Verdeck(t) ermittelt: So fährt sich das BMW 220i Cabrio

Dem BMW 220i Cabrio steht es gut – das Stoffverdeck. Aber besser gefällt uns der Bayer trotzdem „ohne“. Bis auf den Preis gibt sich der 2er keine Schwächen. Das zeigte sich bei einer ausgedehnten Testfahrt.

Der BMW 220i Cabrio im Weekend-Test - Cover
Der Fahrtwind zerstört nur ohne Windschott die Frisur Foto: Weekend Magazin
Der BMW 220i Cabrio im Weekend-Test
Im Cockpit viel Leder und wenig harter Kunststoff Foto: Weekend Magazin
Der BMW 220i Cabrio im Weekend-Test
So schaut ein übersichtliches Cockpit aus, das notfalls auch etwas Regen erträgt Foto: Weekend Magazin
Der BMW 220i Cabrio im Weekend-Test
Die 184 PS lassen die Nadel des Drehzahlmessers ordentlich turnen.130.000 Stück wurden vom Vorgänger (1er Cabrio) verkauft Foto: Weekend Magazin
Der BMW 220i Cabrio im Weekend-Test
Das ­Verdeck lässt sich bis 50 km/h öffnen und schließen Foto: Weekend Magazin

Bei leichtem Wind und 50 km/h am Tacho gehört schon eine Portion Überwindung dazu, um den Knopf für das elektrische Verdeck zu drücken. Der plötzliche Regenguss lässt aber kein Mitleid für das „Dachl“ zu. Das Stoffverdeck schließt ohne Murren in 20 Sekunden. Danach ist es erstaunlich ruhig. Die Bayern sind stolz auf die verbesserte Dämmung – also klopfen wir den Deutschen gerne auf die Schulter. Allerdings ist der Blick nach hinten über die eigene Schulter – wie bei fast allen Cabrios – ein eingeschränkter. Ohne Rückfahrkamera geht es im Blindflug in die Parklücke. Dafür sieht der Fahrer beim zweiten Blick über die Schulter, dass  auf den Rücksitzen tatsächlich einiger­maßen normal gewachsene Menschen Platz finden. Der Vorgänger des 2er Cabrios, das 1er Cabrio, hatte da ­weniger zu bieten. Immerhin ist das 2er um 7,2 Zentimeter in der Länge gewachsen. Auch der Radstand ging in die Verlängerung und im Kofferraum finden nun 280 bis 335 (bei geöffnetem Verdeck) Liter Platz. Und: Die Rückbank lässt sich für den Baumarktbesuch einfach zurückklappen.

Der BMW 220i Cabrio im Weekend-Test
Im Cockpit viel Leder und wenig harter Kunststoff Foto: Weekend Magazin

Fahrerlebnisse

Cabrios neigen dazu, sich in Kurven ob des fehlenden Dachs zu „verbiegen“. Die Verwindungssteifigkeit des Testautos hat uns aber doch überrascht. Das Fahrwerk zu bekritteln ist Blödsinn, denn die Bayern stehen dafür, dieses wie kaum eine andere Marke im Griff zu haben. Das gilt auch für das 2er Cabrio. Der Heck­antrieb lässt kleine Rutschpartien zu und erlaubt eben gleichzeitig ein unauffälliges Antreten, ohne lästiges Zupfen an der Lenkung, denn immerhin stehen 184 PS zur Verfügung. Diese schieben das Cabrio in 7,5 Sekunden auf 100 km/h. Dabei arbeitet die 8-Gang-Steptronic praktisch ruckfrei. Der Verbrauch wird laut Unterlagen mit 6,2 Litern angegeben. Im Testbetrieb waren es immer etwas mehr als 8,5 Liter. Wobei wir in der Regel mit gedrücktem Sportknopf unterwegs waren und den Fahrerlebnisschalter wenig auf „Eco“ gestellt haben. Ein bisschen Spaß darf eben sein.

Der BMW 220i Cabrio im Weekend-Test
So schaut ein übersichtliches Cockpit aus, das notfalls auch etwas Regen erträgt Foto: Weekend Magazin

Optisch

Das Cockpit wirkt hochwertig. Im Vergleich zum 3er oder 4er gibt es nur geringe Abstriche. Mit an Bord war die M-Sport-Ausstattung, die an kleinen bläulichen Applikationen oder dem „M-Schriftzug“ an der Außenhaut zu erkennen waren. Rein äußerlich ist das 2er Cabrio ein defi­nitiv schönes Auto. Lange Motorhaube, breite Spur und längerer Radstand schenken dem Bayer ein sportliches Bild. Verglichen mit der 1er Cabrio wirkt der Nachfolger weniger gedrungen – hat uns wirklich sehr gefallen. Noch zu den Preisen. Sagen wir es so. BMW hat ein äußerst hochwer­tiges Cabrio auf die Räder gestellt. Da fehlt praktisch nichts. Auch die schärfsten Kritiker werden sich schwer tun, hier wirkliche Schwächen zu finden. Trotzdem kostet ein 218i ab EUR 34.850,–. Das ­getestete 220i Cabrio geht ab EUR 39.800,– über den Ladentisch, und mit den vielen Zusatzfeatures steigt der Preis auf etwa EUR 54.000,–! Wobei: Das günstigste 4er Cabrio kostet ab EUR  47.500,–. Und da stellt sich die Frage, ob nicht doch das 2er Cabrio reicht.

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