Mercedes S 600: Neues Topmodell ist vor allem sparsamer

Das neue Topmodell hat wieder einen Zwölfzylinder, allen Spritspar-Zwängen zum Trotz. Dennoch zeigen die Daten, wo die Priorität lag: Der S 600 wurde kaum stärker, aber deutlich sparsamer.

Kopie von Top-Mercedes mit sparsamerem Zwölfzylinder_1
Der S 600 wird als neues Topmodell der Marke vorgestellt Foto: Mercedes

Der S 600 ist ausschließlich mit langem Radstand und umfangreicher Ausstattung erhältlich. Wie beim Vorgänger arbeitet auch im neuen S 600 wieder ein Zwölfzylinder. Das V12-Biturbo-Aggregat hat mit 530 PS etwas mehr Leistung als sein 517 PS starker Vorgänger. Der Hubraum stieg von 5.513 auf 5.980 Kubikzentimeter. Das maximale Drehmoment beträgt nun 830 Newtonmeter ab 1.900 U/min. Erstmals verfügt der S 600 serienmäßig über eine Start-Stopp-Automatik, zudem erfüllt er die Euro-6-Abgasnorm. Der Normverbrauch des S 600 beträgt 11,1 Liter auf 100 Kilometer - das sind stolze 21 Prozent weniger als beim Vorgänger, der noch über 14 Liter benötigte. Das Aggregat arbeitet mit zwei Einlassventilen und nur einem Auslassventil pro Zylinder.

Viel Serienausstattung

Die umfangreiche Serienausstattung des S 600 unterstreicht seine Rolle als Flaggschiff. So sind unter anderem das LED Intelligent Light System, das Magic-Body-Control-Fahrwerk mit Road Surface Scan sowie das Fahrassistenz-Paket Plus serienmäßig. Letzteres umfasst einen aktiven Spurhalte-Assistenten, einen aktiven Totwinkel-Assistenten, den erweiterten Bremsassistenten BAS Plus mit Kreuzungs-Assistent, den Abstandstempomaten Distronic Plus mit Lenk-Assistent und Stop&Go Pilot, ein Notbremssystem (Pre-Safe-Bremse) sowie das Sicherheitssystem Pre-Safe Plus.

Legendäre Spitzenmotorisierung

Die Zahl "600" ist längst ein Mythos in der Automobilgeschichte: Der im Jahr 1963 präsentierte Typ 600 (W 100) war der erste Mercedes-Pkw mit einem V8-Einspritzmotor. Dieser ebenso starke wie kultivierte Antrieb mit 250 PS beflügelte von 1967 an auch die Baureihe W 109 - nämlich im Topmodell 300 SEL 6.3. Weitere Spitzenmotorisierungen mit V8-Motor waren der 450 SEL 6.9 der Baureihe 116 mit 286 PS und der 560 SE der Baureihe 126 mit 300 PS in der ECE-Version. Im Typ 600 SE der Baureihe 140 hatte 1991 der erste serienmäßige Zwölfzylindermotor in einem Mercedes-Pkw Premiere. Der M 120 leistete aus sechs Liter Hubraum 408 PS und begründet eine Tradition von V12-Aggregaten als Spitzenmotorisierungen der S-Klasse. Seit der Baureihe 220 bietet Mercedes zudem AMG-Versionen mit V8- und V12-Motoren an - den S 63 AMG und den S 65 AMG.

Feinschliff im Detail

Außerdem erhält die S-Klasse eine Aufwertung. Wie bei einem Smartphone können dann mit dem neuen, optionalen Touchpad alle Funktionen der Head-Unit per Fingergeste bedient werden. Zudem erlaubt das Touchpad die Eingabe von Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen mittels Handschrift, und zwar für jede verfügbare Sprache der Headunit. Das Touchpad bietet damit eine zusätzliche, vollwertige Eingabemöglichkeit zum bestehenden Comand Controller und zur Linguatronic. Auf Wunsch ist für die S-Klasse außerdem künftig ein Head-up-Display verfügbar. Es blendet wichtige Informationen direkt ins Blickfeld des Fahrers ein. Das System informiert unter anderem über Geschwindigkeit, Tempolimits und Navigationsanweisungen.

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Die beiden großen Displays kennt man von den anderen S-Klasse-Modellen Foto: Mercedes

Verbessertes Antikollisionssystem

Statt dem Antikollisionssystem Collision Prevention Assist verfügt die S-Klasse nun serienmäßig über Collision Prevention Assist Plus. Neben dem adaptiven Bremsassistenten, der ab sieben km/h Schutz vor Kollisionen bietet, verfügt dieses System über eine zusätzliche Funktion: Bei anhaltender Kollisionsgefahr und ausbleibender Fahrerreaktion kann es bis zu Geschwindigkeiten von 200 km/h eine autonome Bremsung durchführen und so die Unfallschwere mit langsamer fahrenden oder anhaltenden Fahrzeugen verringern. Bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h bremst das System auch vor stehenden Fahrzeugen und kann bis 40 km/h Auffahrunfälle ganz vermeiden. Eine eisfreie Frontscheibe bei Minusgraden ganz ohne lästiges Kratzen ermöglicht die ebenfalls neue optionale elektrische Frontscheibenheizung.