Jaguar E-Pace – Der Alpen-Jaguar

Familie. Heimat bist du großer Söhne? Ja, denn die Schwester des Range Rover Evoque bzw. der Sohn des Jaguar F-Pace kommt aus Österreich. Die erste Ausfahrt mit dem neuen aus der SUV-Familie.

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Jaguar E-Pace R-Dynamic SE First Edition: Der kleine Bruder des F-Pace und das Schwestermodell zum Range Rover Evoque. Foto: Peter Christian Mayr
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Der 180-PS-Diesel ist keine Rakete, aber beschleunigt das immerhin 1,9 Tonnen schwere SUV flott. Foto: Peter Christian Mayr
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Überraschung: Das Kofferraumvolumen des 4,4 Meter langen SUV liegt bei guten 557 Liter. Foto: Peter Christian Mayr
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Über das Hinterteil des E-Pace wird nicht diskutiert. Einfach perfekt gestaltet! Nach hinten fällt das Heck coupéhaft ab. Foto: Peter Christian Mayr
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Bei Dunkelheit projiziert der Seitenspiegel Papa-Jaguar und Katzen-Sohn auf den Asphalt. Rechts: Übermütiger Motorjournalist übt das Jaguar-Fauchen. Foto: Peter Christian Mayr
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Foto: Peter Christian Mayr
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Foto: Peter Christian Mayr
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Foto: Peter Christian Mayr
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Foto: Peter Christian Mayr
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Foto: Peter Christian Mayr

Ein Jaguar aus dem Urwald ist selten geworden – der aus Großbritannien vermehrt sich derzeit gut am Automarkt, und jetzt gibt es auch eine E-Pace-Population aus Österreich. Diese kommt in Graz bei Magna Steyr auf die Welt, und wie es aussieht, dürften aus diesem „Wurf“ noch viele folgen. Ziemlich sicher wird der neue Jaguar E-Pace das neue Volumen-Modell der Nobelmarke. Kompakte SUVs wie dieses verkaufen sich schon seit Jahren sensationell gut. Und, wer die finanzielle Hürde nimmt, erhält ein wirklich schönes SUV. Am Design kann man eigentlich überhaupt nichts aussetzen. Seinen Bruder, den größeren F-­Pace kann er nicht verleugnen. Wobei der neue kompakte Jaguar etwas geduckter daher kommt. Das Heck erinnert stark an jenes des F-Type – also sehr sportlich.

Straff und sportlich

Gleich nach dem Erstkontakt sind uns einige Besonderheiten aufgefallen. Da hätten wir das relativ straffe Fahrwerk. Der E-Pace ist garantiert keine Schaukelsänfte. Im Zusammenspiel mit der direkten Lenkung wird ganz klar, dass Jaguar den Kompakten auf der sportlichen Seite positioniert. Der straffe Eindruck wird wahrscheinlich auch durch die am Fahrzeug montierten 20-Zöller verstärkt. Diese machen ja das Fahrwerk zumindest nicht weicher. Trotz Eigengewicht von über 1,9 Tonnen nimmt der Brite die Kurven perfekt. Jaguar spricht zu dem von einem Heckantriebscharakter. Dem stimmen wir zu. Trotz Allradantrieb fühlt man in den Kurven eine leichte Hecklastigkeit. Im Alltag wird die Kraft übrigens auf die Vorderräder übertragen, um Sprit zu sparen. Erst wenn er gebraucht wird, schaltet sich der Allradantrieb dazu. Etwas Kritik gibt es für die Turbo-Automatik-Gedenksekunde. Der Kick-down geht zum Teil viel zu langsam von statten. Ansonsten schaltet die 9-Gang-Automatik aber flott und sanft. Auffallend auch die enorm kurzen Überhänge. Der Radstand beträgt 2,68 bei einer Gesamtlänge von 4,4 Metern. Mit ein Grund für die ­guten Platzverhältnisse. Das Kofferraumvolumen liegt bei 557 Liter.

Der Arbeitsplatz

Hier sticht die extragroße Mittelkonsole, die das Fahrer- und Beifahrer­lager trennt ins Auge. Generell fühlt man sich eher so, als würde man in einem Sportwagen sitzen. Die Sitzposition ist zwar erhöht, aber alles wirkt, als würden die Frontpassagiere einen Stock tiefer sitzen. Auffällig auch der große 10-Zoll-Touchscreen, der vielleicht eine Spur höher platziert sein könnte. Die Menüführung ist o. k., zum Teil vielleicht etwas unlogisch. Zudem erkannte unser Android Smartphone den Jaguar nicht – oder umgekehrt. Aber das kann durchaus auch am Benutzer liegen. Die Heizung und Klimaanlage werden glücklicherweise über große Drehregler bedient. Hier gibt es die Bestnote! Auch die Fahrprogramme werden über einen kleinen Kippschalter ausgewählt. Die verbauten Materialien sind hochwertig. Auf Pomp wird allerdings verzichtet – wer Schnickschnack sucht, wird keinen finden.

Flott unterwegs

Im Testauto war ein 180-PS-Diesel verbaut. Ein Zweiliter-Vierzylinder, der ganz gut zum Auto passt. Den Sprint schafft das Raubkätzchen in 9,3 Sekunden, ob der 180 PS, kein absoluter Spitzenwert, aber wie gesagt, man ist flott unterwegs. Der Motor selbst gibt sich im Alltag unaufgeregt und leise, nur bei Vollgas wird er ­relativ knurrig. Alternativ gibt es auch noch den schwächeren 150-PS-Diesel, sowie einen 240-PS-Selbstzünder. Auf der Benzinerseite werken ein 249-PS- und ein 300 PS-starker Motor. Im Test mit der 180-PS-Version lagen wir bei 7,5 Litern. Jaguar gibt 5,6 an.

Sonstige Nettigkeiten

Wer es gerne warm hat, kann sich über eine schon fast brutal wirkungsvolle Sitzheizung freuen. Auf der höchsten Stufe wird einem bei minus 10 Grad warm bis fast heiß. Warm ums Herz wird einem bei den vielen Assistenten. Zu haben sind unter anderem: Notfallbremsassistent für hohe Geschwindigkeiten, Adaptive Geschwindigkeitsregelung, Toter-Winkel-Assistent mit Annäherungssensor, Aufmerksamkeitsassistent. Sogar an einen Fußgänger-Airbag haben die Techniker gedacht! Mit dem Connect Pro-Paket wird auch ein 4G Wi-Fi Hotspot im Auto angeboten. Von den vielen Innenraumdekors und Ledervarianten ganz zu schweigen. Zu viele Kreuzchen in der Ausstattungsliste, treiben allerdings den Preis in die Höhe. Der E-Pace ist ja eigentlich für ein Auto der Premiumklasse leistbar. Das Einstiegsmodell mit EUR 37.000,– ist vielleicht kein Schnäppchen, aber deutsche SUVs dieser Klasse schrauben sich preislich auch in „niedrigeren“ Klassen durchaus auf EUR 50.000,– oder gar EUR 60.000,– hoch. Wobei die getestete E-Pace SE First Edition R-Dynamic mit vielen „Kreuzchen“ EUR 68.700,– kostet! Allerdings mit 18-fach verstellbaren Vordersitzen, Panoramadach, gestengesteuerte Heckklappe, Head-up-Display und anderen interessanten Features.

Fazit

Der E-Pace wird seine Freunde finden. Ein sportliches Designerstück, das aufgrund der guten Platzverhältnisse mit hoher Alltagstauglichkeit glänzt. Preislich erwachsen, aber in der Grundausstattung leistbar.

 

Technische Daten:

Spitze: 205 km/h
PS: 180
Motor: 2.0 Vierzylinder-Diesel
Kofferraumvolumen: 557 Liter
Verbrauch Test: 7,5 Liter
Verbrauch laut Jaguar: 5,6 Liter
0-100 km/h: 9,3 Sekunden
Eigengewicht: 1.932 kg
Konkurrenz: BMW X1, Audi Q3, ...

 

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