Subaru Levorg im Check: Was im Kombi steckt

Keine Sorge? Der Subaru Levorg ist nicht so ungewöhnlich wie sein Name. Fragt sich, ob es der Kombi mit der Konkurrenz von Toyota, Hyundai oder Mazda aufnehmen kann. Ein Test bringt Gewissheit.

Der Levorg ist für alle Fahrten im Alltag oder am Wochenende geeignet
Der Levorg ist für alle Fahrten im Alltag oder am Wochenende geeignet Foto: Subaru
Das Design des Mittelklasse-Autos ist sportlich und dynamisch - Cover
Das Design des Mittelklasse-Autos ist sportlich und dynamisch Foto: Subaru
Innen zeigt sich der Subaru Levorg eher schlicht - Cover
Innen zeigt sich der Subaru Levorg eher schlicht Foto: Subaru
Der Kofferraum ist nicht riesig, aber völlig ausreichend - Cover
Der Kofferraum ist nicht riesig, aber völlig ausreichend Foto: Subaru

Subaru tritt mit dem Modell in der dicht besetzten Liga der Mittelklasse-Kombis gegen Dauerbrenner wie den VW Passat oder den BMW 3er, gegen Importmodelle wie den Mazda6 oder den Toyota Avensis und gegen Aufsteiger wie den Hyundai i40 an. Ende September ersetzt der Levorg zu Preisen ab 28.990 Euro den Legacy (zu deutsch: "Vermächtnis") und trägt dessen Erbe sogar im Namen. Denn Levorg ist weder ein Kunstwort noch eine japanische Lautmalerei, sondern entsteht aus der Abkürzung von "Legacy Revolution Touring".

Sportliches Design, klassisches Gefährt

Legacy steht für das Erbe von fünf Generationen, die bis 2014 verkauft worden sind, und für das Format, das perfekt in die Mittelklasse passt. Touring steht für die Bauform des Kombis, die den Japaner in Europa die größten Hoffnungen macht und deshalb als einzige Karosserievariante geplant ist. Und Revolution meint den radikalen Stilwechsel beim Design.

Denn während der Legacy bisher ein vergleichsweise braver und biederer Vertreter seines Genres war, gibt sich der Levorg als sportlicher Draufgänger. Der Grill ist verchromt, die Backen sind aufgeblasen und auf der Haube thront eine sportliche Hutze. Wer die Allradmarke Subaru bislang nur rechts gesehen hat, der sieht sie mit diesem Auto tatsächlich auf der Überholspur.

Touchscreen & Innenraum

So auffällig der Levorg außen gestaltet ist, so gewöhnlich wirkt der Kombi allerdings von innen. Zwar haben die Japaner einen brillanten Touchscreen integriert. Auf dem Monitor darüber laufen kunterbunte Grafiken und das Cockpit wirkt mit einem dritten Display und hell beleuchteten Instrumenten erfrischend modern. Doch drum herum fällt der Blick einmal mehr auf reichlich grauen Kunststoff und viele Taster, die auch aus einem Spielzeug-Baukasten stammen könnten.

Perfekt als Cruiser

Beim Blick unter die Haube erlebt man eine Überraschung. Denn statt eines potenten Sechs- oder zumindest eines großen Vierzylinders entdeckt man dort einen fast schon kleinen 1,6-Liter-Motor. Wie immer bei Subaru als Boxer konstruiert und deshalb besonders laufruhig, kommt der neu entwickelte Schrumpfmotor aber auf 125 kW/170 PS und wuchtet 250 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Als Sportler taugt der Levorg damit nicht.

Aber dafür umso mehr als Cruiser. Denn der Motor läuft überraschend leise, die oft so nervige stufenlose Automatik macht hier eine gute Figur. Mit einem Sprintwert von 8,9 Sekunden oder einem Spitzentempo von 210 km/h kann man ordentlich im Verkehr mitschwimmen. Dazu eine eher gutmütige Fahrwerksabstimmung, eine sauber justierte Lenkung und der serienmäßige Allradantrieb - fertig ist der Kombi für den Alltag.

Motoren und Ausstattung

Auf den neuen Motor sind die Japaner so stolz, dass sie gar keinen anderen im Angebot haben. Es gibt keine zweite Leistungsstufe, kein Einstiegsmodell und, was ihnen wohl am meisten Mühe machen dürfte, auch keinen Diesel.

Und auch sonst ist es mit der Auswahl bei den Japanern nicht sonderlich weit her: Man kann zwischen drei Ausstattungsniveaus wählen. Aber die Liste der Extras ist kurz und Assistenz- oder Komfortsysteme wie eine automatische Abstandsregelung oder eine elektrische Heckklappe fehlen.

Großer Innenraum

Der Fahrer muss noch selbst die Führung und die Verantwortung übernehmen und sogar die Heckklappe eigenhändig öffnen. Die Passagiere werden den Levorg als angenehmen Reisewagen erleben. Denn die Platzverhältnisse sind vorn wie hinten großzügig.

Der Kofferraum ist mit 522 bis 1446 Litern völlig ausreichend. Und was dem Gepäckabteil an Variabilität durch eine automatische Abdeckung oder eine dreigeteilte Rückbank fehlt, macht es mit seiner robusten Verkleidung und den großen Staufächern im Souterrain wett.

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