Smart Fortwo und Forfour: Damit sieht euch im Nebel jeder!

Mit "sehr auffällig" ist die neue Optik des "klassischen" Smart Fortwo recht treffend beschrieben! Der Smart Fortwo setzt nicht nur optische Akzente, hinzu gesellt sich auch ein neuer Forfour.

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Typisch für den Fortwo ist und bleibt die auf Wunsch abgesetzte Tridion-Zelle Foto: Smart

Ein ungewohnter Anblick: Das empfanden viele Autofans im Jahr 1998 bei den ersten Bildern des Smart Fortwo. Ähnlich könnte es auch ab dem 22. November 2014 werden: Dann kommt die dritte Generation zu den Händlern. Und nicht nur sie, denn nach langer Pause wird dem Fortwo parallel wieder ein Forfour mit hinteren Türen zur Seite gestellt.

Hang zur Extravaganz

Mit "sehr auffällig" ist die neue Optik des "klassischen" Smart Fortwo recht treffend beschrieben. Er verlässt das bisherige One-Box-Design und bekommt aus Gründen des Fußgängerschutzes eine angedeutete Motorhaube. Oder wie es Daimler-Chef Dieter Zetsche formuliert: eine "Knubbelschnauze". Hinzu kommen große Scheinwerfer und ein größerer Grill. Alles zusammen sorgt für die Familienähnlichkeit zum neuen Forfour. Offenbar hat man aus der Geschichte gelernt, der erste Forfour von 2004 wirkte für viele Fans wie ein Fremdkörper im Modellprogramm.

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Fans wird es freuen: Die zweigeteilte Heckklappe bleibt erhalten, aber die Ladeöffnung scheint etwas schmaler zu sein Foto: Smart

Liebesgrüße aus Frankreich

Ein offenes Geheimnis ist die kostensenkende Zusammenarbeit von Renault und Smart bei der Entwicklung. Deshalb ist der neue Forfour nicht nur eng verwandt mit dem kommenden Twingo, auch in den Innenräumen finden sich Renault-Teile wie Türgriffe oder der Schalthebel. Richtig gelesen, ein Schalthebel. Anders als bislang bekommt der Fortwo ab Werk ein Fünfgang-Schaltgetriebe, optional gibt es für ihn und seinen großen Bruder ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe mit dem putzigen Namen "Twinamic".

Kreis-Verkehr

Wenden wir uns den harten Fakten zu: Der nach wie vor im Elsass gebaute Smart Fortwo bleibt 2,69 Meter kurz. Kein Wunder, ist das doch das Alleinstellungsmerkmal des Winzlings. Die Breite wächst um zehn Zentimeter auf 1,66 Meter, um mehr Platz im Innenraum zu schaffen. Nur minimale Veränderungen gibt es bei Höhe und Radstand, während der Kofferraum von 220 auf 260 Liter wächst. Was Fans freuen wird: Es bleibt bei der zweigeteilten Heckklappe. Besonders stolz ist Smart auf den Wendekreis des Fortwo, der 6,95 Meter von Bordstein zu Bordstein beträgt.

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Der geänderte Vorbau ist dem Fußgängerschutz geschuldet Foto: Smart

Slowenische Kumpels

Beim Smart Forfour liegt dieser Wert bei immer noch sehr guten 8,65 Meter, hier hilft das Heckmotorkonzept. Das verbindet den Fünftürer mit seinem französischen Bruder, dem Renault Twingo. Beide laufen in Slowenien vom Band, allerdings ist der Forfour mit 3,49 Meter zehn Zentimeter kürzer als der Franzose. In der Breite liegt der Smart zwei Zentimeter vorn. Die Höhe (1,55 Meter) und der Radstand (2,49 Meter) entsprechen dem Twingo. Ins Heck passen zwischen 185 und 975 Liter, wird die Beifahrerlehne nach vorne geklappt, beträgt die Ladelänge 2,22 Meter. Besagte Klapplehne ist übrigens in beiden neuen Smarts serienmäßig.

Neuer Turbo-Benziner

Bei den Motoren des Smartie-Doppels gibt es einen Neuzugang: Der 0,9-Liter-Turbodreizylinder mit 90 PS mobilisiert 135 Newtonmeter bei 2.500 Touren und ist aus diversen Renault-Modellen bekannt. Alte Smart-Bekannte sind die Einstiegs-Dreizylinder. Der Einliter-Saugmotor leistet 71 PS, Anfang 2015 wird noch ein 60 PS starker Basis-Benziner nachgereicht. Ob es auch wieder einen Diesel und eine Elektrovariante geben wird, ist noch offen.

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Wer darauf steht, kann es auch im Cockpit sehr bunt treiben Foto: Smart

Endlich gut gefedert?

Laut den Entwicklern wurde das Fahrverhalten der beiden Heckmotor-Modelle sanft untersteuernd ausgelegt. Was leidgeprüfte Fortwo-Fahrer wohl noch mehr freuen wird, ist die Existenz einer anständigen Federung. Vorne gibt es künftig eine McPherson-Aufhängung inklusive eines deutlich vergrößerten Gesamtfederwegs. Hinten wurde die De-Dion-Achse zugunsten von mehr Komfort überarbeitet. Beim Einfedern soll der neue Smart geschmeidiger als bislang über Unebenheiten rollen. Wer es trotzdem lieber härter mag, bekommt als Option ein Sportpaketfahrwerk mit zehn Millimeter Tieferlegung. Standard ist bei beiden neuen Smart eine mechanische Zahnstangenlenkung, als Option wird eine Direktlenkung mit Servounterstützung angeboten.

Sicherer auf der Autobahn

Wer den bisherigen Smart Fortwo auf der Autobahn gefahren ist, kennt dessen Anfälligkeit für Seitenwind. Daher ist nun ein Seitenwind-Assistent serienmäßig an Bord. Oberhalb von 80 km/h wird bei drohendem Spurversatz ein gezielter Bremseingriff ausgelöst. Optional sind außerdem eine Abstandswarnfunktion und ein Spurhalte-Assistent erhältlich. Im bei Bedarf sehr bunten Cockpit beider Smarts prunken je nach Geldbeutel ein Leder-Multifunktionslenkrad, ein 3,5-Zoll-Farbdisplpay im Kombiinstrument oder ein Touchscreen auf der Mittelkonsole.

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Trotz gleicher Länge wirkt der neue Fortwo viel stämmiger als sein Vorgänger (kleines Bild) Foto: Smart

Gleichbleibende Preise

Die Preise sollen für den Fortwo mit 71 PS bei unter 11.000 Euro starten, der Forfour soll mit dem gleichem Motor rund 600 Euro mehr kosten. Bislang startet der 71-PS-Fortwo bei 10.895 Euro. Interessant ist der Preisvergleich des Forfour mit dem neuen Renault Twingo. Dieser startet mit 70 PS bei 9.590 Euro, ist also gut 2.000 Euro günstiger als der ähnlich konzipierte Smart.

Tempomat ab Werk

Künftig sind im Fortwo fünf Airbags serienmäßig, auf dem Beifahrersitz gibt es Isofix zur Kindersitzmontage. Die Serienausstattung beider neuen Smart-Modelle ist ansonsten überschaubar: Zentralverriegelung mit Fernbedienung, ein monochromes LCD-Display inklusive Bordcomputer sowie elektrische Fensterheber vorne (der Forfour hat hinten nur Ausstellfenster). Von Renault und Dacia bekannt ist der ebenfalls serienmäßige Tempomat mit Limiter. Genügend Möglichkeiten, um sich im Konfigurator auszutoben, gibt es nach wie vor: Rund 40 Farbkombinationen zwischen den bekannten Bodypanels und der Tridion-Zelle sind laut Smart möglich.