Schon gefahren: Neuer Nissan Micra - Der mausert sich!

Vorbei sind die Zeiten der runden Micra-Mouse! Ab jetzt zeigt der Kleinwagen von Nissan Ecken und Kanten und soll in Europa das B-Segment aufmischen. Gelingen soll das mit einer Armada an Assistenzsystemen die so noch nicht in dieser Klasse Einzug gehalten haben, einem europatauglichen Design und einem sportlich-komfortablen Fahrwerk. Wir haben bereits Platz im neuen Micra genommen.

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Foto: Weekend Magazin/Steinberger
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In Europa, für Europa gebaut - die Verantwortlichen sprechen von einer Revolution. Im März 2017 steht die Neuauflage des neuen Micra abholbereit bei den Händlern, wir durften das Auto bei einer Testfahrt in Kroatien bereits jetzt ausführlich testen.

Design

Hier gehen die Japaner in die Vollen. Modern, sportlich aber auch elegant und durch und durch dem europäischen Geschmack angepasst. Bezeichnend ist, dass der neue Micra nicht in Japan auf den Markt kommen wird. Von vorne bis hinten ist alles neu. Eine dynamische Front mit LED-Lichtern begrüßt den geneigten Micra Käufer. Nach hinten verlauft das Dach coupéartig in ein ansehnliches Heck. Es erinnert wirklich gar nichts an die runde Form des alten Micra. Eine weitere Besonderheit: Die hinteren Türgriffe sind neben der Scheibe eingelassen, so wirkt das Auto nochmal etwas sportlicher. Wer jetzt hier an eine Verwandtschaft zum Renault Clio denkt, wird eines besseren belehrt. Obwohl Renault und Nissan seit einiger Zeit kooperieren, steht der neue Micra auf der hauseigenen Plattform von Nissan und teilt sich nur wenig mit dem Konkurrenten aus Frankreich. Mit knapp vier Meter Länge ist der neue Micra definitiv im B-Segment angekommen und konkurriert mit prominenten Mitstreitern wie VW Polo, Ford Fiesta und Opel Corsa. 

Technik

Nissan hat tief in die neueste Trickkiste gegriffen und technologisch alles in den Micra reingepackt, was geht und was in dieser Klasse nicht selbstverständlich ist. Aber zuerst zum Antrieb. Ab Start stehen zwei 90 PS-Motoren zur Auswahl. Einerseits ein 0,9 Liter Dreizylinder Benziner mit Turbo und andererseits ein 1,5 Liter dCi Selbstzünder. Im April folgt dann ein 1,0 Benziner mit 73 Pferdestärken. Nissan rechnet damit, dass dieser Motor der meistverkaufte sein wird. Bei unseren Testfahrten konnten wir die beiden stärkeren Aggregate testen. Der 90 PS-Benziner ist dank Turbo sehr spritzig, mag es aber deswegen aber auch eher hochtourig. Das wirkt sich langfristig auf den Verbrauch aus. Die von Nissan angegegebenen 4,4 Liter kombiniert werden da nicht zu schaffen sein. Nach unserer ersten längeren Testfahrt standen rund 6,5 Liter auf dem Display. Ein akzeptabler Wert. Der Diesel ist ein durchzugsstarkes Aggregat welches klassenüblich im Verbrauch ist. Kombiniert sollen es 3,2 Liter sein. Beim Getriebe hat man vorerst keine Wahlmöglichkeit - es gibt nur 5-Gang manuell. Ein Automatikgetriebe soll später kommen. Hier ein Wunsch an Nissan: Bitte das Doppelkupplungsgetriebe von Kooperationspartner Renault verwenden und nicht das CVT-„Gummibandgetriebe“. Fahrassistenz wird bei Nissan auch im Micra groß geschrieben. Bekannt aus den größeren Brüdern Juke, Qashqai und X-Trail ist die 360-Grad Kamera, die eine Rundumsicht aufs Display zaubert. Gerade in dieser Klasse ist das eine Wohltat. Soll doch der Micra vor allem in der Stadt wildern. Mit der Kamera schafft es der Fahrer in die engste Parklücke. Auch sonst ist vieles drin: Intelligenter Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, Spurhalteassistent mit korrigierendem Eingriff, Verkehrszeichenassistent, Fernlichassistent und Totwinkelassistent. Fürs B-Segment wirklich ordentlich und gepaart mit dem sportlich ausgewogenen Fahrwerk macht die Ausfahrt über die kroatischen Küstenstraßen wirklich Spaß. In den Kurven stets stabil und zügig zu bewegen und auf den manchmal etwas holprigen Balkanstraßen trotzdem komfortabel - so geht Fahrwerk 2017.

Interieur

Draußen eine Augenweide, die Technik passt aber wie siehts drinnen aus? Auch hier ein sehr positives Erlebnis. Das Cockpit des Micra ist aufgeräumt und stylish. Zwischen den Tachos prangt ein 5-Zoll Multifunktionsdisplay. In der Mittelkonsole findet sich das Infotainment System mit 7-Zoll Touchmonitor und Navi. Die verwendeten Materialien wirken sehr edel und die Zeit des Hartplastiks ist definitiv vorbei. Viele weiche Flächen und ein bunter Farbenmix (wenn man es will) machen das Cockpit zu einem wirklich angenehmen Ort. Wer es besonders edel will, lässt sich in der Top-Ausstattung „Tekna“ die Mittelkonsole mit Leder bespannen. Aus einer Zusammenarbeit mit den Audiospezialisten von Bose ist ein tolles Soundsystem entsprungen. Ungewöhnlich ist der Lautsprecher in der Kopfstütze des Fahrersitzes. Der soll einen Surround-Effekt erzeugen. Wir fanden den Sound wirklich klasse, noch dazu lässt sich das System stark personalisieren. Zwei kleine Kritikpunkte sind die fehlende Unterstützung von Android Auto (Apple Car Play ist möglich) und die Wahl des Kartenmaterials am Navi. Auch die Anweisungen der netten Dame kommen oft etwas spät was vor allem in einem fremden Land zu ungewollten Ausflügen führen kann. Nissan verspricht aber daran zu arbeiten und für Anfang 2018 soll es ein Update geben, welches diese Kritikpunkte beseitigen soll. Platztechnisch ist vor allem auf den Vordersitzen alles in Ordnung, hinten geht es dann aber eher kuschelig zu, und ob der leichten Coupé-Form ist auch der Kopf schnell mal am Limit angelangt. Im Kofferraum finden 300 Liter Platz, bei umgeklappten Sitzen sind es knapp über 1.000 Liter.

Fazit und Preis

Nissan überrascht mit dem neuen Micra wirklich auf ganzer Linie. Ein solider „B-Segmentler“ der mit seinen Technologien und Individualisierungsmöglichkeiten (Außenfarbe, Außendesign, Cockpitdesign, usw...) definitiv seine Freunde finden wird. Ein ausgewogenes Fahrwerk trifft auf solide und sparsame Motoren, dazu gibt es im Innenraum moderne Technologien und Fahrassistenzsysteme die nicht klassenüblich sind und vor allem im Bezug auf Sicherheit eine große Verbesserung darstellen. Los geht es beim Micra mit 12.605.- Euro (1,0 Benzin 73 PS, Visia). Das Topmodell „Tekna“ ist ab 20.129.- Euro zu haben und bietet die Vollausstattung mit allen Assistenten sowie dem BOSE Soundsystem. 

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