Seat Leon Cupra jagt den Golf GTI mit 280 PS

Die Fans scharren schon aufgeregt mit den Hufen, doch sie müssen sich gedulden: Erst ab Mitte Februar ist der heißblütige Seat Leon Cupra bestellbar. Dafür aber dann in zwei Power-Stufen.

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Der 280-PS-Version ist unter anderem an schwarzen Spiegelkappen zu erkennen Foto: Seat

Erst auf dem Genfer Autosalon (6. bis 16. März 2014) gibts den Spanien-GTI erstmals zum Anfassen. Zu den Händlern kommt der Kompakt-Bolide kurz nach der Messe.

Erstmals Drei- und Fünftürer

Der Name Cupra ist eine Mischung aus "Cup" und "Racing" und wird nur vom jeweils stärksten Seat einer Baureihe getragen. Der erste Leon Cupra kam 1996 auf den Markt. Die nächste Auflage basiert auf dem 2012 erschienenen Leon und kann erstmals auch als Dreitürer bestellt werden. Und: Es gibt den Power-Seat nunmehr wahlweise mit 265 oder 280 PS. Die Kraft wird jeweils aus einem 2.0-TSI-Motor geholt. Die Vierzylinder-Turbomaschine stammt von der Konzernmutter VW und wird auch im Golf GTI eingesetzt, krallt dort aber nur mit 220 oder auf Wunsch auch 230 PS in den Asphalt. Zu den innovativen Technologien des Aggregates gehören ein duales Einspritzsystem, bei dem die Benzin-Direkteinspritzung im Teillastbereich durch eine Saugrohreinspritzung ergänzt wird, eine bedarfsgerechte Nockenwellenverstellung und ein variabler Ventilhub. Diese Maßnahmen zügeln den Durst: Die Verbräuche beziffert Seat für beide Leistungsstufen mit 6,4 Liter pro 100 Kilometer in Verbindung mit dem optionalen Sechsgang-DSG. Die Handschalter sollen 6,6 Liter brauchen.

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Der 300-km/h-Tacho ist nicht übertrieben, der Cupra schafft 250 km/h Foto: Seat

5,7 Sekunden auf Tempo 100

Schon auf dem Papier lassen die Fahrleistungen den Gasfuß zucken: Die stärkere Variante namens Cupra 280 sprintet mit dem DSG in 5,7 Sekunden auf Tempo 100, der Handschalter braucht 5,8 Sekunden. Das maximale Drehmoment von 350 Newtonmeter liegt zwischen 1.750 und 5.600 Touren an. Der Cupra mit 265 PS und ebenfalls 350 Newtonmeter ist einen Wimpernschlag langsamer: Mit DSG rennt er in 5,8 Sekunden auf 100, der Schalter braucht 5,9 Sekunden. Alle eint eine Spitze von abgeregelten 250 km/h. Die Werte dürften zum Bruderzwist mit dem Golf GTI führen: Dessen stärkste Ausbaustufe erreicht den dreistelligen Tachobereich erst nach 6,4 Sekunden.

Adaptives Fahrwerk und Differenzialsperre

Da sich Seat glücklicherweise aus den gut gefüllten Regalen des VW-Konzerns bedienen kann, ist jeder Cupra ab Werk auch fahrwerksseitig mit feinen technischen Leckerbissen bestückt. Dazu gehört die adaptive Fahrwerkssteuerung DCC ebenso wie eine Vorderachs-Differenzialsperre. Letztere arbeitet mit Lamellenpaketen, die hydraulisch betätigt und elektronisch gesteuert werden. In rasant angegangenen Kurven wird die Traktion verbessert, im Extremfall kann das gesamte Antriebsmoment zur Stabilisierung auf ein Rad geleitet werden. Ebenfalls serienmäßig an Bord ist eine Progressivlenkung, die das Handling verbessern soll: Der Steuermann kommt mit kleineren Lenkbewegungen aus und muss besonders in engen Kehren oder beim Einparken weniger oft umgreifen.

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Das Lenkrad wird vom Cupra-Logo geziert Foto: Seat

Comfort, Sport und Cupra

Und wie mittlerweile fast jeder Sportwagen bietet auch der Cupra ein Setup-System für Lenkung, Fahrwerk, Gasannahme und DSG. Per "Drive Profile"-Schalter kann neben den Modi "Comfort" und "Sport" auch die Wir-lassens-krachen-Stufe "Cupra" gewählt werden, die alle Komponenten in Richtung Extrem-Sport trimmt. Dann kommt auch ein Soundaktor zum Einsatz, der die Musik des Turbomotors nach innen leitet.

Cupra 280: Schwarze Spiegelkappen

Zum Sport-Dress des feurigen Löwen gehören große Lufteinlässe vorn und eine neue Heckschürze mit angedeutetem Diffusor. Zwei ovale Endrohre, 18-Zoll-Alus im Cupra-Design, rote Bremssättel und dunkle Fondscheiben verraten noch mehr vom Potenzial des Super-Seat. Der Cupra 280 ist darüber hinaus an 19-Zöllern in Titan-Lackierung und schwarzen Spiegelgehäusen zu erkennen. Gesteuert wird bei beiden mit einem Sportlenkrad, gesessen auf Sportgestühl und fürs Auge gibt es innen graues Alcantara mit weißen Nähten. Wer mag, kann auch einen schwarze Vollleder-Ausstattung mit ebenfalls weißen Nähten sowie Schalensitze bestellen.

Ab 30.810 Euro

Ohne Aufpreis werden Voll-LED-Scheinwerfer, LED-Heckleuchten und ein Multi-Media-System mit 5,8-Zoll-Touchscreen montiert. Der Preis für den Leon SC Cupra mit Sechsgang-Schaltung und 265 PS startet bei 30.810 Euro, der Fünftürer ist ab 31.310 Euro zu haben. Für jeweils 1.700 Euro mehr gibt es das DSG, für zusätzliche 1.300 Euro Aufpreis kann die 280-PS-Version mitgenommen werden.

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