510 PS! So stark ist die Alfa Romeo Giulia

Alfa Romeo meldet sich mit einem Paukenschlag zurück. Die BMW-3er-Konkurrentin Giulia kommt mit bis zu 510 PS aus einem Ferrari-V6. Auch die weiteren Eckdaten klingen äußerst beeindruckend.

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Klassische Limousinen-Proportionen mit langem Radstand und weit ausgestellten Radhäusern. Bei der Karosserie kommen Kohlefaser und Aluminium zum Einsatz, das Gewicht soll bei etwa 1.500 Kilo liegen Foto: Alfa Romeo

Die einzige bisher bestätigte Antriebsvariante ist ein 3,0-Liter-Biturbo-V6, der zusammen mit Ferrari entwickelt wurde, 510 PS leistet und das Auto in 3,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen soll. Er ist aus Aluminium, bietet eine Zylinderabschaltung und klingt einer ersten Mini-Kostprobe nach zu urteilen absolut fantastisch.

Fahrer im Zentrum

Alfa-Romeo-Chef Harald Wester betonte einmal mehr, dass die neue Giulia den Fahrer absolut in den Mittelpunkt stellen wird. Starke Indizien dafür sind Hinterrad- beziehungsweise Allradantrieb, ein elektronisches Torque-Vectoring-Hinterachs-Sperrdifferenzial, eine Gewichtsverteilung von 50:50 sowie ein extrem ambitioniertes Aluminium-Fahrwerk mit Doppelquerlenkern und halbvirtueller Lenkachse vorne sowie einer Mehrlenkerachse hinten. Laut Alfa Romeo verfügt die Giulia zudem über die direkteste Lenkung im Segment.

Viel Carbon in der Karosserie

Große Mühe (wirklich sehr große Mühe) machten sich die Italiener offenbar auch bei der Einsparung von Gewicht. So sind ungewöhnlich viele Teile (Kardanwelle, Motorhaube, Dach, Sitzrahmen) aus Carbon. Aluminium kommt am Fahrwerk, dem vorderen und hinteren Hilfsrahmen, den Türen, den Kotflügeln und den Bremsen zum Einsatz. Letztere haben beim gezeigten Topmodell Quadrifoglio Scheiben aus Carbon-Keramik-Verbundmaterial. Alfa spricht von einem Leistungsgewicht von unter drei Kilo pro PS, was die Giulia zu einem etwa 1.500 Kilo schweren Auto machen dürfte.

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So geht Alfa Romeo ab Frühjahr 2016 auf die Jagd nach BMW 3er, Mercedes C-Klasse und Co. Die neue Giulia (hier das Topmodell Quadrifoglio Verde) wird bis zu 510 PS leisten Foto: Alfa Romeo

Muskulöse Proportionen

Optisch hat es bei Alfa (abgesehen vom etwas unglücklichen Arna) eigentlich nie geklemmt und auch die neue Giulia macht hier keine Ausnahme. Die Front erhält einen aktiven Spoiler, der den Abtrieb vergrößern soll. Ansonsten gibt es klassische Power-Limousinen-Proportionen mit weit ausgestellten hinteren Radhäusern, kurzen Überhängen, dem längsten Radstand im Segment und einem massiven Hintern mit großem Diffusor und vier fetten Auspuff-Endrohren. Gerade im Heckbereich scheint doch ein wenig Maserati Ghibli durch. Es wird vermutet, dass Ghibli und Giulia auch technisch miteinander verbandelt sind.

Innen sehr reduziert

Das Interieur wirkt eher reduziert, mit einem Startknopf auf dem Lenkrad und einem großen "DNA"-Rädchen auf der Mittelkonsole. Alfas Fahrdynamik-Regelung wird komplett neu kalibriert und - zumindest in den stärkeren Versionen - um den Modus "Race" ergänzt. Daneben befindet sich ein runder Controller für das neue Infotainmentsystem. Weitere Knöpfe sucht man größtenteils vergeblich, auch weil die Giulia auf den Assistenzsysteme-Wahnsinn der deutschen Mitbewerber weitgehend verzichten will. Sehr interessant: Das ausgestellte 510-PS-Modell war mit einer Handschaltung ausgerüstet.

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Am Heck der Giulia gibt es einen großen Diffusor und vier Auspuffendrohre Foto: Alfa Romeo

Ab Frühjahr 2016

Mehr Details - auch zu den weiteren Motoren - gibt es bisher nicht. Vermutlich werden in den gewöhnlicheren Giulias Vierzylinder-Turbo-Benziner mit 1,4,1,8 Liter Hubraum zum Einsatz kommen, die zwischen 150 und 300 PS leisten könnten. Dazu werden sich Vier- und Sechszylinder-Diesel mit 2,2 und 3,0 Liter Hubraum und ähnlichen Leistungsdaten gesellen. Die komplette Bandbreite des neuen Alfa-Hoffnungsträgers wird erstmals auf der Frankfurter IAA (17. bis 27. September 2015) zu sehen sein. Die Markteinführung des neuen Alfa Romeo Giulia wird für Frühjahr 2016 erwartet. Eine Kombiversion wird folgen.