Doppelgrinser: Der neue Mazda MX-5 im Weekend-Test

Der Japaner zaubert nicht nur dem Fahrer ein Lächeln ins Gesicht, das MX-5-Maul scheint den Gegenverkehr höhnisch anzugrinsen.

Mazda MX-5
Leicht, kurz, rund und kompakt – alles vorhanden, was einen "echten" Roadster ausmacht.
 
Foto: WEEKEND MAGAZIN

Mit nur 131 PS in 8,3 Sekunden von 0 auf 100 – das soll ein Sportflitzer sein? Oh ja, und was für einer! Kaum ein anderer Roadster bietet so viel und so echten Fahrspaß wie der MX-5. Seit ­seiner Markteinführung vor mehr als 25 Jahren hat sich dieses Cabrio weltweit fast eine Million Mal verkauft. Alleine in Österreich gibt es 6.300 MX-5-Besitzer. Doch worauf basiert das Erfolgsrezept des Bestsellers? Klein, clever und der Linie treu bleiben, heißt die Devise. Motor vorn, Antrieb hinten, nur zwei Sitze und ein Dach, das sich nur per Handarbeit öffnen und schließen lässt – das sind auch in der vierten Auflage die unverrückbaren Eckpfeiler im Bauplan.

Leichter und kürzer

Mit 975 Kilogramm ist das 2015er-Modell nicht nur ein Leichtgewicht, gegenüber dem Vorgänger hat der Flitzer an die 100 Kilo abgespeckt. Die Designer besinnen sich also auf den "Ur-MX-5", Baujahr 1989. Die klassische Diät resultiert aus einer Kombination von Stahl und Alu (Antrieb, Chassis und Karosserie),  sowie dem Einsatz von leichteren Materialien für die Sitze. Die Räder halten auch mit nur vier Radschrauben, anscheinend zählt wirklich jedes Gramm. Neben dem – jetzt noch ­herablassender wirkendem  – Grinsemaul setzt das Cabrio auf mehr Kompaktheit: zehn Zentimeter kürzer und zwei Zentimeter weniger Radstand. Gottlob bleibt das Platzangebot dagegen unverändert.

Was ist noch anders?

Vor allem der Beifahrer spürt im Fußbereich die Wölbung auf der linken Seite – eindeu­tiges Indiz für einen Mittelmotor. Der ist nach wie vor vorhanden, jedoch weiter unten eingebaut. Also optimierte Straßenlage dank ­tiefer liegendem Fahrzeug- Schwerpunkt. Die Fahrerzelle wurde ein Stück nach hinten gerückt, die ohnehin schon lange Motorhaube wirkt dadurch noch länger. Das Kodo-Design mit seinen klassischen Linien wirkt auch im neuen MX-5. Der kleine Flitzer kommt jetzt noch eine Spur giftiger und dominanter rüber.

Mazda MX-5
Puristisches Cockpit – auf jeglichen Schnickschnack wird verzichtet. Nur der Touchscreen zeugt vom 21. Jahrhundert.   Foto: WEEKEND MAGAZIN

Knackig, direkt und echt

Das Beste am Schluss – der Fahrgenuss. Spätestens nach dem Drücken des Startknopfs ist der doch etwas ungemütliche "Reinplumpser" vergessen. Auch vier Zylinder können gute Musik ­spielen. Dann der Griff nach oben – Dach nach hinten schieben und den "Stoff­fetzen" mit einem Klatscher hinten versenken – los geht’s. Vorweg sei noch erwähnt, dass die Motorleistung im MX-5 einen untergeordneten Stellenwert hat. Was zählt, und dieses Cabrio ausmacht, ist der Purismus. 131 galoppierende Pferde sind völlig ausreichend für ultimativen Zirkelspaß. Beim "Kurvenfressen" ist auch die Gewichtsabspeckung deutlich spürbar – Gokart-Feeling! Die direkte Lenkung und das harte Fahrwerk lassen das Herz gleich höher schlagen, der rote Flitzer steht auf ­kurvenreiche Landstraßen-Spiele. Der runde Knüppel liegt gut in der Hand, die 6-Gang-Schaltung ist ziemlich knackig. Die 1,5-Liter-Maschine dreht leicht und willig bis in den roten Drehzahlbereich. Ein hochtouriger Fahrstil macht nicht nur Spaß, auf diesen steht auch der MX-5. Der Endorphin-Spiegel steigt bereits ab 3.000 Umdrehungen.

Spritsparend obendrein!

Wer glaubt, dass der Japaner ein Schluckspecht ist, irrt. Bei wirklich sportlicher Fahrweise begnügt sich der Roadster mit gut sieben Liter Sprudel – Respekt! Wem 1.496 ccm Hubraum übrigens zu wenig sind, der sollte sich für den Zwei-Liter-Benziner mit 160 PS entscheiden. Was hat unser Testauto (Ausstattungs­linie Revolution) sonst noch alles zu bieten? Unter anderem die Metallic-Lackierung "Soul Rot", Bose-Sound­system, Ledersitze und 7‘‘-Touchscreen inklusive Navi. Absolut top – die "Anschaffungskosten". Wo sonst bekommt man so viel Sportwagen-Fahrspaß zu diesem Preis? Für EUR 31.490,– darf man unseren Testwagen mit nach Hause nehmen.

Technische Daten

Motorisierung: Vierzylinder-Ottomotor
Leistung: 131 PS
Drehmoment: 150 Nm bei 4.800 U/min
Hubraum: 1.496 ccm
Leergewicht: 975 Kilogramm
Höchstgeschwindigkeit: 204 km/h
Preis: ab EUR 25.990.-