Renault 16: Der Philosoph und das 16er Blech

Er passt zu Jean-Paul Sartre, zu mit Gitanes-Qualm verrauchten Pariser Denkzirkel, zur „Architektur des Wissens“ von Michel Foucault – einer Mischung aus intellektuellen Touch und progressivem Denken: der Renault 16.

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Extrem variabel setzte der R16 schon vor 50 Jahren einen Benchmark. Foto: Hersteller
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Die erste Schräghecklimousine in der gehobenen Mittelklasse. Foto: Hersteller
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Auto des Jahres 1966, hier in einer Version von 1974. Foto: Hersteller

„Zweifellos ist der Renault 16 das intelligenteste Auto dem ich je begegnet bin“. Dieser Satz stammt von niemand geringeren als dem ehemaligen britischen Formel-1-Plioten Sterling Moss. Dass sah wohl auch die europäische Motorjournalistenzunft so und wählte man den Renault 16 zum „Auto des Jahres 1966“. Was vor 50 Jahren revolutionär und intelligent erschien, setzt bis heute noch Maßstäbe. Die Konkurrenz sah plötzlich ganz alt aus. Mitte der 60er Jahre dominierten immer noch barocke Formen das Automobildesign. Dem Renault hingegen sieht man sein halbes Jahrhundert am Buckel bis heute nicht an.

 

Die Urmutter aller Schräghecklimousinen.

Noch genialer als das progressive Äußere des 16er ist das Innenleben. Ganz ohne Werkzeug lässt sich dieser in fast jede erdenkliche Position bringen. Variabilität war bis dahin kein Thema, der R16 hat´s quasi erfunden. Erstmals in der Automobilgeschichte wurde eine Schräghecklimousine in der gehobenen Mittelklasse angeboten. Eben jenes Schrägheck machte aus dem Renault 16 ein Platzwunder. Bis zu 1.600 Litern Stauraum bei gerade einmal 4 Meter 20 Länge ist bis heute ein ewiger Benchmark. Über 1,8 Millionen Käufer fanden das Konzept „tres bien“ und so blieb das Auto 15 Jahre lang im Programm. 1980 fast zeitgleich mit Jean-Paul Sartres Tod wurde auch der „Philosoph-Professor“ unter den Autos zu Grabe getragen.

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