Seat Leon ST X-Perience 4Drive TSI

Im nächsten Jahr bringt Seat ein SUV auf den Markt. Allrad und erhöhte Bodenfreiheit, viel Platz und viel Fahrspaß machen den „X-Perience“ zum „Fast-SUV“. Das zeigte sich bei einer ersten Testfahrt.

Seat Leon ST X-Perience 4Drive TSI - Cover
Der Seat Leon ST X-Perience 4Drive TSI Foto: Weekend Magazin

Autos im Offroad-Look boomen schon länger. Allerdings bleibt es vielfach beim „Look“ – hinter der wilden Fassade versteckt sich oft ein mit optischen Mitteln aufgepimpter Normalo. Der Leon ST X-Pperience ist da eine Ausnahme. Der Allrad kommt aus dem VW-Regal und ist damit ein Guter. Auch etwas mehr Bodenfreiheit wurde dem Spanier mit deutschen Genen spendiert. Immerhin drei Zentimeter sind es. Dazu kommen die optischen Verschönerungen wie Schutzplatten an den Radkästen, adaptierte Front- und Heckschürzen sowie der Unterfahrschutz. Da zeigt jemand Zähne, und dies nicht ohne Hintergedanken, denn nächstes Jahr soll ein SUV von Seat auf unseren Straßen fahren. Also kommt der Leon ST X-Perience als Vorbote und damit als Alternative für alle, die mit einem kompakten SUV liebäugeln. Und dieses Liebäugeln zahlt sich unter anderem wegen der Dynamik aus.

Seat Leon ST X-Perience 4Drive TSI
Der Seat Leon ST X-Perience 4Drive TSI Foto: Weekend Magazin

Temperament

Der im Testauto werkende 180-PS-Benziner ist einer der flotten Sorte. Das Zusammenspiel zwischen dem 1.8-Liter-­Aggregat und dem Doppelkupplungsgetriebe lässt Fahrspaß aufkommen. In 7,7 Sekunden steht die Tacho­nadel auf „100“. Der Kombi spielt dabei ganz klar die Vorzüge eines Benziners aus. Durchzugsstark – und ohne irgendwelche Turbolöcher geht es eben ordentlich vorwärts. Da verzeihen wir ­gerne eine hin und wieder aufkeimende Automatikgedenksekunde beim Kavalierstart an der Ampel. Im ­Gegenzug haut das Doppelkupplungsgetriebe die ­Gänge schneller rein als die ­geübte „Schalthand“ einen Knüppel ergreifen könnte. Allerdings hat der TSI sicher Nachteile in puncto Verbrauch, verglichen mit den Dieselvarianten. Im Schnitt sind es laut Werk 6,6 Liter. Im Test, bei spritziger Fahrweise, waren es doch immer über acht. Insofern ist vielleicht doch der Zweiliter-Diesel mit 150 oder 184 PS die bessere Wahl. Beide kommen mit durchschnittlich 4,9 Liter aus. Und wie fährt sich der Spanier in den Kurven? Seat hat schon immer versucht, etwas mehr Dynamik ins Spiel zu bringen. Heißt: ein Fahrwerk mit leichter Straffheit, das trotz drei Zentimeter mehr ­Bodenfreiheit im Vergleich zum „normalen“ Leon ST eine mehr als gute Figur macht. Insgesamt hat Seat viel Wert darauf gelegt, dass der Fahrer nicht nur das Lenkrad in der Hand, sondern damit auch Spaß hat.

Seat Leon ST X-Perience 4Drive TSI
Der Seat Leon ST X-Perience 4Drive TSI Foto: Weekend Magazin

Ohne „X-Perimente“

Im Innenraum wurden keine Feldversuche mit Neuem unternommen. Alles wie im ST, aber eben mit gehobener Ausstattung. Nur X-Perience-Schriftzüge im Einstiegsbereich weisen auf das „Außergewöhnliche hin“. Auch preislich werden keine Experimente gemacht. Der Startpreis ist für einen Offroad- Kombi mit Allrad und guter Ausstattung mehr als fair. Der 110-PS-Turbodiesel kostet EUR 28.640,–. Das Testfahrzeug mit den 180 PS bewegt sich ab EUR 31.840,– abseits der Straßen. Und das Fazit? Für den Leon ST X-Perience sprechen die Fahrdynamik, das gute Preis-Leistungs-Verhältnis und ­seine VW-Gene, die nicht ­geleugnet werden können.