Mazda3 Skyactiv X: Ein Satz mit X?

Lange haben wir auf den Motor gewartet und da ist er. Der neue SkyactivX im Mazda3. Ein 180-PS-Benziner, der so wenig verbrauchen soll wie ein Diesel. Viele nennen ihn auch „Diesotto“. Ob der neue Wundermotor hält, was er verspricht, erfahren Sie im Test.

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Foto: Weekend Magazin/Christl
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Foto: Hersteller

Die Schummeleien diverser Automarken haben vor allem einem Motor zugesetzt: dem Diesel. Obwohl der mit geringen CO2-Ausstößen und wenig Verbrauch eigentlich ein Musterschüler in der Klimadebatte gewesen wäre und jetzt mit AdBlu-Beigabe noch immer ist. Zwischenzeitlich ist aus der Dieselnation Österreich eine Benzinernation geworden. Jedoch haben Umsteiger schnell bemerkt: Hoppla, mein Benzin-SUV trinkt auf einmal etwas mehr als vorher mein Diesel-Hochsitz. Der Unmut war da. Mazda will diesem „Problem“ mit einem sauberen Benziner begegnen, der dank Selbstzündung und Zylinderabschaltung Verbrauchswerte eines Diesels erreichen soll. So weit die Theorie...

Praxis - wo ist seine Welt?

Vorweg – der neue Mazda 3 ist ein hervorragender Kompakter. Wunderschönes Außendesign und ebenso schönes Interieur. Eine Augenweide. Dazu hervorragende Fahrleistungen, das konnten wir bereits bei den Launch-Testfahrten in Portugal feststellen. Dort waren wir mit Skyactiv G (Benziner) und Skyactiv D (Diesel) unterwegs. Beide Motoren überzeugten mit sparsamem Verbrauch und hohem Vortrieb. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen auf den lange in Entwicklung befindlichen Diesotto namens Skyactiv X. Am Papier klingen die Zahlen beeindruckend. Ein 2.0-Liter-Benziner mit 180 Pferden unter der Haube und ein kombinierter Verbrauch von 4,5 Litern Super. Der CO2-Ausstoß liegt am Papier bei nur rund 100 g/km. In der Praxis konnten wir diese Werte leider nicht erreichen. Auch bei sparsamster Fahrweise stand meist eine 6 vor dem Durchschnittsverbrauch. Auch hatten wir nicht das Gefühl, in einem Auto mit 180 PS zu sitzen. Seine volle Sparwirkung soll der im Fachjargon betitelte „homogene Kompressionszünder“ nämlich im Tourenbereich bis 1.500 Umdrehungen erreichen. Um flott voranzukommen, war es jedoch nötig den Mazda3 oft auch hochtourig (schlechtem Gewissen inklusive) zu fahren. Der selbstzündende Sauger wäre sonst in der hektischen Welt der turbogeladenen Benzin- und Dieselautos etwas untergegangen – vor allem in der Stadt. Auf Landstraßen und der Autobahn war es andererseits eine Freude, im Strom mitzugleiten und dort haben wir die sparsamsten Streckenverbräuche gemessen. Da war dann die 5 vor dem Komma keine Seltenheit. Erwähnt sei auch noch das 24V-Mildhybridsystem, welches den Motor um eine E-Komponente ergänzt.

Fazit - nicht alles X was glänzt

Der Skyactiv X Motor hat uns vorab begeistert und dann leider etwas ratlos zurückgelassen. In der Stadt verbraucht er etwas zu viel. Am Land spart er ordentlich, jedoch ist der Mazda3 nicht das typische Langstreckenauto, sondern eher der Kompakte für den Betondschungel und die Umgebung. Insofern wäre dieser Motor in einem CX-5 oder Mazda6 wahrscheinlich besser aufgehoben und wird dort sicher auch eingesetzt werden. Dazu kommt, dass sich die 180 Pferdestärken ordentlich bei der motorbezogenen Steuer bemerkbar machen und auch damit viele Käufer eines Kompakten abschrecken könnten. Preislich liegt der „X“ (ab EUR 28.990.-) etwa 3.000 Euro über dem Einstiegsmodell mit Skyactiv G. Dafür bekommt man mit dem „X“ mindestens die Ausstattungsvariante GT, der „G“ startet bei Comfort (ab EUR 23.990.- mit Top-Einstiegsausstattung). Den Skyactiv D-Diesel bekommt man als Comfort ab 26.390.-. Der Skyactiv X wird jedoch als einziger Motor in der Palette des Mazda3 mit Allrad angeboten, das könnte in dem Segment ein Kaufargument sein. Sparsamere Benziner sind wichtig und Mazda geht einen viel beachteten Schritt in die richtige Richtung und traut sich etwas. Ob man aufs richtige Pferd gesetzt hat werden wohl erst die Verkaufszahlen des neuen Diesotto zeigen. Wir sind gespannt! Den Test zum Mazda3 mit Skyactiv G Motor lesen sie hier.

   

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