Hyundai bringt Wasserstoff-Autos zur Serienreife

Mit dem ix35 Fuel Cell schickt Hyundai als erster Hersteller der Welt ein Brennstoffzellen-Fahrzeug in Serienproduktion. Schon seit 1998 forscht Hyundai intensiv auf dem Gebiet der Brennstoffzellentechnik. Der Serienstart ist ein Meilenstein des Unternehmens.

Hyundai ix35 Fuel Cell
Foto: Hersteller

Damit überholen die Koreaner mit hohem Speed die Konkurrenz: Toyota arbeitet mit BMW zusammen und hat für 2015 ein wasserstoffbetriebenes Auto offeriert. Mercedes hatte ein Brennstoffzellenfahrzeug für 2014 angekündigt, dann aber einen Rückzieher gemacht und entwickelt nun gemeinsam mit Nissan und Ford auf das Jahr 2017 hin.

Nur im Leasing

Schon seit 1998 forscht Hyundai auf dem Gebiet der Brennstoffzellentechnik, der Serienstart des ix35 Fuel Cell ist der derzeitige Höhepunkt. Die Autos werden verleast, über die Höhe der Raten schweigt sich der Hersteller jedoch aus. Laut Markus Schrick, Geschäftsführer von Hyundai Deutschland, werden die Konditionen individuell verhandelt, da auch Faktoren wie Laufleistung und Haltedauer mit einfließen. Vor allem für umweltbewusste Flottenkunden könnte der ix35 interessant sein, da der Fuel Cell in seinen praktischen Eigenschaften den Verbrenner-Varianten in nichts nachsteht.

Hyundai ix35 Fuel Cell
Foto: Hyundai

136 PS E-Motor

Von außen unterscheidet sich der Wasserstoff-ix35 nur durch einen anderen Grill von seinen Geschwistern. Auch der Innenraum ändert sich kaum, nur dem Kofferraum werden etwa 15 Liter Volumen abgeknappst, da am Fahrzeugboden zwei Wasserstofftanks Platz finden. Vorangebracht wird der ix35 Fuel Cell von einem Drehstrom-Asynchron-Motor. Die Maschine liefert 100 kW (136 PS) und treibt die Vorderräder an, ein Allradsystem ist nicht vorgesehen. Seine Nahrung bezieht der Stromer aus dem bordeigenen Kraftwerk: der Brennstoffzelle. Sie sitzt gemeinsam mit dem Elektromotor unter der vorderen Haube. Der benötigte Wasserstoff wird in den erwähnten zwei Tanks gebunkert, sie fassen insgesamt bis zu 5,64 Kilogramm unter einem Druck von 700 bar. In der Brennstoffzelle wird der Wasserstoff mit dem Sauerstoff aus der Luft zusammengebracht, bei der chemischen Reaktion setzt sich die Energie für den Motor frei. Als Abfallprodukt kommt nur Wasserdampf aus dem Auspuff. Zusätzlich hat der ix35 Fuel Cell eine Lithium-Polymer-Batterie an Bord. Sie speichert einen Teil der Energie aus der Brennstoffzelle, sowie den Strom, der beim Bremsen und im Schubbetrieb entsteht. Der Akku dient, beispielsweise beim Überholen, als Booster, indem er zusätzliche 24 kW (30 PS) an den Motor liefert.

Hyundai ix35 Fuel Cell
Foto: Hersteller

12,5 Sekunden auf Tempo 100

Der Wasserstoff-Hyundai fährt sich im Grunde genommen wie ein normales Elektroauto. Und das geht ja damit los, dass nach dem Einschalten der Zündung kein Motorengeräusch ans Ohr dringt. Da das maximale Drehmoment von 300 Newtonmeter schon vom Start weg anliegt, spurtet der Wagen kräftig los, sobald das Fahrpedal getreten wird. Nach 12,5 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, die Spitze wird bei 160 km/h abgeregelt. Beim Bremsen ist ein leichter Unterschied spürbar, der Fuel Cell verzögert gefühlt stärker als die anderen ix35-Varianten. Das Fahrwerk ist, wie bei seinen Geschwistern, straff abgestimmt und meldet auch kleine Unebenheiten deutlich an die Fahrgäste, die Lenkung agiert etwas zu indirekt. Der Drehzahlmesser musste einer Stromverbrauchsanzeige weichen und das Display in der Mittelkonsole kann den aktuellen Energiefluss darstellen.

Hyundai ix35 Fuel Cell
Foto: Hersteller

Fast 600 Kilometer Reichweite

Der größte Vorteil im Vergleich zum batteriebetriebenen Elektroauto dürfte in der Reichweite liegen: Es sind fast 600 Kilometer drin, bis der Hyundai wieder an die Zapfsäule muss. Dort wird ähnlich wie bei Benzin oder Diesel getankt, nach drei Minuten sind die Vorräte wieder aufgefüllt. Die Schwierigkeit besteht momentan darin, überhaupt eine Tankstelle zu finden. Derzeit gibt es laut Markus Schrick in Deutschland etwa 30, davon sind 15 öffentlich zugänglich. Bis zum Jahr 2023 könnten es nach den Vorstellungen der Initiative "H2 Mobility", zu der neben Shell, OMV und Total unter anderem auch Daimler gehört, über 400 werden. Sie sollen vor allem in Metropolen zu finden sein.

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