Zehn Fehler beim Kindersitzkauf

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten – damit Sie und Ihr Nachwuchs auch wirklich sicher ans Ziel kommen.

Kindersitz - Cover
Foto: XXXLutz KG

1. Eine falsche Größe wählen

Einer der gängigsten Fehler ist, einen zu großen Kindersitz ab 15 Kilogramm zu kaufen. Für Kinder, die weniger wiegen oder keine 1,50 Meter groß sind, kann dieser sehr gefährlich werden. Bei Unfällen oder Ausweichmanövern wird das Kind nicht richtig festgehalten, was zu Prellungen und schweren Verletzungen führen kann. Zu kleine Kindersitze hingegen sind sehr ungemütlich und engen das Kind stark ein.

Kindersitz
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2. Veralteten Sitz kaufen

Kindersitze fürs Auto findet man im Internet oft zu sehr günstigen Preisen. Es ist allerdings eine ganz schlechte Idee, zuzuschlagen, wenn der Kindersitz einen Aufkleber mit dem Vermerk "ECE-R44/01" beziehungsweise "ECE-R44/02" trägt. Aktuell zugelassen sind nämlich nur Sitze der Fassung "ECE-R44/03", "ECE-R44/04" und "CE-R 129" (i-Size). Alle anderen gelten als veraltet.

3. Auf Billigmarke setzen

Zugegeben, beim Preis zu sparen ist immer verlockend. Der Autositz Ihres Kindes ist aber das denkbar ungeeignetste Produkt, um knausrig zu sein. Denn hochwertige Kindersitze von Marken wie "Maxi-Cosi" oder "Cybex" sind nicht nur um ein Vielfaches sicherer als solche von Billigherstellern, sie bieten darüber hinaus auch meistens mehr Komfort und Einstellungsmöglichkeiten.

4. In falschen Sitz investieren

Wie kann ein Kindersitz per se falsch sein? Ganz einfach: Wenn er nicht in Ihr Auto passt. Und ja, solche Sitze, die nicht für alle Fahrzeugtypen geeignet sind, gibt es. Um herauszufinden, ob sie passen, muss in einer Typenliste des Kindersitzherstellers nachgesehen werden. Wer seiner Zeit ein wenig voraus sein möchte, investiert in einen sogenannten Reboard-Sitz für Kinder (bis zu einem Alter von vier Jahren). Diese lassen sich - gleich wie Babyschalen für Neugeborene - gegen die Fahrtrichtung montieren. Vorteil: Bei einer Vollbremsung wird das Kind in den Sitz gedrückt und nicht nach vorne geschleudert.

Kindersitz
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5. Überteuerten Sitz kaufen

Der Sitz sollte nicht billig, muss aber auch nicht überteuert sein. Viele Eltern glauben, dass teuer automatisch besser ist. Das ist nicht immer so. Einen guten, sicheren Kindersitz gibt‘s bereits um 100 bis 150 Euro.

6. Auf Schlafposition vergessen

Oft vergessen Eltern beim Kindersitz-Kauf, dass ihre Kleinen darin gerne einmal einschlafen. Dabei schlummert so mancher Sprössling im Auto ja bekanntlich am besten - vorausgesetzt natürlich, der Sitz ist in eine bequeme Schlafposition verstellbar. Bei billigeren Modellen fehlt diese Möglichkeit jedoch des Öfteren.

Kindersitz
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7. ECE-Prüfung, i-Size, Isofix & Co.

Was Größe und optimale Gurtführung angeht, gibt es zwei EU-Normen, nach denen Sie sich richten sollten. Die ECE-Norm nimmt das Gewicht des Kindes als Grundlage, die i-Size-Norm die Körpergröße. Zudem haben alle auf Sicherheit geprüften und zertifizierten Kindersitze das ECE-Prüfsiegel. Da heute auch fast jedes Auto ISOFIX-fähig ist, sollten Sie schon beim Kauf überprüfen, ob der Sitz diese Funktion unterstützt. ISOFIX bietet bezüglich Befestigung viele Vorteile und ist die aktuell sicherste Variante.

Kindersitz
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8. Auf Beratung verzichten

Wenn Sie online einen Sitz kaufen, sollten Sie Kundenrezensionen lesen. Am besten jedoch nehmen Sie im Shop vor Ort eine ausführliche Beratung in Anspruch.

9. Sitz ohne Kind aussuchen

Letzten Endes wird Ihr Kind im Kindersitz sitzen – und das mehrere Jahre lang. Beziehen Sie Ihren Nachwuchs deshalb mit ein. Kinder wissen zwar nichts über Sicherheitsvorschriften oder eine angemessene Preispolitik. Aber sie wissen, ob sie gut sitzen.

10. Zu früh umsteigen

Kinder bis 14 Jahre bzw. bis zu einer Körpergröße von 1,50 Meter dürfen nur im Kindersitz im Auto mitfahren. Viele Eltern steigen jedoch schon früher auf eine Sitzerhöhung um – ein Fehler. Denn: Der Kindersitz ist immer sicherer als die Sitzerhöhung.