Opel Karl: Günstige "Einraumwohnung" auf vier Rädern

Opels dritter Kleinwagen hat einen komischen Namen und soll vor allem eins sein: sehr vernünftig. Laut Opel klappt das dank eines tollen Platzangebotes und viel Ausstattung. Der Preis klingt verlockend!

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Der Karl geht ab Sommer 2015 zu einem Einstiegspreis von unter 10.000 Euro auf Kundenfang Foto: Opel

Ab Sommer 2015 hat Opel also drei Kleinwagen. Neben dem Herzensbrecher Adam und dem sachlichen Corsa soll der neue Karl die kühlen Rechner mit gesteigertem Platzbedarf ansprechen. Der neue und 3,68 Meter lange Einstieg in die Opel-Welt ist "vor allem wahnsinnig vernünftig". Das sagt Opel selbst. Der Karl steht auf der Plattform des nächsten Chevrolet Spark und ist grundsätzlich als Fünftürer mit Platz für bis zu fünf Personen ausgelegt. Der Karl soll bei unter 10.000 Euro starten. Damit liegt er gut 2.000 Euro unter dem günstigsten Corsa. Der neue Suzuki Celerio kostet ab 9.690 Euro, ein fünftüriger VW Up ist ab 10.455 Euro zu haben und der neue Hyundai i10 kommt auf mindestens 9.950 Euro.

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Auch im Fond will der Opel Karl mit gutem Platzangebot punkten Foto: Opel

Schickes Cockpit mit IntelliLink-System

Optisch gibt es beim neuen Opel Karl kaum Experimente. Er wirkt weit weniger extravagant, als es sein ungewöhnlicher Name vermuten lässt. Die Front mit der typischen Chrom-Grillspange schaut etwas grimmig drein und erinnert an den Corsa, von hinten bietet der Karl übliche Kleinwagenkost. Die Ähnlichkeit zum Suzuki Celerio mag nicht beabsichtigt sein, aber sie ist kaum wegzudiskutieren. Lediglich die Seitenansicht mit drei stark herausgearbeiteten Sicken bleibt sofort haften. Besser als die Konkurrenz dürfte der Karl im Interieur abschneiden. Es wirkt schlicht, aber geräumig und hochwertig. Außerdem bietet Opel das IntelliLink-Infotainment-System mit Sieben-Zoll-Bildschirm und Smartphone-Anbindung an.

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Die Front des Karl wirkt für einen Kleinstwagen recht entschlossen. Sie erinnert an den großen Bruder Corsa Foto: Opel

Neuer Dreizylinder-Sauger

Angetrieben wird der Opel Karl zum Marktstart ausschließlich von einem neuen 1,0-Liter-Dreizylinder-Sauger mit 75 PS, der an ein Fünfgang-Schaltgetriebe gekoppelt ist. Zu Fahrleistungen und Verbrauch äußert sich Opel noch nicht. Ob der Motor in puncto Laufruhe an die tollen neuen Dreizylinder-Turbos aus Adam und Corsa heranreicht, müssen wir ebenfalls abwarten. Zumindest würde es gut zu seinem Charakter passen, denn Opel beschreibt die Auslegung von Fahrwerk und Lenkung als komfortabel.

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Das Cockpit wirkt schlicht, aber hochwertig. Das IntelliLink-Infotainmentsystem kennt man aus Adam und Corsa Foto: Opel

Wie viel Karl für 10.000 Euro?

Zur Serienausstattung des Karl gibt es bisher kaum Informationen. Lediglich von einem Berganfahr-Assistenten ist die Rede. Zu den optionalen Ausstattungsfeatures des Karl zählen ein Spurverlassenswarner, ein Parkpilot, ein Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht, ein beheizbares Lederlenkrad, ein Glas-Schiebedach sowie ein City-Modus für die Servolenkung. Zum Marktstart im Sommer 2015 wird es zehn verschiedene Farbtöne geben. Außerdem rollt der Karl auf bis zu 16 Zoll großen Felgen. Der Einstiegspreis von unter 10.000 Euro klingt vor allem dank der 75-PS-Maschine verlockend. Wie viel davon übrig bleibt, wenn ein paar sinnvolle Ausstattungsfeatures hinzukommen, bleibt abzuwarten. Zur weiteren Preisgestaltung seines neuen Kleinwagens macht Opel bisher nämlich noch keine Angaben.

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