Werners Auto-Blog: Handy am Steuer - schräge Welt

Es ist klar, dass Telefonieren mit dem Handy im Auto ohne Freisprecheinrichtung mehr als plemplem und gefährlich ist. Warum darf ich aber das Handy laut Gesetz während der Fahrt mit einer Hand halten, es aber nicht ansehen oder darauf tippen? Wieso kann ich andererseits auf einem fest eingebauten Screen bis zur Bewusstlosigkeit herumfingern, ohne gestraft zu werden?

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Tippen am Handy: Bei Rot ist das erlaubt, bei Gelb verboten Foto: nd3000/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Jedoch: ein am gleichen Platz mit Halterung angebrachtes Smartphone-Display während der Fahrt mit den Pfoten zu berühren ist verboten? Das heißt: Es ist erlaubt (wenn man nicht abgelenkt wird) ungestraft am eingebauten Bildschirm zu navigieren, sich in Untermenüs zu verlustieren oder Stationstasten zu belegen. Das gleiche am Handy ist generell verboten.

Ganz nebenbei: Wir dürfen an einer roten Ampel offiziell am Handy nach Lust und Liebe werken. Bei Gelb ist dies strafbar! Auch im Stop-and-go ist das Telefonieren nicht erlaubt. Außer: Es handelt sich um einen "erheblichen" Stau – was bedeutet aber erheblich?

Sehr interessant auch folgender Gesetzestext: Fällt das Handy während der Fahrt runter, darf man es aufheben, wenn es zu keiner Blickabwendung kommt. Was im Grunde nicht möglich ist. Fazit: Es ist herzlich egal, ob ich mich vom Handy oder eingebauten Screen ablenken lasse. Nicht das Handy, sondern generell Bildschirme lenken uns ab! Also ist auch das Gesetz leicht plemplem ...

Werner Christl
Motor-Ressortleiter Werner Christl Foto: Weekend Magazin

Autos sind seine Leidenschaft. Diese hat Werner Christl, der studierter Pädagoge ist, zu seinem Beruf gemacht. In seinen Betrachtungen und Kommentaren widmet sich der langjährige Motor-Ressortleiter des Weekend Magazins den täglichen Herausforderungen im Leben eines Autofahrers.

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