Renault Alpine: Der schnellste Alpinist der Welt

Bei manchen Neuwagen muss man in die Geschichte gehen um zu verstehen, was dahinter steckt. Bei der Neuauflage des Renault Alpine etwa, ist ein rasanter, ultraflacher und unglaublich schneller Schwenk in die glorreichen Historie unbedingt angesagt.

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Der "Neue" trägt unverkennbar die klassische Linie des Renault Alpine A110 zur Schau. Foto: Hersteller
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Der "Neue" trägt unverkennbar die klassische Linie des Renault Alpine A110 zur Schau. Foto: Hersteller

Kennen Sie Jean Rédélé? Er war mit 24 Jahren der jüngste Renault-Vertreter Frankreichs, obwohl sein beruflicher Herzenswunsch eigentlich Beamter gewesen wäre. Dennoch übernahm er 1946 den Renault-Stützpunkt seiner Familie. Der sanfte Druck des Vaters sollte in die Geschichte eingehen. Rédélé begann auf Basis des Renault 4CV Rennen zu fahren, und wurde 1952 sogar Dritter bei der „Tour de France“, allerdings für jene mit vier Rädern. Auf Basis des 4CV – einem biederen Kleinwagen – begann er den ersten Rennwagen zu bauen: den Alpine 106. Der Rest ist Geschichte. Nach und nach erreichten Alpine-Modelle Spitzenplätze auf den Rennstrecken und Rallyepisten dieser Welt. Das blieb auch Renault nicht verborgen und so legten die Franzosen 1968 alle Motorsportaktivitäten als Imagebooster in die Hände Jean Rédélés. 1973 übernahm Renault die Aktienmehrheit. Der Renault Alpine A 110, gebaut von 1961 bis 1977 wurde zur Ikone. 2012 bauten die Franzosen daher einen Sportwagenprototyp als Reminiszenz an die Flunder, und damit beginnt eine Wiederauferstehung einer Legende.

 

Ultraflach und trotzdem komfortabel?

Dieses blechgewordene Denkmal an den Rennsport geht 2017 in Serie und lässt die alten Werte der Marke wieder aufleben. Konsequenter Leichtbau, extrem flache Bauweise und genügend Leistung, das sind die Ingredienzien für einen Supersportwagen. Renault Design Boss Antony Villain hat damit ein echtes Kunstwerk geschaffen. Renault macht das nicht ohne Kalkül, glaubt man den Prognosen der Automobil-Wissenschaftler, so wird der Markt für Sportwagen bis 2020 um 50% wachsen und die Marke will gerüstet sein. Mit 300 PS etwa, die den Sportwagen jenseits der 250 km/h Marke bugsieren werden. Die Alpine-Fangemeinde fiebert dem Release entgegen, schließlich mussten die Enthusiasten seit 1995 auf einen neuen Alpine warten. Und sie erwarten sich alte Alpine-Werte, wie Komfort. Auch wenn es für flache Flundern, wie es Alpines schon immer waren, unwahrscheinlich klingt, waren die Sportler relativ komfortabel. Damit hoben sich Renault Alpines schon immer gegen die ohnehin geringe Konkurrenz an reinen Spaßsportlern wie den Lotus Elise ab. Ob es Zufall ist, dass Renault ausgerechnet nach der Übernahme des Lotus F1-Team den neuen Alpine präsentiert?  

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