Peugeot 208 GT-Line im Test: Blauer "Vampir"

Von letschertem Design kann hier nicht die Rede sein. Der neue 208 mit seinen im Bereich der Frontscheinwerfer angebrachten "Vampir-Fangzähnen" fällt im Straßenverkehr mehr auf als Herr Dracula himself.

Peugeot 208 GT-Line
Kennzeichen des neuen 208 sind die Fangzähne im Bererich der Scheinwerfer. Der Kleine schafft eine Spitze von 208 km/h! Foto: Werner Christl
Peugeot 208 GT-Line
Unter der Motorhaube werkt ein kleiner, aber flotter Dreizylinder Foto: Werner Christl
Peugeot 208 GT-Line
Heckspoiler trifft auf fette C-Säule und sehr sportliches Design Foto: Werner Christl
Peugeot 208 GT-Line
Foto: Werner Christl
Peugeot 208 GT-Line
Foto: Werner Christl

Geknebelt durch Vorschriften, Gesetze, Spritsparvorgaben, Umfragen und andere Dinge, hat man es heute als Autodesigner nicht leicht. So manches Design ist so fad und letschert wie ein in Wasser getauchtes, mehrere Wochen altes Baguette. Der neue 208 kommt im Gegensatz dazu mit knusprig frischem Design daher. Da verzeihen wir auch die fetten C-Säulen, die die Sicht nach hinten ziemlich erschweren. Die getestete GT-Line im fetzigen Blau mit sportlichen Alufelgen trägt nicht nur äußerlich dick auf. Auch im Innenraum ist man kilometerweit vom Kleinwagenklassedesign entfernt (GT-Line). Da wirkt nix billig, extrem mutiges Design und spannende Materialkombinationen. Das i-Cockpit ist ausgestattet mit den praktischen "Klaviertasten" und dem Minilenkrad, das beim 208 ein bisschen die Sicht auf das i-Cockpit erschwert. Letzteres ist in 3D – dabei werden Infos auf zwei Ebenen eingeblendet, was wirklich cool aussieht. Nur die Klimaanlage ist eine Fingerübung, weil sie nur via Screen eingestellt werden kann.

Lustige Ausfahrt

In unserer blauen Kampfgelse werkte natürlich kein riesiger V8, sondern ein vernünftiger Dreizylinder mit 130 PS. Dieser lässt Fahrspaß aufkommen! Das Fahrwerk ist ausgewogen und verträgt auch sehr schnelle Kurven. Nicht zu sportlich, aber auch keinesfalls zu "schwach". Dazu kommt der 1,2-Liter-Benziner, der mit durchaus knurrigem Sound ausgestattet ist. Zwar ein Dreizylindersound, aber der klingt sehr sportlich. Zusammen mit dem 8-Gang-Automatikgetriebe ein gutes, sportliches Package. Den Sprint auf 100 km/h schafft der Kleine in immerhin 8,7 Sekunden. Beim Verbrauch glaubt Peugeot an 4,4 Liter. Im Test lagen wir bei niedrigen Temperaturen um die 6,5 Liter. Dass auf vier Metern Länge keine Platzwunder zu erwarten sind, ist klar. Aber Front- und Heckpassagiere haben genug Platz. Im Kofferraum muss man sich mit 265 Litern Volumen zufriedengeben. Den 208 gibt es auch als Elektroversion mit 136 PS und einer Reichweite zwischen 260 und 300 Kilometern. Zudem eine Dieselversion und weitere kleinere Benziner. Preislich startet der 208 ab 15.800 Euro (75 PS). Das Testauto in der GT-Line und damit praktisch voll ausgestattet liegt bei 26.500 Euro. Die E-Version liegt preislich klarerweise höher und ist erst ab 31.900 Euro zu haben.

Peugeot 208 GT-Line

  • Leistung: 130 PS
  • Testverbrauch: 6,5 Liter
  • Motor: Dreizylinder Benziner
  • Kofferraum: 265 bis 309 Liter
  • 0 – 100 km/h: 8,7 Sekunden

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