Premiere: Nissan Leaf - Be Leaf

In einer Schlaraffenstadt für E-Autos in Norwegen, wurde der Leaf der Autowelt vorgestellt. Ein E-Auto mit nur einem Pedal, erstaunlicher Reichweite und einem wirklich gefälligen Outfit.

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In der Länge leicht gewachsen - sehr viel Platz - optisch meilenweit vom Vorgänger entfernt. Der neue Leaf wirkt nun viel dynamischer und reifer. Foto: Hersteller und Werner Christl
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Foto: Hersteller und Werner Christl
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Die Premiere in Oslo vor hunderten Fachjournalisten. Foto: Werner Christl
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Cockpit - wird den Europäern gefallen! Foto: Hersteller und Werner Christl
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Angesteckt wird vorne - ist in der Regel auch praktischer! Foto: Hersteller und Werner Christl
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Viele neue Assistenten... Foto: Hersteller und Werner Christl
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Foto: Hersteller und Werner Christl
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e-Pedal Foto: Hersteller und Werner Christl
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Foto: Hersteller und Werner Christl
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Auch das Heck hat dazu gewonnen! Foto: Hersteller und Werner Christl
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Foto: Hersteller und Werner Christl
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Foto: Hersteller und Werner Christl
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Foto: Hersteller und Werner Christl
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Foto: Hersteller und Werner Christl
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Foto: Hersteller und Werner Christl
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Foto: Hersteller und Werner Christl
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Foto: Hersteller und Werner Christl
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Foto: Hersteller und Werner Christl

In Oslo – wo sonst – wurde der neue Nissan Leaf der Presse vorgestellt. Dort, wo wahrscheinlich mehr E-Autos durch die Stadt düsen als in ganz Österreich zusammen. Ein Schlaraffenland für einen Nissan Leaf, der jetzt eine Reichweite von 378 Kilometern schaffen soll. Ob er dies auch im Alltag erreicht, werden die ersten Tests zeigen. Jedenfalls ist der Wert in dieser Fahrzeugklasse eine Kampfansage – ein Renault Zoe ist fast einen halben Meter kürzer.

Ein Punkt, über den die Welt noch eine Weile sprechen wird, ist das e-Pedal. Die Betonung liegt auf „ein“! Der Leaf braucht nur ein Pedal für das Bremsen und Gas geben. Klingt auf den ersten Blick komisch, es war aber zu erwarten, dass so etwas im Nissan kommt. Immerhin gibt es schon länger E-Autos, die leicht bremsen, wenn der Fahrer vom Gas- bzw- Elektropedal geht. Zur Beruhigung – ein „Reserve-Bremspedal“ ist ohnehin vorhanden. Einen klugen Weg gehen die Japaner auch dadurch, indem sie die Steckdose praktisch in der Motorhaube installiert haben. Schließlich hängen Heimsteckdosen eher „vorne“ an der Wand in der Garage und auch sonst hat der E-Auto-Fahrer eben eher die Stromnase vorne.

Die nackten Zahlen. 150 PS stark ist er, der Leaf.  4,5 Meter lang (etwas länger als das Vorgängermodell), Kofferraumvolumen 435 Liter, Leergewicht 1.530 kg, Höchstgeschwindigkeit 144 km/h und als Speicher fungiert eine 40 kWh Lithium-Ionen-Batterie. Auch in Sachen Sicherheit hat sich Einiges getan. Der Elektro-Nissan hat viele  Assistenten zu bieten: Geschwindigkeitsregelanlage und Geschwindigkeitsbegrenzer (Speed Limiter) – „intelligenter“ autonomer Notbrems-Assistent mit Fußgängererkennung – Spurhalte-Assistent aktiv mit korrigierendem Bremseingriff – Totwinkel-Assistent – Querverkehrs-Warner – Verkehrszeichenerkennung – intelligenter Fernlicht-Assistent – autonomer Stau-Assistent mit Stop-&-Go-Funktion – autonomer Lenk-Assistent für selbstständiges Spurhalten – Adaptiver Geschwindigkeits- und Abstands-Assistent. Nissan nennt sein Assistentenpaket „Pro-Pilot“.

Volle Ladung. In der Regel sind es an der normalen Haushaltssteckdose 16 Stunden – dann ist der Leaf voll bis obenhin. Mit 22 kW geht es schon in acht Stunden und bei einer Schnellladestation steht der Leaf-Fahrer 20 Minuten und schon in der Akku zu 80 Prozent geladen. Dabei darf man nicht vergessen, dass der Leaf natürlich auch eine überdurchschnittliche Reichweite von (im besten Fall) 378 Kilometern hat. In den „Akku“ muss ja auch mehr „Strom“ als bisher hineingepresst werden – das dauert eben etwas lännicht der Fall ist, aber sich laut Nissan bald ändern soll, denn...

Schneller Laden. Nissan will bis 2019 mächtig Geld in die Schnelllade-Infrastruktur in Europa investieren. Bis zu diesem Zeitpunkt möchte man zusätzliche 5.600 Ladestationen installieren. Das zeigt nicht nur, wie wichtig es Nissan mit der E-Mobilität nimmt, sondern auch, dass man sich von der E-Mobilität viel erwartet. Wie es funktioniert, sieht der Elektroautofahrer in Oslo: In der norwegischen Hauptstadt gibt es derzeit 1.200 Ladestationen für Elektroautos! Und an diesen kann jeder kostenlos Strom tanken, Elektroautos dürfen außerdem ohne Gebühren parken! Zudem sind 39 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge „elektrisch“. Obendrauf gibt es noch Steuerzuckerl. Das soll aber noch nicht reichen. Während wir in Österreich über den Ausbau der Elektroinfrastruktur nachdenken, zünden die Norweger schon die Stufe zwei: Die Zahl der Lademöglichkeiten soll in die Höhe geschraubt werden.

Innen im Leaf. Grundsätzlich verfügt der Leaf über ein sehr gut gelungenes Cockpit mit einem sehr großen 7-Zoll-Schirm, dazu sehr gute Platzverhältnisse. Apple Carplay und Android Auto sind natürlich mit an Bord. Eigentlich ein Arbeitsplatz, der dem europäischen Geschmack trifft. Für Fahrspaß sollen 320 Newtonmeter Drehmoment sorgen. Der 2010 gestartete Leaf war übrigens nicht der erste Nissan mit Elektroantrieb: Schon 1947 gab es den Tama, eine Art Klein-LKW-Van, der schon damals mit einem Elektromotor angetrieben wurde. Zurück in die Zukunft: heute sind bereits 300.000 elektrische Nissans weltweit auf den Straßen unterwegs. Ein Viertel aller verkauften E-Autos haben das Logo des japanischen Fahrzeugherstellers auf dem Kühlergrill, oder besser gesagt: In dem Bereich, wo bei Benzinern und Dieseln ein solcher notwendig ist. Der Preis bleibt gleich.

 

 

Preis: Für den Nissan Leaf 2.ZERO Edition hat die japanische Marke ein Vorverkaufsangebot geschnürt. Die limitierte Sonderedition ist ab sofort zu einer monatlichen Rate ab 225 Euro bestellbar. Der Kaufpreis für den Leaf 2.ZERO Edition beträgt 34.990 Euro. Unter Berücksichtigung des E-Mobilitätsbonus von 4.300 Euro ergibt sich ein Preis von 30.690 Euro. Die ersten Fahrzeuge rollen Anfang 2018 zu den österreichischen Kunden.

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