Mercedes C-Klasse T-Modell: Super Sitze, wenig Stauraum

Einst stand das T im Namen für "Transport und Touristik" und das C-Klasse T-Modell hatte ein kolossal eckiges Heck. Die neue Version soll eine Wellness-Oase sein.

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Der Kombi ist etwa zehn Zentimeter länger als der Vorgänger - das kommt vor allem den Fondpassagieren zugute Foto: Mercedes

Einst stand das T im Namen für "Transport und Touristik". Das C-Klasse T-Modell hatte deswegen ein kolossal eckiges Heck, das entsprechend viel Reisegepäck schluckte. Die neue, am 13. September 2014 startende Version stellt Mercedes als Wellness-Oase und Designerstück auf vier Rädern hin. Also nur ein Auto zum Relaxen und Bestaunen? Nun gut, immerhin auf Rädern. Diese werden durch einen von fünf Motoren angetrieben. Zu den zwei Dieseln und drei Benzinern kommen später ein Dieselhybrid sowie ein Plug-in-Fahrzeug mit Benziner, und im Februar 2015 dann die AMG-Version.

Unterfordert: 250 BlueTec mit 204 PS

Der 250 BlueTec ist auf der Teststrecke eigentlich immer unterfordert, das Gaspedal wird selten weit durchgedrückt. Der Bordcomputer gibt nach der Testfahrt dennoch 6,1 Liter je 100 Kilometer Verbrauch an. Nicht viel, aber deutlich mehr als die rekordverdächtigen 4,5 Liter aus dem Datenblatt.

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Zu den Highlights gehört das Tablet-artige Display (Bild: große Version des Comand-Online-Systems) Foto: Mercedes

Kleiner Adblue-Tank

Außer Diesel benötigt das Auto auch regelmäßig Adblue, da der Motor seine Stickoxid-Emissionen mit einem SCR-Katalysator unter die Euro-6-Norm drückt. Damit man nicht an jeder zweiten Ecke nachfüllen muss, empfiehlt sich der optionale 20-Liter-Additiv-Tank. In puncto Kraftstofftank braucht man sich dagegen keine Sorgen zu machen - beim C 250 BlueTec fasst er anders als bei den Basisvarianten 66 Liter.

Gute Luftfederung

Die optionale Luftfederung bügelt Unebenheiten perfekt weg, die Dämpfung lässt sich je nach Tagesform und -laune des Fahrers härter oder weicher stellen. Ebenfalls wie bei der Limousine: das noble und schicke Cockpit.

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Beim Heck legte Mercedes den Akzent auf Schönheit, nicht auf maximales Kofferraumvolumen Foto: Mercedes

Deutlich weniger Kofferraum als beim neuen VW Passat Variant

Der Kofferraum wuchs gegenüber dem Vorgänger nur minimal auf 490 bis 1.510 Liter. Die Rücksitze lassen sich jetzt zweifach geteilt umklappen. Dieser Vorteil bringt jedoch einen Nachteil mit sich: Die Laderaum-Abdeckung klappt nicht mehr einfach mit dem größeren Teil der Rückbank nach vorne, sondern der schwere Rollokasten muss per Hand entnommen werden. Tipp: einmal ausbauen und auf den Dachboden damit.

Big Brother: Die Connect-Me-Funktionen

Neu sind auch die Connect-Me-Funktionen. Ein kleines Kästchen unter dem Handschuhfach ermöglicht durch den integrierten SIM-Chip eine Datenverbindung. Bei einem Unfall kann so automatisch Hilfe gerufen werden. Der Notarzt bekommt Premium-Infos: Zahl der Insassen, Schwere des Unfalls, genauer Ort. Man kann auch per Handy den Tankstand abfragen, die Standheizung aktivieren und prüfen, ob alles verschlossen ist. Wer eifersüchtig ist, kann sogar feststellen, wo sich die eigene Frau gerade rumtreibt. Sie erhält allerdings eine entsprechende Meldung im Display, so dass die Aktion nicht geheim bleibt. Und was, wenn man das ganze Zeug nicht will? Kein Problem, die einzelnen Funktionen lassen sich via Website an- und abschalten. Sogar die Notruffunktion kann beim Händler gegen eine Verzichtserklärung deaktiviert werden.

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Das Cockpit des Kombis fällt genauso nobel und schick aus wie bei der Limousine Foto: Mercedes

Wertung

 

Das C-Klasse T-Modell ist ein genauso komfortables, nobles und schickes Auto wie die Limousine - kein Wunder, die Unterschiede sind gering. Im Vergleich zum neuen Passat Variant fällt jedoch das geringe Ladevolumen auf. Das Sitzsystem hat sich durch die zweifach geteilte Rückbank verbessert und durch das unpraktische Laderaumrollo verschlechtert - wir hätten das alte System bevorzugt. Die neuen Connect-Me-Funktionen bieten viele Vorteile, und der Notruf ist nicht der kleinste. Aber in Zeiten, wo sogar das spezielle Kryptografie-Handy der Kanzlerin gehackt werden kann, ist das Vertrauen gegenüber Datenverbindungen begrenzt. So mancher wird sie daher deaktivieren.

+stark gesunkener Verbrauch, komfortables Fahrwerk, viel Platz im Fond
-wenig Kofferraum, unpraktisches Laderaumrollo, hoher Preis

  • Antrieb

     90%
  • Fahrwerk

     95%
  • Karosserie

     80%
  • Kosten

     75%