Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid: Strom oder Benzin

Selbstversuch. Wie fährt sich Hyundais Benziner mit Steckdose im Alltag? Ist so ein Plug-in womöglich eine "ansteckende" Idee?

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Der Plug-in: Gefälliges Design, viel Platz und er verbreitet keine Reichweitenangst. Foto: Weekend Magazin
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Links vorne wird Strom und hinten Benzin getankt. Der Kofferraum hat ein Ladevolumen von maximal 1.401 Liter. Foto: Weekend Magazin
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Am Display im Bereich der Mittelkonsole kann der Fahrer auch Ladezustände und andere Infos abrufen. Foto: Weekend Magazin
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In gut zwei Stunden ist der Akku an der normalen Haushaltssteckdose aufgeladen und liefert 63 Kilometer Reichweite. Foto: Weekend Magazin
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Foto: Weekend Magazin

Schlimme Reichweiten-Panikattacken sind bei E-Mobilitäts-Kritikern sehr verbreitet. Hyundais Plug-in-Variante heilt diese Angstzustände mit einer E-Reichweite von ca. 60 ­Kilometern. Dazu kommt noch die Reichweite mit dem Benzinmotor, die – vorausgesetzt es gibt Tankstellen – unendlich ist. Welche Vor- und Nachteile hat ­Hyundais Plug-in im Alltag?

Alltag

Ich gehöre zu den glücklichen Menschen, die ein E-Auto daheim an einer „ordinären“ Steckdose aus dem Baumarkt anschließen kann. Ja, ohne eine solche ist es doch etwas schwierig. Meine Redaktion befindet sich ca. 15 Kilometer von dieser Steckdose entfernt. Ich fuhr mit hohem Stadtanteil nachweislich drei Tage zu 90 Prozent rein elektrisch. Die zehn Prozent Benzinerstrecke resultiert zum einen daraus, dass ich hin und wieder das Gaspedal durchgetreten habe und so der Ioniq den Verbrennungsmotor (Hybrid-Modus) dazuschaltete, um auf die Systemleistung von 141 PS zu kommen. Zum anderen habe ich manchmal vergessen, die EV-Taste für den rein elektrischen Betrieb zu drücken. So standen dann liebliche 0,9 Liter auf dem Display. Am Abend wurde immer brav angesteckt. Ob man wirklich die 63 Kilometer elektrische Reichweite schafft, ist fraglich. Niedrige Temperaturen, Klimaanlage und andere Stromfresser drücken die Reichweite. 40 Kilometer sollten es aber immer sein. Ein Wert, der über der durchschnittlichen Tageskilometerleistung eines Österreichers liegt. Wer also auflädt und kurze Strecken fährt, kommt brutal günstig weg. Aber auch auf Langstrecken passt der Verbrauch. Wir lagen bei vier bis 4,5 Litern! Eine Voll­ladung dauert übrigens gute zwei Stunden an der normalen Steckdose.

Wie er sich fährt

Das Fahrwerk ist komfortbetont, und die Beschleunigungswerte gehen mit 10,6 Sekunden auf 100 km/h in Ordnung. Verglichen mit an­deren 105-PS-Autos dieser Klasse ist der Ioniq flott ­unterwegs, da er von einem 60,5-PS-E-Motor unterstützt wird. Auch die Sitze lassen Langstrecken zu –und das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe passt gut. Allerdings heult der ­Ioniq bei Vollgas etwas auf. Die Platzverhältnisse des 4,5 Meter langen Koreaners sind vorne und hinten sehr gut. Trotz nach hinten abfallender Coupéform muss man auch den Kopf nicht einziehen. Im Kofferraum verschwinden zwischen 341 und 1.401 Liter.

Assistenten

Serienmäßig mit an Bord ist der autonome Bremsassistent inklusive Fußgängererkennung. Getönte Scheiben, Spurhalte­assistent, Lichtsensor, Bergabfahrhilfe sind ebenfalls mit dabei. Für die Schnelleren unter uns gibt es „Drive Mode Select“. Hier kann der Fahrer zwischen „Eco“ und „Sport“ wählen – also verbrauchsoptimiert oder flott. Zu haben sind auch Toter- Winkel-Assistent, Leder, das beheizbare Lenkrad, Querverkehrwarner und andere Features.

Fazit

Bei einem Startpreis von EUR 29.490,– kommen wir langsam in einen Bereich, wo ein Plug-in Sinn macht.  Die normale Hybridvariante kostet allerdings fast EUR 5.000,– weniger. Fest steht: Kurzstreckenfahrer mit Steckdose können mit einem Ioniq Plug-in sensationell günstig unterwegs sein.

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