RAViniertes SUV

Bieder war einmal. Der neue RAV4 bietet nicht nur raffinierte Features wie einen Rückspiegel mit eingebautem Bildschirm oder feine Hybridtechnik. Vor allem wirkt der Neue optisch sportlicher und erinnert leicht an Konzernbruder Lexus.

RAV4 Toyota
Der Hybrid lässt sich überraschend flott beschleunigen. Die Kombi aus 2,5-Liter-Benziner und E-Motor macht's möglich. Foto: Weekend Magazin/Werner Christl
RAV4 Toyota
Der Toyota RAV4 2.5 2WD HSD Foto: Weekend Magazin/Werner Christl
RAV4 Toyota
Im EV-Modus (rein elektrisch) schaffte der Hybrid im Test je nach Fahrweise und Steigung eine Geschwindigkeit von 55 bis 70 km/h. Foto: Weekend Magazin/Werner Christl
RAV4 Toyota
Der Rückspiegel als Bildschirm? Gute Idee! So wird die C-Säule ausgeblendet, und der Blick nach hinten wird frei. Ein Knopfdruck, und schon verwandelt sich der Screen wieder in einen Spiegel. Foto: Weekend Magazin/Werner Christl

Wenn fast 20 Jahre alte RAV4-SUVs noch immer auf unseren Straßen herumgurken, sagt das schon einiges über ein Auto aus. Als standhaft und problemlos gelten die Japaner. Seit dem Start 1994 hat sich aber brutal viel getan. Der Neue ist rein optisch ein Quantensprung. Aus dem braven RAV4 ist ein kantiger, fast sportlich wirkender Dynamiker geworden. Einen Diesel gibt es in der fünften Generation nicht mehr. Dafür einen Hybrid mit 2WD oder Allrad sowie einen reinen Benziner. Beim Fahren fällt gleich auf, dass das Fahrwerk zwar auf Komfort getrimmt ist, aber keine zu großen Schwankbewegungen aufkommen. Der Motor, ein 131-PS-Benziner, der mit dem E-Motor (120 PS) gemeinsame Sache macht (218 PS Systemleistung), passt super zum SUV. Viel Kraft, die da auf die Vorderräder wirkt. Der zu beherzte Tritt aufs Hybrid-Gaspedal wird mit durchdrehenden Rädern belohnt. Das fällt allerdings bei der Allradversion weg. Auffällig: Es stehen 2,5 Liter Hubraum zur Verfügung! In Zeiten von Downsizing eine Wohltat. Vor allem deshalb, weil der Hybrider trotz großer Häferl laut Toyota mit 4,7 Liter über die Runden kommt. Im Test lagen wir im Schnitt bei 6,3. Auf Autobahnen bei 140 km/h ist es natürlich einiges mehr, aber in der Stadt waren es im Gegenzug zum Teil sogar wirklich 4,7 Liter. Die Werte passen also absolut für ein doch relativ großes SUV. Das eingebaute CVT-Getriebe ist für diese Art der Automatik gut gelungen. Natürlich heult beim Beschleunigen der Motor auf, aber nicht störend. Da hatten wir in der Vergangenheit viel auffälligere CVT-Heuler. Also wurde auch auch im Bereich der Lärmdämmung ein Fortschritt erzielt.

Drinnen im Hybrid

Viel Platz gibt es im Innenraum, nachdem der Radstand verlängert wurde. Die Länge ist in etwa gleich geblieben. Kopf- und Beinfreiheit sind vorne und hinten vorbildlich. Auch im Cockpit wurde aufgeholt. Zwar fehlt noch das gewisse Etwas, aber der Materialmix und vor allem die Übersichtlichkeit sind mehr als gelungen. Der große Bildschirm im Bereich der Mittelkonsole lässt sich gut bedienen, wirkt aber irgendwie nicht unbedingt topmodern. Auch die Auflösung der Rückfahrkamera könnte eine Spur besser sein. Gut gefallen haben uns die sehr großen Klimaknöpfe im Reifenlook! Und: Zu haben ist ein kleiner Monitor im Rückspiegel, der die Sicht nach hinten bei vollem Kofferraum erleichtert, und zudem werden die störenden C-Säulen "weggeblendet". Die Konkurrenz ist ganz klar in der Klasse VW Tiguan ausgemacht. Wobei der RAV4 eine Spur länger ist als der Tiguan. Preislich startet der RAV4 bei EUR 32.990,- als Benziner. Den Hybrid gibt es ab EUR 36.890,-.

Fazit

Dass die Japaner dem Diesel einen Tritt verpasst haben, ist nachvollziehbar. Man hat ja eine ausgefeilte Hybridtechnik in der Hand, die nicht nur in der Stadt den Selbstzünder absolut obsolet macht.

Toyota RAV4 2.5 2WD HSD

  • Leistung: 218 PS Systemleistung
  • Testverbrauch: 6,3 Liter
  • Motor: Benzin-Hybrid/2,5 Liter/Vierzylinder
  • Kofferraum: 580 bis 1.690 Liter
  • 0 - 100 km/h: 8,4 Sekunden

Mehr zum Thema: