Renault Espace dci 160 Initiale Paris im Weekend-Test

Es war einmal der Van. Der Urvater aller Vans ist im Grunde ein Crossover. Renault stellt mit dem neuen Espace einen „geduckten“ Raumgleiter auf die Räder.

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Die neue Espace-Generation lässt die alte eben alt aussehen – Optisch und technisch wurde alles neu überdacht. Foto: Weekend Magazin

Im Grunde fehlen im neuen Espace, wenn man Platz genommen hat, nur die freundliche Stewardess und der Copilot. Der Automatikhebel wirkt wie eine verkleinerte Ausgabe des Schubhebels eines Airbus 380, und die Mittelkonsole hat sowieso etwas von einem Flugzeugcockpit. Ob die Kollegen im Jet auch so einen großen Touchscreen  haben, wäre zu klären. Alle wichtigen Infos laufen über diesen. Eine Art Tablet-PC fürs Auto, der sich halt nicht ohne Gewaltanwendung entfernen lässt.  Auf den Passagierplätzen  kommt zum Glück kein Flugzeugfeeling auf, denn die Beinfreiheit ist – wie immer in einem Espace – eine Wucht. Die Rückbank erinnert durchaus an die Business-Class. Die Holzklasse befindet sich übrigens in Reihe drei. Der 7-Sitzer hat dort noch die zwei „Notsitze“ versteckt. Allerdings hat man in einem Passagierflugzeug mehr Kopffreiheit, die zu Gunsten der angesprochenen geduckten Haltung das „Vans“ geschrumpft wurde. Immerhin ist die fünfte Generation des Franzosen 71 Millimeter flacher als der Vorgänger. An der Länge wurde nichts verändert. 4,9 Meter sind ordentlich und dies wirkt sich eben auch positiv auf den Platz aus. 680 bis 2.101 Liter Fassungsvermögen können sich jedenfalls sehen lassen. Die Sitze werden per Knopfdruck ganz einfach umgelegt.

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Fast fünf Meter lang (wie der Vorgänger) ist der Espace. In der Höhe schrumpft der Crossover-Van um 71 Millimeter. Foto: Weekend Magazin

Gleiten

Das Fahrwerk ist komfortabel ausgelegt. Die  Franzosen setzen da auf Langstreckentauglichkeit. Generell ist das Handling gutmütig und in den Kurven kommt die Allradlenkung 4CONTROL ins Spiel. Diese lässt die Hinterräder elektronisch mitd(l)enken und, je nach Notwendigkeit, in einem bestimmten Winkel einschlagen. Das bringt mehr Fahrstabilität. Darüber hinaus gibt es noch eine Art Fahrerlebnisschalter. Der Lenker kann zwischen „Eco“, „Comfort“, „Neutral“, und „Sport“ wählen. Dabei verändert sich das Ansprechverhalten von Gaspedal und Lenkung. Auch werden die Gänge schneller eingelegt und bei manchen Ausstattungsvarianten passt sich auch die Dämpferhärte an. Dieses Feature nennt sich „Multi-Sense-System“. Noch ein Wort zum Treibstoffverbrauch: Downsizing macht Sinn, denn der 1,6-Liter-Turbodiesel (160 PS) kommt laut Werk mit nur 4,6 Litern über die Runden. Immerhin 380 Newtonmeter Drehmoment bringen das Testfahrzug in 9,9 Sekunden auf 100 km/h und lassen es 202 km/h schnell werden.

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Sicher eines der größten Displays am Automarkt. Das helle Armaturenbrett spiegelt in der Windschutzscheibe. Foto: Weekend Magazin

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Bis zu 2.100 Liter Stauraum und sieben Sitze, dazu sehr gute Beinfreiheit. Nur die Kopffreiheit ist etwas gering. Foto: Weekend Magazin

Helferchen

Was kommt im Crossover-Van noch zum Einsatz? Da hätten wir Handsfree Parking. Ein System, dass den Espace  nicht nur seitlich einparken lässt, sondern auch in Supermarktparkplätze manövriert. Sogar, wenn diese schräg angeordnet sind. Dazu kommen Spurhaltewarner, Toter-Winkel-Assistent, Abstandswarner, Tempomat mit adaptiver Geschwindigkeitsregelung, adaptives Fahrwerk mit Stoßdämpfereinstellung nach Wahl. LED-Scheinwerfer und Verkehrszeichenerkennung runden das Paket ab. Und der Preis:  EUR 35.600,- sind es für den 130-PS-Turbodiesel. Für die getestet Initiale-Version mit überkompletter Ausstattung braucht der Käufer EUR 47.600,-.

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Auch ein Head-Up-Display haben die Franzosen dem Espace spendiert. Zudem gibt es viele Sicherheitsassistenten. Foto: Weekend Magazin