Mercedes X-Klasse: Auf Augenhöhe

Hochsitz. Mit der Mercedes-Benz X-Klasse fährt man immer zumindest auf Augenhöhe – wenn nicht darüber. Das gilt nicht nur für den Busfahrer, sondern auch für die Konkurrenz. Ein Test mit dem Lifestyle-Pick-up, der das Grobe nicht scheut.

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Besser Übersicht beim Fahren gibt es kaum. Die X-Klasse ist 1,82 Meter hoch. Foto: Weekend Magazin
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So ein Baumarkt ist schnell leer gekauft, wenn man derart viel Platz hat! Foto: Weekend Magazin
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Mit 3,15 Metern hat der Radstand die Länge eines Kleinstwagen. Optisch gesehen ein wirklich schöner Lifestyle-Laster. Foto: Weekend Magazin
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Wer in einer Mercedes-Benz X-Klasse fährt, kann sich an der Kreuzung mit einem Busfahrer auf Augenhöhe unterhalten. „Gewöhnliche“ SUV-Fahrer werden von oben betrachtet. Wie hoch der Pick-up wirklich ist, merkt man beim Einsteigen, das beinahe ein Reinkraxeln ist. Bessere Übersicht beim Fahren gibt es kaum! Die 1,82 Meter hohe X-Klasse ist eben keine Limousine. Über eine Tonne Zuladung sowie 3,5 Tonnen Zugkraft ­stehen da im Zulassungsschein. Was aber nicht heißen soll, dass der Sternen-Pick-up ein Wüstling ist. Nein, Mercedes hat versucht, ihm Manieren beizubringen. Im Cockpit gibt sich unser Testauto als Sternträger zu erkennen. Lüftungsschlitze, Controller oder der typische Scheiben­wischerhebel zeigen das. Allerdings ist die X-Klasse unterm Strich ein Arbeitstier. Deshalb ist viel harter Kunststoff verbaut und die Lüftungsschlitze wirken beispielsweise nicht unbedingt hochwertig. Wer will, kann aber Holzmaseroptik, Sitze in Lederoptik oder sogar einen gepimpten Dachhimmel ordern. Variantenreichtum ist angesagt. Dann sieht die Sache schon anders aus.

Technik

Mercedes macht keine Abstriche in puncto Sicherheit. Aktiver Bremsassistent, Verkehrszeichenerkennung, Spurhalte-Assistent, umfassender Insassenschutz sind zu haben. Anhänger-Fahrer dürfen sich über den Anhängerstabilisator freuen. Allradantrieb 4MATIC, Dynamic Select, 7-Gang-Automatikgetriebe mit Paddles, Tempomat, Mercedes- connect-Dienste, Multimedia-Screen oder 360-Grad-Rückfahrkamera lassen Pkw-Feeling aufkommen.

Fahreindruck

Bei 5,34 Metern Gesamtlänge ist es klar, dass Parkplätze rar sind. Überhaupt wird beim Parken fleißig an der doch etwas indirekt wirkenden Lenkung gekurbelt. Die Handschaltung wirkt extrem robust und vermittelt eben Truck-Feeling. Überraschenderweise lassen sich lange Autobahnfahrten sehr gut bewältigen, da die Ingenieure bei Lärmdämmung einen tollen Job gemacht haben. Der im Testauto verbaute 220d (163 PS Diesel) verhält sich zudem wirklich laufruhig. Der Verbrauch passt für die Größe ebenfalls. Im Test lagen wir bei 8,5 Liter. Auch die Sitze lassen nichts vermissen. Und: Man hat vier Scheibenbremsen verbaut, die dem ­relativ schweren Pick-up einen überraschend kurzen Bremsweg ermöglichen. Natürlich gibt es bei einem derart hoch gebauten Auto in Kurven Wankbewegungen, und das Fahrwerk ist nicht für den Nürburgring ausgelegt – aber wer kauft einen Pick-up für Serpentinen- Spaßfahrten? Die X-Klasse trumpft im Gegenzug mit absoluter Geländetauglichkeit auf. Sperrdifferenzial, Bergabfahr-Hilfe, 60-Zentimeter-Wattiefe, große Bodenfreiheit, Geländeuntersetzung – da fehlt nix! Und der Preis: Zu haben ist die neue X-Klasse ab EUR 40.692,–. Ein ­Nissan Navara mit Doppelkabine kostet ab EUR 33.005,– und ein Renault Alaskan ab EUR 34.188,–. Alle drei sind auf der gleichen Plattform aufgebaut. 

 

Mercedes X-Klasse 220d:

Leistung: 163 PS
Testverbrauch: 8,5 Liter
Motor: Turbodiesel
Zuladung: über eine Tonne
Hubraum: 2,3 Liter

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