Jaguar Land Rover erfindet transparente Dachsäule

Wie wär's, wenn man durch die dämliche A-Säule einfach durchschauen könnte? Toll, oder? Man würde den Fußgänger dahinter sehen. Das dachten sich nun ein paar Techniker und ersannen ein spannendes System.

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Die transparente Dachsäule ist eine Auto-Idee, die Jaguar Land Rover nun vorstellt Foto: Jaguar

Einen 360-Grad-Rundumblick ohne störende Unterbrechung durch die Dachsäulen will Jaguar Land Rover dem Autofahrer künftig ermöglichen. Dazu sollen Digitalkameras Bilder von den normalerweise verdeckten Bereichen liefern, die dann von Bildschirmen angezeigt werden, die innen in die Dachsäulen integriert sind. So könnte der Fahrer Fußgänger, Radfahrer oder andere Autos quasi durch die Säulen hindurch sehen und zum Beispiel auf ihrem Weg von links nach rechts verfolgen - ein Plus für die Sicherheit. Beim traditionellen Schulterblick würde automatisch ein entsprechendes System an der B-Säule aktiviert werden.

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Beim Schulterblick hilft die transparente B-Säule Foto: Jaguar

Augmented Reality und Car-to-Infrastructure

Die durch die Windschutzscheibe sichtbare Welt soll außerdem mit Informationen angereichert werden - das passende Schlagwort heißt Augmented Reality. Dazu müsste das Auto ein Head-up-Display besitzen, das die ganze Frontscheibe umfasst. Dann kann das System den Fahrer auf Verkehrsteilnehmer aufmerksam machen, deren Bewegungsrichtung potenziell gefährlich ist. So könnte zum Beispiel ein vor dem Auto die Straße querender Fußgänger durch ein überlagertes, rotes Rechteck markiert werden. Ihr volles Potenzial entfaltet die Technik bei einer Verknüpfung mit einer Cloud und mit Car-to-Infrastructure-Kommunikation (C2I). So würde der Fahrer etwa beim Ampelstopp an einem Wartebalken sehen, wie lange die Ampel noch auf Rot steht. Außerdem könnten Gebäude wie Geschäfte, Gaststätten und Ähnliches im Gesichtsfeld mit Schriften erkennbar gemacht werden. Bei Parkhäusern würden auch die Zahl der freien Plätze und die Parkkosten eingeblendet werden. Ähnlich würde das Aufspüren der preisgünstigsten Tankstelle in der Nähe funktionieren.

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An der Ampel wird die Wartezeit in Form eines Balkens angezeigt Foto: Jaguar

Das Follow-me-Prinzip

Am einfachsten erreicht man ein Ziel in einer unbekannten Stadt, indem man einem ortskundigen Fahrer hinterherfährt. Das jedenfalls sagten sich die Experten von Jaguar und Land Rover. Sie erdachten die "Follow-Me Ghost Car Navigation". Das System projiziert ein Auto auf die Windschutzscheibe, das sich aus Sicht des Fahrers nahtlos ins aktuelle Verkehrsgeschehen einfügt. Diesem virtuellen Auto muss man dann nur noch hinterherfahren.

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