Werners Auto-Blog: Autofahrer erfroren

Sommer, 35 Grad, im Auto sind es gefühlte 70. Von rechts höre ich: "Es bläst mir ins Gesicht!" Sekunden und einige Handgriffe später bekomme ich Gehirnfrost auf meiner rechten Gesichtshälfte, weil es jetzt mir in die Visage "windelt". Gleichzeitig vermelden meine Kinder vom Rücksitz, dass sie verglühen und öffnen das Fenster.

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Klima aus, Dach herunter: Endlich ist es wieder Sommer Foto: FS-Stock/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Endlich wird es im Auto wieder schön warm, und die armen Rehlein am Straßenrand bekommen von uns ein bisschen frische Luft. Kurz nach hinten geschimpft, Klima auf "Fuß" gestellt und ... auch dieser Klimawandel wird auf Eis gelegt, weil sich Fuß-Frostbeulen ankündigen.

Klimaanlagen sind ein Thema, bei dem sich die Geister scheiden. Jeder Klimawandel wird zum Klassenkampf. So durfte ich in Dubai mit einem Taxi mitfahren, das auf 18 Grad gekühlt war. Bei 45 Grad Außentemperatur hatte ich die Wahl zwischen Lungenentzündung, Erfrieren oder Kreislaufkollaps beim Aussteigen. Also: "Please...". Dem Taxler war es egal!

Kurzum – Klimaanlagen blasen zu kalt, zu warm, zu direkt. Sie passen nie, weil der Mensch nicht zur Klimaanlage passt, und wir schließlich im Auto ein Thema brauchen, worüber wir diskutieren können.

Werner Christl
Motor-Ressortleiter Werner Christl Foto: Weekend Magazin

Autos sind seine Leidenschaft. Diese hat Werner Christl, der studierter Pädagoge ist, zu seinem Beruf gemacht. In seinen Betrachtungen und Kommentaren widmet sich der langjährige Motor-Ressortleiter des Weekend Magazins den täglichen Herausforderungen im Leben eines Autofahrers.

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