Chevrolet Corvette Z06: Mit Vollgas weg vom Low-Tech-Image

Schon die normale Corvette der neuen Generation macht Schluss mit dem Low-Tech-Image. Für die 635 PS starke Hochleistungsversion Z06 gilt dies noch mehr. Selbst mit Porsche vergleicht man sich nun.

 Chevrolet Corvette Z06
Imposante Erscheinung: Die Z06 ist mit 635 PS etwa so stark wie die ZR1, die noch auf der C6-Generation basiert Foto: Chevrolet

Die neue, mittlerweile siebte Corvette-Generation, die nun wieder den Beinamen Stingray trägt, ist gestartet. Auf dieser Basis beruht auch die neue Corvette Z06, die in Detroit auf der North American International Auto Show (NAIAS, 13. bis 26. Januar 2014) erstmals zu sehen ist.

Kompressor-V8 mit Zylinderabschaltung

Wie bei der alten Corvette Z06 handelt es sich um eine Hochleistungsversion. Sie bietet voraussichtlich etwa 635 PS und hat damit deutlich mehr Power als die 460 PS starke Normalversion. Das Aggregat mit dem internen Kürzel LT4 bietet maximal 861 Newtonmeter Drehmoment. Das Auto ist die erste Corvette Z06 mit aufgeladenem Motor. Eingesetzt wird ein neu entwickelter Kompressor-V8, der mit 6,2 Liter Hubraum genauso groß ist wie der Motor der normalen Corvette C7. Wie dieser besitzt der LT4 eine Benzindirekteinspritzung, eine Zylinderabschaltung und eine kontinuierlich variable Verstellung der Ventilsteuerzeiten. Schon daran sieht man, dass die neue Corvette kein Low-Tech-Sportwagen mehr ist.

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Ein feststehender Gurney Flap - das ist der das senkrechte Element am Spoiler - erhöht den Abtrieb Foto: Chevrolet

Achtgang-Automatik: Schneller als PDK?

In der Z06 kommt eine neue Achtgang-Automatik hinzu, auf die der Fahrer mit Schaltpaddles am Lenkrad Einfluss nehmen kann. In der normalen Corvette arbeitet noch eine Sechsgang-Automatik. Durch überlegene Algorithmen soll das Schalten mit dem neuen Getriebe ähnlich schnell vor sich gehen wie bei einem Doppelkupplungsgetriebe, aber ohne den Komfort einer Wandlerautomatik dafür zu opfern. Das Hochschalten bei starkem Beschleunigen soll sogar schneller vor sich gehen als bei einem Porsche 911 mit PDK. Alternativ zur Automatik wird bei der Z06 wie bei der normalen Corvette eine Siebengang-Schaltung angeboten. Sie besitzt eine von der normalen Corvette C7 bekannte Technologie namens Active Rev Matching. Dabei wird der wahrscheinlichste, nächste Schaltvorgang vorausberechnet. Dann wird per Gaspedal-Eingriff die Motordrehzahl so verändert, dass der Schaltvorgang ohne Verzögerung vor sich gehen soll.

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Vorne fällt der schwarze Einsatz in der Haube auf Foto: Chevrolet

Magnetorheologische Stoßdämpfer serienmäßig

Das Fahrwerk wurde auf die höhere Leistung abgestimmt. Verstellbare Stoßdämpfer mit magnetorheologischer Technik (Magnetic Selective Ride Control), wie sie auch aus diversen Cadillac-Modellen bekannt sind, besitzt die Z06 serienmäßig. Dasselbe gilt für die elektronische Differenzialsperre eLSD. Die Räder messen vorne 19 Zoll, hinten 20 Zoll im Durchmesser. Darin arbeiten Bremsen mit 371 Millimeter Scheibendurchmesser vorne und 365 Millimeter hinten, kombiniert mit Sechs- beziehungsweise Vierkolben-Bremssätteln.

Performance-Paket für den Renneinsatz

Wer will, kann seine Corvette Z06 mit einem Performance-Paket aufrüsten, das den verwirrenden Namen Z07 trägt. Dazu gehören besondere Aerodynamikkomponenten für mehr Abtrieb, spezielle Sportreifen mit mehr Grip und Carbon-Keramik-Bremsen von Brembo. Ausgerüstet mit diesem Paket soll die Corvette Z06 auf Rennstrecken bessere Rundenzeiten ermöglichen als das Topmodell der Corvette-Baureihe, die 647 PS starke ZR1, die noch auf der Vorgängergeneration C6 basiert und ebenfalls einen 6,2-Liter-Motor mit Kompressor besitzt.

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Unter der Heckhaube arbeitet ein 6,2-Liter-V8 mit Kompressor und 635 PS Foto: Chevrolet

Drei Konfigurationen mit verschiedenem Abtrieb

Ebenfalls neu bei der Z06 ist ein abnehmbares Dachelement. Es besteht aus leichtem Carbon. Chevrolet preist auch die besonders gute Aerodynamik. Drei verschiedene Konfigurationen sind möglich. Serienmäßig besitzt die Z06 einen Frontsplitter, eine Carbon-Fronthaube mit vergrößerten Lufteinlass und den Heckspoiler aus dem Z51-Perfomance-Paket, das für die normale Corvette angeboten wird. Mehr Abtrieb erhält man mit einem Carbon-Paket, das es in Schwarz und mit Carbonfaser-Optik gibt. Hier besteht der Frontsplitter aus Carbon und wird mit Winglets versehen, wie sie vom Flugzeug her bekannt sind. Ebenfalls aus Carbon bestehen die Schweller und der größere Heckspoiler mit einer feststehenden so genannten Gurney Flap - einem kleinen vertikalen Element am Rand, das den Abtrieb deutlich erhöht. Das Z07-Paket bietet am meisten Abtrieb. Es fügt größere Winglets am Frontsplitter hinzu, sowie einen Heckspoiler mit einstellbarem Mittelteil.

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Die Scheinwerfer haben ein integriertes LED-Tagfahrlicht Foto: Chevrolet

Weg vom Low-Tech-Image

Vom Carbonspoiler über magnetorheologische Stoßdämpfer bis hin zur Benzindirekteinspritzung: Chevrolet will die Corvette offenbar vom Low-Tech-Image befreien, das ihr seit langem anhaftet. Nur so kann man gegen Konkurrenten wie den Porsche 911 bestehen. Die Corvette Z06 kommt in den USA erst Anfang 2015 auf den Markt. Fahrleistungsdaten und Preise sind noch nicht bekannt.

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