„Nein! Doch! Ohh!“: 50 Jahre Citroen Mehari

Wer kennt sie nicht: Die Filme der Reihe „der Gendarm von St. Tropez“. Louis de Funes und seine Chaostruppe in Uniform sorgten für Recht und Ordnung im südfranzösischen Sündenpfuhl. Als treue Begleiter stets mit dabei: Grasgrüne Citroen Meharis, welche die Flics mobil machten. Vor 50 Jahren stellte Citroen ihren Strandflitzer vor und legten die Legende nun neu auf.

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50 Jahre nach dem Kultmobil kommt die Neuauflage des Mehari auch mit festem Dach und E-Antrieb auf den Markt. Foto: Hersteller
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50 Jahre nach dem Kultmobil kommt die Neuauflage des Mehari auch mit festem Dach und E-Antrieb auf den Markt. Foto: Hersteller
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50 Jahre nach dem Kultmobil kommt die Neuauflage des Mehari auch mit festem Dach und E-Antrieb auf den Markt. Foto: Hersteller

Auf seine Art und Weise war er kompromisslos radikal: Der Citroen Mehari, der 1968 der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde. Karosse aus Kunststoff, Dach komplett abmontierbar, Windschutzscheibe kippbar, Türchen demontierbar und durch Ketten ersetzbar. Das Fahrwerk und die Technik waren hingegen konventionell und stammten von der „Edelente“ namens Dyane. Ein 600ccm „großer“ Zweizylinderboxermotor brachte das Spaßmobil auf knapp 100km/h Spitze. Das reichte für die Gendarmen von St. Tropez um damit auf Verbrecherjagd zu gehen. Citroen-typisch war der hohe Fahrkomfort, selbst Schotterpisten verursachten trotz spärlichem Gestühl keine Bandscheibenvorfälle. Apropos Schotterpisten: 1979 schloss Citroen mit einem 4*4 die fast logische Lücke und machten eine echten Offraoder aus dem 475kg (!) leichten Wagen. Mit dem Vierradantrieb kannte das Auto, wie die namengebenden Meharis – nordafrikanische Reiter, die mit ihren Renndromedaren die Wüste durchquerten – kein Hindernis mehr. Bis zum Produktionsende 1987 wurden von dem Fetzendachmobil ohne jeglicher Komfortausstattung stolze 150.000 Stück gebaut. Bereits zu „aktiven“ Zeiten wurde der Mehari zum absoluten Kultmobil.

 

Spitze! Endlich Innenraumreinigung mit dem Kärcher möglich

Diesen Kultfaktor nutzt Citroen nun für ein Revival. 50 Jahre nach Produktionsstart des Ur-Meharis ist die Neuauflage ähnlich radikal: Ein rein elektrisch betriebenes 4-sitziges Cabrio. Natürlich ist mittlerweile jede Menge Komfort mit an Bord, das Stoffverdeck bleibt aber – als Reminiszenz an den kultigen Vorgänger – genial simpel. Seit kurzem ist übrigens auch ein Hardtop verfügbar. Geöffnet bzw. gestartet wird über einen RFID-Schlüssel – clever. Ebenso wie der komplett abwaschbare Innenraum – Schlammcatcher können also künftig ohne sich umzuziehen direkt nach Hause fahren. Der neue Mehari verfügt über Lithium-Metall-Polymer Akkus und erreicht 110 km/h Spitze. Die Reichweite liegt nach kombiniertem Testzyklus bei 195 Kilometer. Ob die Gendarmen von heute in St. Tropez neue Meharis fahren, weiß man zwar nicht. Sehr wahrscheinlich hingegen wäre das Urteil von Louis de Funes würde er noch leben. Sein Kommentar: „Nein! Doch! Ohh!“.

 

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