Autotest: Škoda Octavia Scout 4x4 Beam me up Scouty!

Höher. Škodas Kombi mit 30 Millimetern Fahrwerk-"Upgrade" soll auch "upseits" der Straße eine gute Figur machen. Der Allrounder im Test:

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Optisch haben die Designer dem Octavia Scout (Combi) einige Kunststoff-Anbauteile mit auf den steinigen Weg gegeben. Foto: Weekend Magazin
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Unterfahrschutz trifft auf mehr Bodenfreiheit. Immerhin 30 Millimeter „Erhöhung“ verglichen mit dem „Combi“. Foto: Weekend Magazin
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Im Cockpit gibt es keine Experimente. Einfache Armaturen und ein schnell reagierender, riesiger Screen. Foto: Weekend Magazin
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Scout: Ein Auto, mit dem wir im Test sehr gerne gefahren sind und durchaus auch Fahrspaß verspürt haben. Foto: Weekend Magazin
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Foto: Weekend Magazin
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Foto: Weekend Magazin
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Foto: Weekend Magazin
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Foto: Weekend Magazin

Ein Scout ist in meiner Gedankenwelt ein Indianer, der eine Spur sucht und hält. Insofern passt die Bezeichnung Scout zum Octavia, da dieser ja mit Spurwechselassistent ausgerüstet ist. Zudem könnte man mit ihm dank Allrad und besserer Bodenfreiheit, notfalls auch in der leichteren Prärie Österreichs, sprich auf Feldwegen – reiten. Das soll aber nicht heißen, dass der Scout keine Offroad-Qualitäten hat. Er ist sicher kein Allrad-Cowboy fürs Grobe, aber immerhin gibt es um 30 Millimeter erhöhte Bodenfreiheit, Offroad-Modus sowie einen vergrößerten Böschungswinkel vorne und hinten. Die Ingenieure ­haben sogar an eine Abdeckung von einigen Unterbodenteilen gedacht, damit der Fahrzeugbauch nicht den Prärieboden aufwischt. Dazu kommt noch eine hydraulische Lamellenkupplung. Gesamt gesehen, ist aber der Škoda Scout in der Regel maximal als Teilzeit-Indianer im Einsatz. Der Alltag spielt sich eben auf befestigten Straßen ab.

Im Alltag

Mit dem hochbeinigen Kombi bekommt der Fahrer ein Auto in die Hand gedrückt, das erstaunlich viel Fahrkomfort bietet. Das Fahrwerk ist extrem gut ausgewogen und bietet überraschend hohen Abrollkomfort. Den etwas erhöhten Schwerpunkt, schluckt es brav weg. Insgesamt ist die im Testauto werkende Kombi aus 150 PS Diesel (1.968 cm3), DSG-7-Gang-Automatik und Allradantrieb sehr empfehlenswert. Dazu kommen 340 Newtonmeter Drehmoment.  Der Diesel arbeitet unauf­geregt und wirklich leise. Die Beschleunigungswerte (0 – 100 km/h in 8,4 Sekunden!) passen sowieso. Beim Verbrauch gibt Škoda im Schnitt fünf Liter an. Im Test lagen wir bei 6,5. Um über sieben zu kommen, ­bedarf es schon eines ner­vösen Gasfußes. Alternativ gibt es noch den Scout mit 184 PS (Diesel) und den 180 PS TSI (Benziner). Aber wie gesagt: Das getestete „Paket“ ist ein sehr gelungenes und schwer zu toppen.

Raumgefühl

Der Scout ist durchaus ein Langstreckenspezialist, da nicht nur die Passagiere im Kombi viel Platz finden, sondern auch 610 bis 1.740 Liter Ladegut  im Kofferraum verschwinden, aber das hätten wir von einem Kombi dieser Klasse sowieso erwartet. Das Cockpit selbst wirkt ­sicher nicht verspielt, sondern  geht als übersichtlich durch. Tacho und Co. gewinnen keine Innovationspreise, dafür arbeitet der Screen im Bereich der Mittelkonsole sehr schnell und passt optisch wunderbar zum Ambiente. Punkto ­Assistenten wird auch nicht gepatzt. Serienmäßig mit an Bord sind Distanzregelung, elektronische Differenzialsperre, Fahrprofilauswahl, oder die Multikollisionsbremse. Optional sind ­beispielsweise Parkassistent oder Spurwechselassistent erhältlich. Preislich beginnt die Scout-Fahrt bereits ab EUR 35.410,–. Das Testauto mit massiver Ausstattung kostet dann EUR 44.815,–. Der Octavia Scout bietet also ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, ist verglichen mit der Konkurrenz günstig, aber hat mit Ausstattung eben auch einen an­gemessenen Preis. Unterm Strich ein absolut empfehlenswertes Auto mit überschaubaren Erhaltungs­kosten. Ein Allrounder, der den Spagat zwischen Autobahn, Überland und Gatsch sehr gut schafft.

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