Peugeot RCZ R: Das Renn-Baguette mit 270 PS im Weekend Magazin Test

Die letzte Evolutionsstufe des in Österreich produzierten RCZ ist mit 270 PS das stärkste Serienmodell, das Peugeot bisher auf den Markt gebracht hat. Der aufgebla­sene 1,6 Twin-Scroll-Turbo macht dem RCZ R Beine oder eben Räder.

Peugeot RCZ R
250 km/h Spitze und von 0 auf 100 Sachen in 5,9 Sekunden. Foto: Weekend Magazin

Wie kitzelt man ­eigentlich aus ­einem kleinen 1,6-Liter-Motor 270 PS heraus? Nur damit wir uns verstehen – ich hatte einmal ­einen 1,6-Liter-Käfer mit 50 PS! Downsizing 2014 bedeutet eben runter mit dem Hubraum und rauf mit den Pferdestärken. In diesen Fall wurde das bisher stärkste RCZ-Modell mit zusätzlichen 70 PS ausgestattet. Und die hinterlassen einen ordentlichen Ab- bzw. Eindruck am Asphalt. In nur 5,9 Sekunden schummelt sich die Tachonadel am Hunderter vorbei, um erst bei 250 den Dienst zu quittieren. Der RCZ R tut also nicht nur so als wäre er ein Sportler, er ist ganz einfach einer.

Peugeot RCZ R
Mit 270 PS darf man auch ein wenig protzen – der Heckspoiler ist eines der Merkmale des RCZ R. Foto: Weekend Magazin

Im Schalensitz

Auch im Cockpit wirkt Frankreichs schnellstes Baguette, als würde der Fahrer jeden Tag über den Spielbergring in die Arbeit fahren. Schöne Schalensitze mit Nappaleder erlauben eine extrem tiefe Sitz­position, sind absolut komfortabel – und das Lenkrad verdient zu Recht das Attribut „klein“. Auch der Schaltknüppel geht als sportlich durch – Aluminium mit ­roter Applikation. Die rote Farbe zieht sich übrigens durch den gesamten Innenraum. Platzorgien sind zwar nicht möglich, aber wer möchte schon einen Sportler in Van-Form mit Schiebe­türe. Und: Immerhin verkraftet der Franzose bis zu vier Personen.

Peugeot RCZ R
Schalensitze, sportlicher Schaltknauf und trotzdem Platz für vier Personen. Foto: Peugeot

Das Fahren

Der aufgebla­sene 1,6 Twin-Scroll-Turbo macht dem RCZ R Beine oder eben Räder. Gute 330 Newtonmeter Drehmoment drücken auf die Vorderachse. Unglaublich, was so ein kleiner Motor leisten kann, und noch dazu mit gutem Sound. Auch die Bremsen greifen gut passend. Insgesamt lag unser Testauto satt auf der Fahrbahn, wobei sich der Frontantrieb nicht sonderlich negativ bemerkbar machte. Gute Traktion – da wird nicht genörgelt. Auch beim Sound gibt sich unser Renn-Baguette stürmisch, denn den Endrohren wird leicht knurrendes Röhren entlockt. Gebaut wird das böse Teil, wie schon die „kleineren“ RCZ in Österreich bei ­Magna in Graz.

Peugeot RCZ R
Nett, wenn die roten Bremssättel giftig hervorlachen. Foto: Weekend Magazin

Außenansicht

Optisch hat sich der RCZ seit dem Start vor vier Jahren kaum verändert – das Design wirkt extrem zeitlos. Dass es sich hier um die schärfste Version der Modellreihe handelt, merkt man äußerlich vor allem durch die aggressiven 19- Zöller und den Spoiler am Heck. Die rote Farbe gilt ebenfalls als Erkennungs­zeichen. Zu haben ist unser Sport-Baguette ab solide EUR 43.700,–. Da müssen andere Konkurrenten schauen, wie sie da mithalten können. Wie lautet das Urteil? Der RCZ R schafft mit seinen 270 PS den Übergang zu einem echten Renner. Fahrspaß trifft auf spannendes, zeitloses Design, das hin und wieder polarisiert und damit den Franzosen wiederum interessant macht. Es gibt scharfe Modelle von diversen Herstellern, die einfach den Motor aufblasen, etwas dickere Reifen aufziehen, um dann mit gif­tigem Lack auf Konsumentenfang gehen. Beim RCZ R ist das nicht der Fall – man hat gut Hand angelegt und einen echten spannenden Sportler geschaffen.