Nissan GT-R: Verleiht Flügel

Die Fahrt im Körperteilchen-Beschleuniger. Lifting geht ganz einfach! Der Nissan GT-R lässt die Gesichtszüge entgleiten: in 2,8 Sekunden auf 100 km/h.

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Foto: Peter Christian Mayr
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Nissan GT-R, 3,8 Liter V6 Motor mit 570 PS, 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, 670 Newtonmeter, 0 auf 100 km/h in 2,8 Sekunden, Verbrauch: 11,8 Liter. Foto: Peter Christian Mayr
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Nissan GT-R versus Düsenjet: Den Sprint bis 200 km/h würde der Japaner in knapp über zehn Sekunden ganz klar gewinnen. Foto: Peter Christian Mayr
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Die Endrohre würden auch als Ofenrohre eine gute Figur machen. Groß und mächtig – mit gutem Sound. Foto: Peter Christian Mayr
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Das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet schneller als Lucky Luke den Revolver ziehen kann. Foto: Peter Christian Mayr
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Die Bremsscheiben haben einen Durchmesser von 39 Zentimetern. Foto: Peter Christian Mayr
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Was man für ein Fotoshooting nicht alles macht. Ein Rennoveral, Sturzhelm – passen aber gut zum GT-R. Foto: Peter Christian Mayr
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Das Cockpit: Reduziert auf das Wichtigste – aber bei derartigen Beschleunigungswerten hat man ohnehin keine Zeit, um den Innenraum zu beäugen. Foto: Peter Christian Mayr
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Foto: Peter Christian Mayr
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Foto: Peter Christian Mayr

Vergessen Sie Botox und Gesichtslifting. Setzen Sie sich in einen Nissan GT-R, treten auf das rechte Pedal, bis es am Fahrzeugboden durchzubrechen scheint, und schon schiebt es Ihnen die Falten Richtung Ohren. Zwar quellen einem gleichzeitig die Augen aus dem Kopf, aber dadurch verringern sich die Augenfältchen. Übertrieben? Nein, der fast 570 PS- starke Japaner beschleunigt in 2,8 Sekunden auf 100 Sachen! Ein Bugatti Chiron ist übrigens auch nicht viel schneller (2,5 Sekunden)? Nicht alle Beifahrer finden daran Freude – der GT-R zieht einfach fast unmenschlich an und verursacht definitiv Adrenalinstöße, die ein bisschen auch mit Angst zu tun haben. Ob ein solches Ding in der heutigen Zeit sinnvoll ist, sei dahingestellt – aber Spaß macht so ein Körperteile--Beschleuniger garantiert.

Der Alltag im Geschoss

Im Gegensatz zu anderen Supersportlern hat der Nissan GT-R sogar einen Kofferraum, der die Bezeichnung verdient. Klar kauft kein Mensch ein derartiges Auto, um einkaufen zu fahren, aber nachdem der Motor vorne sitzt, ist halt auch im Heckbereich mehr Platz vorhanden. Es gibt sogar so etwas wie eine zweite Sitzreihe mit zwei Plätzen. Die sind allerdings so eng, dass selbst Stehsitze in einem vollen Öffi-Bus komfor­tabler sind. Insgesamt bietet der Nissan GT-R, verglichen mit anderen Brutalosportlern, jedoch relativ viel Komfort. Nicht einmal die Bandscheiben bekommen im normalen Fahrwerkmodus zu viel Druck ab. Und der Verbrauch? Sagen wir es so: im Schnitt sollen es 11,8 Liter sein – im Test kamen wir bei braver Fahrweise auf gute 13 Liter. Wäre Nissans Sportler ein Auto der Golfklasse – ein schlechter Wert. Bei 3,8 Liter Hubraum und 570 PS ein absolut vertretbarer Verbrauch.

Was auffällig ist ...

Trotz Allradantrieb, fährt sich das Ungetüm durchaus auch heckbetont. Ein Drift mit ausgeschalteter Stabilitätskontrolle geht leicht von der Hand. Wobei man sich gut überlegen sollte, ob man den Knopf wirklich drücken will! Da kann es doch schon auch ruppig werden. Generell bringt der Allradantrieb ein Mehr an Sicherheit und lässt den Nissan gleichzeitig extrem schnell und wendig um die Kurve scheuchen. Es ist beachtlich, wie schnell und geradlinig ein Spurt von 0 auf 100 vonstatten geht. Dabei schaltet das Doppelkupplungsgetriebe im R-Modus in nur 0,15 Sekunden die Gänge „rauf“. Um beim Bremsen nicht einen Anker werfen zu müssen, hat Nissan dem GT-R Brembo-Bremsscheiben mit fast 40 Zentimetern Durchmesser spendiert, die eben wie ein Anker wirken.

Preis-Leistung

Unterm Strich bekommt der Käuferein Auto, das dort fährt, wo der stärkste Porsche unterwegs ist, ein Audi R8 V10 sein Unwesen treibt und die Luft in Sachen „Mitbewerber“
extrem dünn ist. Einen Supersportler mit einem derartig guten Preis-Leistungs-Verhältnis gibt es nicht. Aber wer sich so ein Geschoss kauft, dem dürfte der Preis und vor allem die Erhaltung ohnehin am Allerwertesten vorbei-­gehen. Allerdings spielt ja oft auch das Image eine Rolle. Der Nissan-Schlüssel am Wirtshaustisch wirkt eben nicht so wie einer mit einem Porsche-Logo. Das Zielpublikum dürfte einen Nissan GT-R aber weniger dafür kaufen, um
einen Schaulauf an der Côte d’Azur zu machen. Eher, um auf dem abgesperrten Nürburgring Reifen zu vernichten. Auf normalen Straßen ist der Japaner ja hoffnungslos unterfordert.

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