Audi Q3 2.0 TDI quattro: Dreistil-Ringer im Weekend-Test

Der kleine Audi Q3 hat vier Ringe, guten Fahr-Stil und wirkt fast wie ein Q5. Die 180 PS sorgen für guten Schub. Der „kleine“ Deutsche ist eigentlich ein Großer. Der Rest zeigte sich bei einer Testfahrt.

Audi Q3 2.0 TDI quattro - Cover
Neuer Kühlergrill, neue Scheinwerfer, neue Farben Foto: Weekend Magazin
Audi Q3 2.0 TDI quattro
Der 180-PS-Diesel „verursachte“ im Testbetrieb durchaus Fahrspaß: 0 – 100 km/h in 7,9 Sekunden Foto: Weekend Magazin
Audi Q3 2.0 TDI quattro
460 Liter Stauvolumen im Kofferraum: ein guter Wert. Die Blinker sind mit einem netten Effekt ausgestattet. Ein Lichstreifen bewegs sich von innen nach außen Foto: Weekend Magazin

Der Mann neben mir am Supermarktparkplatz fragt mich doch tatsächlich, wie er denn so sei – der neue Q5. „Keine Ahnung, ist ein Q3 – der sieht nur so aus wie eine Klasse höher!“, so die Antwort. Auch der aktuelle kompakte Q3 wirkt relativ erwachsen. Bei den Händlern ziehen sich jedenfalls rechter und linker Mundwinkel kräftig nach oben, wenn es um den Audi Q3 geht. Das „Klein-SUV“ ist bei den Österreichern  mehr als gut angekommen und für Audi ein Erfolgs­garant. Stellt sich die Frage, warum soll da einer viel ­ändern, wenn eh alles läuft. Richtig, und deswegen fällt das Facelift auch vorsichtig aus. Optisch bekommt der Q3 etwas mehr „Wucht“ mit auf den Weg. Übersetzt ­bedeutet dies, eine etwas wuchtiger wirkende Schnauze mit sportlich adaptiertem Kühlergrill und serienmäßig verbautem LED-Tagfahrlicht plus Xenon sowie Retuschen am Scheinwerfer. Auf Wunsch gibt es auch „reine“ LED-Scheinwerfer. Am Heck ­etwas runder wirkende Leuchten und die leicht facegeliftete Heckklappe. Insgesamt haben die Designer auf die Fans gehört, die mitunter etwas aggressiveres Design gefordert haben.

Audi Q3 2.0 TDI quattro
Unverkennbar: ein typisches Audi-Cockpit. Besonders übersichtlich – und die Materialanmutung stimmt Foto: Weekend Magazin

Warum Q3?

Autos verkaufen sich nur dann gut, wenn sie den Nerv der Kunden treffen und diese weniger mit Schwächen nerven. Audis SUV bietet eben erstaunlich viel Platz und geht eigentlich als Q4 durch. Immerhin passen in den Kofferraum 460 Liter! Zwar sitzen Fahrer und Beifahrer relativ nahe beieinander – und die Kopffreiheit könnte etwas besser sein, aber ansonsten herrscht tadelloses Raumgefühl. Beliebt ist der Ingolstädter vor allem wegen seiner Wendigkeit. Das Fahrwerk – leicht straff, aber doch komfortabel – lässt Fahrspaß zu, wobei der eingebaute 180-PS- Motor dem Deutschen ordentlich Dampf macht. Er kratzt bereits nach 7,9 Sekunden am Hunderter. Dabei sind die 380 Newtonmeter Drehmoment durchaus hilfreich. Die „7-Gang-S tronic“ schaltet praktisch ohne Zugunterbrechung. Der Verbrauch wird mit 5,3 Liter angegeben – im Test waren es 6,7 Liter. Nicht vergessen: inklusive Allradantrieb!  Generell wurde auch bei den Motoren Hand angelegt. Bis zu 17 Prozent will Audi den Verbrauch gesenkt ­haben. Die Motorenpalette reicht von 120 bis 220 PS. Praktisch alle Käufer haben sich seit dem Start des Q3 vor vier Jahren für eine ­Dieselvariante entschieden.

Audi Q3 2.0 TDI quattro
Das Armaturenbrett wirkt sehr hochwertig. Geschäumten Kunststoff gibt es allerdings nur im oberen Bereich Foto: Weekend Magazin

Und sonst

Mittels Drive-­Select kann im Q3 das Fahrdynamik-Programm auf die Vorlieben des Fahrers abgestimmt werden – quasi von brav bis sportlich. Zusätzlich bietet das DSG-Getriebe eine Sportstellung. Technisch gesehen mit an Bord waren auch: Bremsassistent (Serie), Toter-Winkel-Assistent, Spurwechselassistent, Verkehrszeichenerkennung. Zu haben ist das gute Stück ab EUR 31.010,– mit Frontantrieb und in Verbindung mit einem 2.0 TDI. Für die getestete quattro-Version sind es ab EUR 43.070,–. Zusatzausstattung geht übrigens – wie immer – ins Geld.

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Weekend Cover (KW 20)
Foto: MILENKO BADZIC/FIRST LOOK/PICTUREDESK.COM

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