Rückblick: 25 Jahre Nissan 300 ZX Twin-Turbo

Als der Nissan 300 ZX Twin-Turbo vor 25 Jahren vom Band lief, hatte es der Japaner gegen die starke Konkurrenz aus Deutschland, Italien und den USA nicht leicht. Aber das war bald kein Thema mehr.

Nissan 300 ZX - Cover
Der 300 ZX musste sich hinter der Konkurrenz nicht verstecken Foto: Nissan
Nissan 300 ZX Twin-Turbo - Cover
In punkto Fahrleistungen konnte er mit Autos aus Maranello mithalten Foto: Nissan

Dass ein Land, in dem man höchstens 120 km/h fahren darf und ohnehin meiste Zeit im Stau steht, tatsächlich schnelle Autos bauen kann, das will die PS-Basis kaum glauben. Zumindest nicht, bis sich der Ferne Osten plötzlich aufmacht, es Ferrari & Co zu zeigen und die Überholspur zu erobern. Neben dem Toyota Supra, dem Honda NSX oder dem Mitsubishi 3000 GT ist es vor allem der Nissan 300 ZX Twin-Turbo, der die Schnellfahrer bei seinem Debüt vor 25 Jahren aufhorchen lässt.

Starke Leistung

Das Aufhorchen kann man durchaus wörtlich nehmen. Denn wenn man den 300 ZX anlässt, bricht ein Getöse los, wie man es den sonst so zurückhaltenden Japanern gar nicht zugetraut hätte. Einmal laut brüllend, einmal gierig kreischend, dreht der nagelneue V6-Motor auf und presst mit Hilfe der beiden Turbos 208 kW/283 PS und bis zu 375 Nm aus drei Litern Hubraum. Heute schafft das jede bessere Mittelklasse-Limousine. Aber zu Zeiten, in denen ein Porsche 911 auf 184 kW/250 PS kommt und einer Corvette 169 kW/230 PS reichen müssen, ist das eine lautstarke Kampfansage.

Erst recht, wenn der starke Motor mit einem neuartigen Fahrwerk kombiniert wird, bei dem zugunsten der Stabilität die Hinterräder minimal mitlenken. So ist der 1,7 Tonnen leichte Hecktriebler nicht nur auf der Geraden schnell, sprintet in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und muss bei 250 Sachen elektronisch eingebremst werden. Auch in Kurven lässt er sich von Porsche & Co nicht abhängen.

Rassiges Design und praktische Ausstattung

Und es ist nicht allein die aufwendige Technik, mit der Nissan punktet: Zum kräftigen Motor und dem ambitionierten Fahrwerk gibt es ein rassiges Design, das auch noch Platz für praktische Details lässt. Statt wie Porsche & Co ein Coupé und ein Cabrio zu entwickeln, haben die Japaner kurzerhand zwei herausnehmbare Kunststoffplatten ins Dach konstruiert und es mit diesem Targa-Konzept allen Kunden gleichermaßen recht gemacht.

Nissan 300 ZX bleibt Exot

Aber auch das kontinuierliche Engagement der Entwickler und ihre permanente Präsenz auf der Nordschleife des Nürburgrings hat den japanischen Sportwagen nicht vor seiner Nischenrolle bewahren können, klagt Experte Klaus Amann: "Im Heimatland von Porsche & Co gelten Sportwagen aus Fernost als Exoten - egal, wie gut sie sind." Obwohl ein Schnäppchen, bleiben die Verkaufszahlen hierzulande überschaubar.

Seltener Fahrspaß

Auf der einen Seite ärgert das Experten wie Amann. Doch es hat auch seine Vorteile. Denn obwohl der 300 ZX Twin Turbo mit einem Bestand von heute weniger als 500 Exemplaren seltener ist als jede Sonderserie aus Stuttgart, bleibt er halbwegs bezahlbar. Schon für 5.000 bis 10.000 Euro sind heute Autos zu bekommen, sagt er. Und mit ein bisschen Glück finde man auch eines, das nicht von einem damals jugendlichen Heißsporn, sondern von einem reifen Connaisseur gefahren wurde. Dann gibt es für ihn auch jetzt noch keinen besseren Sportwagen aus Europa. "Denn so viel Spaß für so wenig Geld bietet kein Porsche, kein Jaguar und erst recht kein Ferrari dieser Welt."

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