Explosive Mischung: Die aufregenden Autobilder des Fabian Oefner

Wie würden Explosionszeichnungen eigentlich real aussehen? Diese Frage beantwortet der Künstler Fabian Oefner mit seinen Aufnahmen von Oldtimern, die sich scheinbar in ihre Einzelteile zerlegen.

Kopie von Fabian Oefner
Bis das hier zu sehende finale Bild am Computer fertig ist, kann es bis zu zwei Monate dauern Foto: Fabian Oefner

Wie würden Explosionszeichnungen eigentlich in der Realität aussehen? Diese Frage beantwortet der Schweizer Fotokünstler Fabian Oefner mit seiner Bilderserie "Disintegrating" (englisch für "zerfallen"). Dabei handelt es sich um Aufnahmen von Oldtimern, die sich scheinbar in ihre Einzelteile zerlegen.

Fabian Oefner
Ein weiteres Kunstprojekt von Fabian Oefner nennt sich "Hatch" Foto: Fabian Oefner

Enorme Arbeit für ein Foto

Abgebildet werden ein Mercedes 300 SLR Uhlenhaut Coupe, ein Jaguar E-Type und ein Ferrari 330 P4. Dabei handelt es sich natürlich nicht um die teilweise unbezahlbaren Originale, sondern um maßstabsgetreue Modelle. Der Aufwand ist gewaltig: Für ein Bild brauchte Oefner zwischen drei Wochen und fast zwei Monaten. Zunächst skizzierte er auf Papier die Position der einzelnen Teile, bevor er die Modellautos stückweise auseinander nahm und zwar bis zur letzten Schraube. Jedes Auto bestand aus über tausend Teilen. Danach ordnete er mithilfe von feinen Nadeln und Schnurstücken alle Teile einzeln an. Nachdem er minutiös den Winkel jeden Fotos und das richtige Licht berechnet hatte, fotografierte er das jeweilige Teilstück. Für jedes Gesamtbild eines explodierenden Autos waren Tausende von Aufnahmen nötig.

Aufwändiges Zerlegen

Alle diese Fotos wurden dann in der Nachbearbeitung zu einem einzigen Bild vermischt. Jedes Stück wurde per Photoshop kaschiert, zugeschnitten und dann in das Endbild eingefügt, die Räder dienten dabei als Anhaltspunkt. Doch lassen wir es den Künstler selbst erklären: "Schon das Zerlegen jedes Autos allein nahm mehr als einen Tag in Anspruch, weil sie so kompliziert waren. Am schwierigsten war eigentlich der Aufbau der Kamera und des Objektivs sowie die Bestimmung des Lichts", so Oefner. Ein Bild im Format 120 x 70 Zentimeter aus der auf 25 Stück limitierten Serie kostet übrigens 1.900 Schweizer Franken, umgerechnet etwa 1.550 Euro.

Frisch geschlüpft

Ein weiteres Projekt des Schweizers trägt den Namen "Hatch". Hier wird die Illusion erweckt, dass ein Ferrari 250 GTO aus seiner Schale schlüpft. Auch hierfür war viel Arbeit vonnöten: Zuerst erstellte Oefner einen Latex-Abguss des Modellautos, den er dann mit einer dünnen Gipsschicht füllte, um so die Schale herzustellen. Er produzierte für den nächsten Schritt in seiner Arbeit gleich mehrere Dutzend dieser Schalen - nämlich für das Zertrümmern der Schale auf dem Auto, damit die Illusion des Entschlüpfens kreiert werden konnte. Dieser Schritt musste unzählige Male wiederholt werden, bis endlich die gewünschten Ergebnisse erzielt wurden. Damit auch wirklich der Augenblick, zu dem die Schale das Modell traf, erfasst werden konnte, schloss Oefner ein Mikrofon und einen Blitz an seine Hasselblad H4D Kamera an. So wurde jedes Mal, wenn die Schale auf die Fahrzeugoberfläche schlug, der Tonimpuls vom Mikrofon wahrgenommen und in der Folge der Blitz und der Kameraverschluss ausgelöst.

Weitere Foto-Projekte von Fabian Oefner:

www.fabianoefner.com

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