Leaf ohne Mief

Sauber. Der neue Leaf verbreitet als Elektroauto keinen Mief und ist dabei gleichzeitig ein flottes Kerlchen, das im Alltag eine extrem gute Figur macht.

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Die Reichweite ist natürlich stark von Fahrweise und ­eingeschalteten Verbrauchern abhängig. Das gilt aber auch für Verbrennungsmotoren! Foto: Werner Christl
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Der Nissan Leaf ist durchaus familientauglich. Ausreichend Platz für Passagiere und auch im
Kofferraum.
Foto: Werner Christl
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Schnellladestation: Eine leere Batterie kann in etwa einer Stunde auf 80 Prozent ge­laden werden. Foto: Hersteller
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Foto: Hersteller
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Foto: Werner Christl
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Foto: Hersteller

Von Wien nach Salzburg mit einem Elektroauto? Mit einem Nissan Leaf ist das mit etwas Hirn und etwas mehr Zeit kein Problem. Zwar ist die an­gegebene durchschnittliche Reichweite von 270 Kilometern auf Autobahnen nicht zu erreichen, aber mit 110 km/h und einem Zwischenstopp an der Schnellladestation in Linz geht sich das locker ohne Reichweitenangst aus. Zwischenzeitlich gibt es ja entlang Österreichs Autobahnen in regelmäßigen Abständen Schnellladestationen. Der Leaf lässt sich in einer Stunde von „0“ auf 80 Prozent ­laden. Je nach Restreichweite verkürzt sich natürlich die Ladezeit. Ja, nonstop mit 130 Sachen Wien – Salzburg (ca. 300 Kilometer) geht sich nicht aus, aber das Revier des Leaf ist im Grunde eher die Stadt und die Landstraße. Im Stadtverkehr kann die Reichweite ziemlich in die Höhe geschraubt werden. Unterm Strich sind 200 bis 270 Kilometer Reichweite kein Problem. Immer abhängig von Temperaturen, Gasfuß, Verwendung von Verbrauchern wie Klimaanlage – logo. Laden? Anstecken – fertig! An der 10-Ampere-Steckdose daheim hängt der komplett leere Leaf allerdings locker die ganze Nacht. Wobei man in der Regel den Akku nicht jeden Tag leer fährt!

Spar-Modi

Nissan hat einige Helferlein eingebaut, die die Reichweite vergrößern. Da hätten wir die Taste, auf der „Eco“ zu lesen ist. Die begrenzt die Motorleistung und spart so Energie. Zusätzlich gibt es den B-Modus, der die volle Rekuperationsleistung zur Verfügung stellt. Also beim Bremsen und Verzögern den Akku lädt. Dann hätten wir das Nissan e-Pedal, das über eine kleine Taste in der Mittelkonsole aktiviert werden kann. Wenn das Gaspedal bzw. e-Pedal losgelassen wird, bremst der Leaf ­automatisch ab. Je schneller man den Fuß vom Pedal nimmt, desto stärker bremst das E-Auto. Bei jedem Bremsvorgang wird natürlich rekuperiert – also Energie gespeichert. An diese Form des Fahrens gewöhnt man sich überraschend schnell.

So fährt er sich

Die Batterien sind am Fahrzeugboden angebracht, wodurch der Schwerpunkt weit unten ist und die Straßenlage ver­bessert wird. Wirklich lustig wird der Spurt von der Ampel weg. Auf den ersten hundert Metern zieht der 150 PS Leaf wie vom Gummiband abgeschossen. Den Hunderter knackt er in erfreulich 7,9 Sekunden. Das Drehmoment steht halt in Bruchteilen einer Sekunde zur Verfügung. Die Federung ist komfortabel, die Platzverhältnisse vorbildlich, und im Kofferraum verschwinden ohne Kofferraumabdeckung 420 Liter. Was uns weniger gefallen hat? Die zweigeteilte A-Säule erleichtert nicht unbedingt die Sicht. Zudem ist der Touchscreen zum Teil eine Fingerübung, und der Automatik-Wahlhebel ist ein ­kleines Knüpperl, an das man sich gewöhnen muss.

Was er noch hat

In Sachen Assists ist der Leaf gut unterwegs. ProPilot ( teilautonomes Fahren), Verkehrszeichenerkennung, Querverkehrswarner, Totwinkel- Assistent, autonomer Lenk- assistent für selbstständiges Spurhalten. Außerdem:  NissanConnect EV – eine App, die mit dem Handy Ladezustand, Reichweite, Standort des Autos informiert sowie den Leaf vor dem Einsteigen kühlt oder heizt. Fazit: Der Leaf ist ein Auto für den Alltag. Innen, außen und technisch gesehen top. ­Natürlich gibt es eine ­begrenzte ­Reichweite. Allerdings sind 389 maximale Reichweite am ­Papier, kombinierte von 270 und reale von über 200 Kilometern ein Hit. Und: Es gibt ja Schnell­ladestationen. Der Preis?

 

Technische Daten:

Leistung: 150 PS
Reichweite: ca. 200 bis 378 Kilometer
Batteriekapazität: 40 kWh
Kofferraum: 385 Liter
Preis: EUR 35.600,–

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