BMW S 1000 RR: „Fahrbares“ Superbike

Harmonisch. Ob Profi, Hobby-Rennfahrer oder Racer-Neuling – auf Anhieb hat der Pilot Vertrauen in dieses Bike. Die neue BMW S 1000 RR im Weekend-Test.

Weekend-Test: BMW S 1000 RR
Foto: Hersteller

In diversen Fachzeitschriften wird sie in den höchsten Tönen gelobt. Aber was hat sie drauf, die 199 PS starke 2015-er Doppel-R und was ist neu an diesem Bike? Weekend schickte Werner Luger zum Testeinsatz nach Brünn. Der Linzer ist ein „alter Hase“ in der heimischen Racing-Szene. Seit mehr als 20 Jahren sind die europäischen Motorrad-Ringe quasi seine zweite Heimat. Und auch bei den BMW-Bikes kann Luger mit Insiderwissen aufwarten – nahm er doch in den letzten Jahren selbst mit seiner 1000 RR erfolgreich an vielen Rennen teil.

Präzise

Was unserem Testpiloten nach den ersten paar Runden im Automotodrom Brünn gleich positiv auffällt – er hat sofort Vertrauen in dieses Motorrad. Das Fahrwerk ist perfekt abgestimmt, das Handling passt. Die voll racingausgestattete Bayerin macht brav, was von ihr gewünscht und verlangt wird. Sie reagiert exakt auf Lenkbefehle und ist sehr bremsstabil: Das Motorrad tanzt nicht und bleibt auf der Spur.

„Das Rauf- und Runterschalten ohne Kupplung ist ein Wahnsinn. Ich dachte immer, kupplungsfreies Runterschalten wäre überflüssig. Jetzt bin ich vom Gegenteil überzeugt, das funktioniert perfekt“, so Luger. Durch das leichte Öffnen der Drosselklappen werden die Getrieberäder entlastet. Dank Blipper-Funktion hat der Fahrer weniger Stress und kann sich auf andere Dinge konzentrieren.

Technisch top

Das elektronische Fahrwerk funktioniert überraschend gut auf der Rennstrecke – verstellt sich sehr schnell und effizient. „Da steckt jede Menge Ingenieurs-Hirnschmalz drin“, so Lugers lobende Worte an Josef „Sepp“ Mächler, der maßgeblich an der Entwicklung der neuen BMW S 1000 RR beteiligt war. Mit Straßenbereifung sind zwar zwei Runden nötig, damit die Pneus auf Temperatur sind, doch auch damit lassen sich gute Rundenzeiten erzielen. „Mit Race-Reifen ist noch viel mehr herauszuholen“, sagt Werner Luger. Auch die sechs PS mehr Leistung sind spürbar – das Motorrad schiebt brachial an.

Fazit: Bei der 2015-er BMW S 1000 RR lässt sich vieles technisch verändern und elektronisch einstellen. So passt sich die Bayerin optimal den persönlichen Bedürfnissen sowie den Streckenbedingungen an. „Hut ab! Dieses Bike hat auf Anhieb das Niveau zum Racen“, so Werner Lugers Resümee. Und was kostet der Fahrspaß? Ab EUR 19.550,– darf man aufsteigen.