Skoda Octavia 4x4 Scout: Der Berg ruft!

Wie lässt sich ein blitzblauer Skoda Octavia 4x4 Scout auf dem schnellsten Weg grau einfärben? Man nimmt eben den schnellsten Weg zur nächsten Berghütte. Mit Allrad und Haldex-5-Kupplung kein Problem.

Škoda Octavia 4x4 Scout
Foto: Weekend Magazin

Frisch geputzt in Blitzblau steht er da, der neue Octavia Combi Scout. Etwas Mitleid habe ich schon, denn vor dem Kombi liegen grausliche Matsch-Sequenzen, "Latschen" (damit sind jene aus Wasser, aber auch die pflanzlichen gemeint), Dreck und scharfe Schottersteinchen. Der Pfad zur Berghütte ist eben für Pfadfinder gedacht. Wozu sollten denn auch der Unterfahrschutz, erhöhte Bodenfreiheit und vor allem der Allrad gut sein, wenn nicht für die Suche nach den schönsten Schlaglöchern.

Bodenhaftung garantiert

Das anfängliche Mitleid verflog relativ schnell, denn wir beide – der Scout und ich – hatten doch Spaß an der ­Arbeit. Natürlich ist der "Scout" kein Geländewagen, aber er macht seine Sache wirklich gut. Der Allrad kommt vom VW-Konzern. Eine Haldex-5-Kupplung, verteilt die Kraft automatisch zwischen Hinter- und Vorderrädern. Der Kunststoffschutz an den Kanten der Kotflügel lässt den bösen Steinchen keine Chance. Unser Testauto tut also nicht nur so, als könnte er auf holprigen Wegen Rad fassen. Bei niedrigen Geschwindigkeiten hilft übrigens auch das serienmäßige EDS (Differenzialsperre).

Škoda Octavia 4x4 Scout
610 Liter Ladevolumen können sich sehen lassen. Foto: Weekend Magazin

Normal unterwegs

Tatsächlich wird ein Octavia Scout wohl hauptsächlich auf "normalen" Straßen ­gefahren werden. Das Fahrwerk wirkt durchaus komfortabel und lässt ganz leicht eine gewisse Härte durchblitzen. Unser Bürschchen fährt sich überraschend gut! Dazu kommt noch das ­Doppelkupplungsgetriebe. Es schluckt die Gänge unmerklich, schnell und eben auch komfortabel.

Die Eckdaten

Die 184 PS des 2.0 TDI machen dem Allradler schon bei geringeren Drehzahlen Beine. Laut Werk sind es 5,1 Liter Diesel, die auf 100 Kilometer aus dem Tank verschwinden. Im Test lagen wir bei sieben Litern. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass im Hintergrund ein Allradantrieb werkt. Da hilft das Doppelkupplungsgetriebe sicher mit, den Verbrauch gering zu halten. Alternativ gibt es einen 150-PS-Diesel sowie den 180-PS-TSI-Benziner. Insgesamt passt aber der größere Selbstzünder am besten zum Auto. Die Bodenfreiheit ist um 31 Millimeter höher als bei einem herkömmlichen Octavia Combi. Insgesamt sind es 171 Millimeter. Im Kofferraum verschwinden bis zu 610 Liter – ein mehr als ordentlicher Wert. Bei umgelegter Rücksitzbank sind es sogar 1.782 Liter. Und wer öfter im Baumarkt einfällt, kann Latten mit fast drei Metern Länge mitnehmen.

Škoda Octavia 4x4 Scout
Ein sehr aufgeräumter Arbeitsplatz. Foto: Weekend Magazin

Zielgruppe

Man muss nicht unbedingt eine Berghütte besitzen, um mit dem Octavia Scout glücklich zu werden. Der Allradantrieb hilft auch im Schneegestöber auf der Autobahn, und etwas mehr Bodenfreiheit macht auch beim Wochenendausflug Sinn. Unser Test-Scout verspricht genau das, was er zu sein scheint. Kein Geländewagen, aber ein sparsamer Alleskönner mit viel Platz, ­sowie knackigem Fahrwerk. Der Startpreis fürs Testfahrzeug liegt bei 36.250 Euro. Mit Zusatzausstattung wie Abbiegelicht, Leder, Radio Navi, CANTON Sound oder Standheizung sind es dann 43.899 Euro.