Audi RS 3 Sportback 2,5 TFSI quattro im Weekend-Test

Der Zulassungsschein wird beim Durchlesen zum Waffenschein. Spitze: 280 km/h, 367 PS! Die Soundanlage befindet sich im Bereich der Endrohre.

Audi RS 3 Sportback 2,5 TFSI quattro - Cover
Straffes Fahrwerk, knackige Schaltung und für diese Klasse ausgesprochen viele Fahrassistenten Foto: Weekend Magazin
Audi RS 3 Sportback 2,5 TFSI quattro
Die beiden Endrohre erinnern an riesige Orgelpfeifen. Nur, dass die Töne doch mehr ins monströse Röhren gehen Foto: Weekend Magazin
Audi RS 3 Sportback 2,5 TFSI quattro
Dank S-tronic kann sich der Fahrer immer schön am Lenkrad festhalten, wenn 367 Pferde galoppieren Foto: Weekend Magazin
Audi RS 3 Sportback 2,5 TFSI quattro
Nur kurz sieht der Hintermann den Schriftzug - wenn der RS 3 beschleunigt wird das Logo schnell winzig Foto: Weekend Magazin

Das frühmorgendliche Begrüßungsritual zwischen mir und dem RS 3 ist immer gleich. Ich drehe den Zündschlüssel auf (RS) 3 Uhr und schon schickt der hochgerüstete A3 ein dumpf röhrendes Wecksignal an mich und die lieben Nachbarn. Ein  dezentes Davonschleichen gibt es nicht, denn der momentan stärkste Kompakte am Markt brüllt und ploppt ordentlich. Die so aus dem Bett geholten Nachbarn bleiben ebenfalls nicht ruhig und wollen gleich wissen, wieso ein A3 derart sportliche Sprüche von sich gibt. Antwort: Autos mit 367 Pferden, die mit einem Drehmoment davongaloppieren, dass es in der  Magengegend schweren Druck erzeugt, dürfen eben auch stark klingen. Nein, der RS 3 Sportback ist kein Mauerblümchen, eher – um bei botanischen Begriffen zu bleiben – eine Tollkirsche.

Fahreindruck

Fünf Zylinder werken unter der Motorhaube. So wie es sich schon seit den 80ern für einen echten Audi gehört. Ein Turboaggregat mit 2,5 Litern Hubraum, das mittels 465 Newtonmetern Drehmoment schon auch mal die Gesichtszüge von Fahrer und Beifahrer entgleisen lässt, liefert Schnelligkeit. Nur 4,3 Sekunden benötigt der kleine Deutsche auf 100 km/h! Natürlich könnte man gut über den Sinn eines solchen Dings philosophieren, aber die Conclusio lautet: „Der RS 3 macht unheimlich viel  Spaß und lässt sich gleichzeitig brav und normal fahren.“ Das Fahrwerk ist derart „bedienerfreundlich“, dass auch weniger geübte Mitbürger kaum in Bedrängnis kommen. Eine gewisse Härte ist zwar spürbar, aber keinesfalls unangenehm. Da geht ein großes Lob an die Auditechniker - echt toll! Via „drive select“ kann übrigens das Fahrprogramm ausgewählt werden. Für Spaßfreunde empfiehlt sich „dynamic“. Dabei wird sogar jeder Schaltvorgang von einem netten Zwischengasstoß begleitet. Das Doppelkupplungsgetriebe (7-Gang-S-tronic schaltet extrem schnell.

Auch beim Verbrauch wird nicht gepatzt. 8,1 Liter stehen in der Beschreibung. 9,5 bis 10 sind es bei wenig emotionalem Fahren und eingeschaltetem Hirn. Ein wirklich guter Wert, angesichts der Fahrleistungen! Die Karosserie wurde übrigens um 25 Millimeter tiefer gelegt - sieht doch gleich besser aus.

Optisch schnell

Das Outfit ist klar auf Sport getrimmt. Zwei Endrohre, deren Durchmesser an die eines ordentlichen Rauchfangs erinnern, 19-Zöller und 235er-Reifen zeigen gleich Flagge.  Zudem wurde dem RS 3 Sportback auch noch eine breitere Spur verpasst. Im Inneraum sind da die Sportsitze mit Carbon-Schale und diverse Applikationen, die auf das verweisen, was unter der Motorhaube schlummert. Und für alle, die es genau wissen wollen – der RS 3-Schriftzug ist innen und außen unübersehbar, desöfteren angebracht. Man möchte ja wissen, wo man drinnen sitzt. Bleibt noch die Preisfrage. Sagen wir es so: 64.253,- Euro sind eine Stange Geld für einen Kompakten und wenn sich der Preis mit überkompletter Ausstattung auf 83.500,- schraubt, ist das doch ein Sümmchen, das nicht leicht aufzubringen ist. Andererseits kostet ein Porsche 911 Carrera mit ähnlichen Fahrwerten um einiges mehr.

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Weekend Cover (KW 34)
Foto: KRSTEVSKI/ISTOCK/THINKSTOCK