So fährt sich der Skoda Superb Style TDI DSG

Optisch und vom Fahrverhalten dynamischer, brav im Verbrauch und eine große „Klappe“, die einiges schluckt. Skodas Flaggschiff im Test.

Skoda Superb Style TDI DSG - Cover
Am meisten überraschte das Fahrwerk. Auch in Sachen Platzverhältnisse fährt der ­Superb auf der Überholspur Foto: Weekend Magazin
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Den Blick kennen wir! Ein typisches „Konzern-Cockpit“, wie es die Europäer lieben – ohne sinnlosen Schnickschnack Foto: Weekend Magazin
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Auf Experimente wird im Cockpit verzichtet. Die Materialien wirken hochwertig, alles übersichtlich angeordnet Foto: Weekend Magazin

Gleich vorweg! Ohne in Lobhudelei zu verfallen – der neue Škoda Superb wird bei der Konkurrenz in der Mittelklasse Kopfzerbrechen bereiten. Schon das relativ sportliche Design der Limousine wird sicher Freunde finden. Aber von Schönheit alleine kann man nicht leben – wirklich spannend sind die Details:

Fahreindruck

Einer der wichtigsten Pluspunkte des neuen Škoda Superb ist sicher das Fahrwerk. Da haben die Techniker ordentlich Hand angelegt. Zur Auswahl stehen verschiedene Fahr-Modi: „Eco, Comfort, Normal, Sport und Individuell“. Im Alltag reichen im Grunde genommen die komfortable und die sportliche Variante des Fahrprogramms. Im Comfort-Modus bügelt ­Škodas Flaggschiff Fahrbahnunebenheiten gekonnt weg, ohne dabei auf Stabilität zu vergessen. Für Langstrecken wirklich ein Plus verglichen mit den Vorgängern. Auch wenn der Superb kein Rennwagen ist, lassen sich auf der anderen Seite die Kurven im Sport-Modus mehr als gut schlucken – das DSG-Getriebe arbeitet ruckfrei. Motorisch werkte im Testauto der 150-PS-TDI, der relativ ruhig zu Werke geht.  Škoda gibt einen Verbrauch von 4,5 Litern an – auch da tun wir uns schwer was auszusetzen! Škoda spricht von bis zu 30 Prozent weniger Verbrauch der aktuellen Motorenpalette. Die Spitze liegt bei 220 km/h, und den Hunderter knackt der Superb in neun Sekunden. Ein Wert, den man bei 150 PS erwarten darf. 

Platzorgie

Limousinen sind nicht immer mit gut zugänglichen, großen Kofferräumen gesegnet. Škoda geht da mit der riesigen Heckklappe einen guten Weg. Dahinter ver­stecken sich  gar 625 bis 1.660 Liter Stauvolumen. Das sind gut 50 Liter mehr, als es die Konkurrenz in der Regel zu bieten hat. Auch auf den vorderen Sitzen gibt es nichts zu meckern, und die Beinfreiheit auf der hinteren Reihe ist ebenfalls überdurchschnittlich groß. 

Die Innereien

Wer in den neuen Superb steigt, dem fällt gleich die „Aufgeräumtheit“ auf. Damit meinen wir nicht, dass irgendwelche Wurstsemmelreste oder andere müllartigen Dinge nicht vorhanden sind, sondern dass eben alles an seinem Platz und übersichtlich angeordnet ist. Vom Design her ist das Cockpit  eher brav ausgelegt. Hier wird weniger versucht sich von der Masse abzu­heben – eher den Geschmack der Europäer zu treffen, und das gelingt wohl auch. Jedoch kommt es darauf an, welche Farbkombination gewählt wird. Einige Kombis ver­leihen dem gesamten Innenraum einen anderen Touch. Gut gefallen hat uns die ­höhenverstellbare Mittelarmlehne, unter der sich ein ­großes Ablagefach befindet. Auch im neuen Flaggschiff gibt es wieder Gadgets zu entdecken. Der Eiskratzer im Tankdeckel, Haken im Kofferraum oder die herausnehmbare Taschenlampe – insgesamt sind 29 intelligente Überraschungen „versteckt“.

Preis

Der Startpreis für ­einen Benziner liegt bei EUR 26.680,–, den günstigsten Diesel (120 PS) gibt es ab EUR 28.060,–. Das Testauto in der Style-Variante (Grundpreis: EUR 36.690,–) und Zusatzausstattung wie Soundsystem CANTON, ­Lederlenkrad, abgedunkelte Scheiben oder Sportfahrwerk kommt auf knapp über EUR 45.000,–. Fazit: Der wohl hochwertigste Superb, den es je gab, gibt sich kaum Schwächen. Ob das Flaggschiff von  Škoda womöglich der bessere Passat ist, muss jeder selbst entscheiden. Auf alle Fälle ist er zumindest in einigen Punkten dem Konzernbruder voraus.