Opel im Blitz-Licht

Seit über einem Jahrhundert produziert Opel Autos – das Logo mit dem berühmten Blitz kennt jeder. Die lange Geschichte des Unternehmens ist zudem eine Verpflichtung für die Zukunft. Das weiß man auch bei Opel.

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Der Lutzmann war im Jahr 1899 das erste von Opel produzierte Fahrzeug. Foto: Opel
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Der Opel Rekord war eines der Erfolgsmodelle aus der Nachkriegszeit. Foto: Opel Günther
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Seit 1991 startet Opel in der Kompaktklasse mit dem Astra durch – eines der zentralen Modelle der Firmengeschichte. Foto: Opel
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Der Grandland X ist eines der neuen Modelle aus dem Hause Opel. Mit ihm bedient Opel das boomende SUV-Segment. Foto: Opel
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Opel Crossland. Foto: Opel
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Opel Combo Life. Foto: Opel
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Der neue Corsa GSi ist eine der Neuheiten aus dem Jahr 2018. Der 1,4-Liter-Turbo soll vor allem für Fahrspaß sorgen. Foto: Opel
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Im Tourenwagen-Sport ist Opel seit Langem vertreten. Hier im Bild: Der Astra aus der ADAC-Tourenwagen-Meisterschaft. Foto: Opel
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Der „GT X Experimental“ ist die Basis für künftige Modelle. Foto: Opel
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Der Ampera-E ist das erste vollelektrische Modell Opels. Foto: Opel
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Ab kommendem Winter soll Opels erstes vollständiges Elektro-Auto Ampera-E auch in Österreich erhältlich sein. Foto: Opel

Sportlich wie der Calibra, kultig wie der Manta, massentauglich wie der Kadett, elegant wie der Omega, verlässlich wie der Astra und geräumig wie Grandland und Crossland: Die Marke Opel hatte in ­ihrer langen und illustren Geschichte für jeden Geschmack etwas zu bieten. Dabei hat Firmengründer Adam Opel einst gar nicht mit Fahrzeug-Motoren begonnen. Sondern, man mag es heute kaum glauben: Mit Nähmaschinen. Gegen die Produktion von Autos hat sich der Firmengründer zu Lebzeiten sogar gewehrt.

Rascher Aufstieg

Seine Witwe Sophie sowie die Söhne Carl und Wilhelm übernahmen das Unternehmen und 1899, vier Jahre nach Adam Opels Tod, ­wurde mit dem nach dem gleichnamigen Konstrukteur „Lutzmann“ benannte Modell das erste Personenfahrzeug aus dem Hause Opel produziert. Im Jahr 1924 war das Rüsselsheimer Unternehmen der erste deutsche Automobil-Produzent, der auf Fließband-Produktion umstellte. Nachdem die Produktion ziviler Pkw im Krieg erzwungenermaßen zum Erliegen gekommen war, wurden auch danach zunächst nur Lastwägen gefertigt. Erst ab 1947 wurden die Vorkriegs-Erfolgsmodelle Olympia und Kapitän wieder gebaut.

Beständigkeit

Besonders die Zuverlässigkeit war bei Opel immer ein zentrales Anliegen. Nicht umsonst war genau dieses Wort ­„Zuverlässigkeit“ auch über Jahrzehnte hinweg ein wichtiger Teil der Werbeslogans. Vor allem in den 1960er-Jahren stieß Opel endgültig in die Reihe der erfolgreichsten deutschen Autoproduzenten auf. Das Unternehmen aus Rüsselsheim genoss einen sehr guten Ruf – Opel boomte so sehr, dass in ­Bochum ein zweites Werk eröffnet werden musste.

Abdeckung

Der Erfolg lag vor allem in den klassischen Modellen Kapitän (Oberklasse) und Olympia/Rekord (Kompakt- und Mittelklasse) begründet. Mit diesen beiden Modellen deckte man einen Großteil des Markt­bedarfs ab. Im Jahr 1970 wurde mit dem Manta ein Coupé ins Sortiment aufgenommen, der Ascona wurde danach in der Mittelklasse zu einem sehr erfolgreichen Modell.

Erweiterung

Schrittweise wurde das Angebot in beide Richtungen erweitert. Der Corsa war der Einstieg in die Kleinwagenklasse, während der Zafira für viel Platz sorgte und Opel auch bei den Minivans auf die Landkarte brachte. Letztlich mündete hierbei die Entwicklung in die beiden ­neueren Modelle Grandland und Crossland.

Motorsport

Das positive Bild in der Öffentlichkeit blieb Opel lange treu, und auch im Motorsport – aus dem sich die Marke bis dahin eher herausgehalten hatte – machte sich das Unternehmen in den  1990er-Jahren einen guten Namen. Die Calibras fuhren nicht nur diverse Rennsiege ein. Nein, mit ­Manuel Reuter am Steuer konnte sogar die Gesamt­wertung in der renommierten Deutschen Tourenwagen- Meisterschaft DTM gewonnen werden. Zudem waren die Rüsselsheimer bei der im Jahr 2000 realisierten Wiedergeburt der vier Jahre zuvor eingestellten DTM-Rennserie federführend.

Neue Heimat

Was den Pkw-Sektor angeht, wurde die seit 1929 bestehende und bis dahin sehr fruchtbare Zugehörigkeit zu General Motors aber zunehmend zur Belastung. Dennoch dauerte es bis 2017, ehe Opel und GM nach fast 90 Jahren ­getrennte Wege gingen. Seither gehört Opel zum französischen PSA-Konzern, die AG wurde in eine GmbH umgewandelt – ganz generell befindet sich die Marke in den letzten Jahren wieder deutlich im Aufwind. Die Absatzzahlen ­steigen nach einigen schwierigen Jahren wieder deutlich. Was sich aber all der wechselvollen Geschichte von Opel seit 1964 hingegen nur in Nuancen verändert hat, ist das berühmte Firmen-Logo mit dem Blitz. Dieser hat vor 54 Jahren den ursprünglich im Logo enthaltenen Zeppelin abgelöst.

Weiterentwicklung

Damit die positive Entwicklung anhält und man auch für die Zukunft gerüstet ist, soll das Fundament sorgen, das mit dem Modell „Ampera-E“ gelegt wird. Dabei handelt es sich – wie der Name unmissverständlich nahelegt – um einen Pkw mit Elektro-Antrieb. Ab kommenden Winter soll das Modell auch in Österreich erhältlich sein. Der Ampera-E ist eine Weiterentwicklung von Opels Hybrid-Modells Ampera, welches vor fünf Jahren in Serienproduktion gegangen war.

Konzepte

Ein nächster Schritt wurde zuletzt mit dem „GT X Experimental“ vorgestellt. Dieses Modell soll, so der Plan der Unternehmensleitung, die Richt-schnur für die kommende Planung werden. Das gilt für die Technik ebenso wie für das Design: Geradliniger als bisher soll Opel in den nächsten Jahren werden, mit einer optischen Mischung aus futuristisch und bodenständig. Und alltags- tauglich sollen die Modelle der Zukunft natürlich auch sein. Dafür spricht, dass der GT X Experimental  mit knapp über vier Metern verhältnismäßig kurz ist. Aufgeladen soll das Elektro- Auto auch induktiv werden können. Wesentliche Elemente dieses Concept-Cars werden auch in die Facelifts der etablierten Modelle einfließen.

Profil schärfen

Damit ist Opel wieder auf einem klaren Kurs in Richtung Zukunft, das Profil wird geschärft und neue Technologien fließen vermehrt in die Produktion ein. Damit wird an die große Tradition der Marke angeschlossen, die Opel über einen langen Zeitraum hinweg als einen der bestimmenden Autohersteller aus Deutschland gemacht hat – und weiterhin machen wird.

Die Historie von Opel

1862: Adam Opel gründet sein Unternehmen und
spezialisiert sich auf die Produktion von Nähmaschinen.

1899: Vier Jahre nach dem Tod des Gründers stellt
Opel mit dem „Lutzmann“ erstmals selbst ein Auto her.

1924: Es wird auf Fließbandproduktion umgestellt.

1947: Nach Kriegsende wird die Produktion wieder
aufgenommen, danach die Produktpallette Schritt
für Schritt erweitert.

1996: Opel gewinnt Fahrer- und Hersteller-Wertung
in der Internationalen Tourenwagen-Meisterschaft.

2017: Nach 88 Jahren bei General Motors wechselt
Opel in den französischen PSA-Konzern.

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