Hyundai i20 1,1 CRDi - Klein, aber groß

Hyundais kleiner ist relativ groß, nicht unbedingt eine Rakete, aber extrem sparsam und überhaupt in Sachen Ausstattung eine echte Überraschung.

Weekend Autotest: Hyundai i20 1,1 CRDi
Foto: WEEKEND MAGAZIN

Irgendwie komisch! Da bekommt man einen Kleinwagen als Testauto in die Hand gedrückt, der ­eigentlich keiner ist. Am i20 lässt sich der Trend deutlich erkennen – die Kleinwagenklasse geht schon fast als Kompaktklasse durch. Hyundais Kleiner ist nun vier Zentimeter länger, in der Breite sind ebenfalls zwei Zentimeter dazugekommen, und der Radstand hat ohnehin an Länge zugenommen. Im ­Gegenzug kommt uns der Koreaner aber etwas geduckter entgegen. Dadurch wirkt das Auto flotter. Das Design wurde in Europa entwickelt, was dem i20 sichtlich gut ­getan hat.

Weekend Autotest: Hyundai i20 1,1 CRDi
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Ausstattung

Vor einigen Jahren waren ESP und ein Mehr an Ausstattung in der Kleinwagenklasse eher ein frommer Wunsch. Sehr überraschend: Der i20 lässt sich mit Spurhalteassistent, Abbiegelicht, Berganfahrhilfe und sogar mit einem beheizbaren Lederlenkrad hoch­rüsten! Für Automatik-Fans gibt es auch ein Version „ohne Schaltung“.

Weekend Autotest: Hyundai i20 1,1 CRDi
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Motor

Renn-Feeling darf sich der Fahrer vom 1,1-Liter-Diesel mit 75 PS nicht erwarten. Im Antritt ist der i20, milde ausgedrückt, eher keiner von der schnellen Art. Die 16 Sekunden von 0 auf 100 km/h sind laut Datenliste eben auch kein Spitzenwert. Dafür ist das kleine Motörchen überraschend laufruhig und vor allem enorm sparsam. Wer mehr Kraft will, kann ja den 1,4 CRDi nehmen, der mit seinen 90 PS in 12 Sekunden auf 100 Stundenkilometer sprintet. Beide Motoren geben sich laut Werk mit durchschnittlich vier Liter Diesel zufrieden! Im Test lagen wir bei 4,5 – ein toller Wert – ohne Wenn und Aber. Übrigens: Den Verbrauch ordentlich in die Höhe zu drücken, ist praktisch kaum möglich. Trotz „Fahrerei“ jenseits aller Ökonomie, fängt der i20 kein Trinkgelage an. Um im Stadtverkehr auf 5,5 Liter zu kommen, ist viel „dumme“ Fahrweise notwendig. Kurzum: Der 1,1 CRDi ist ein toller Motor – nur im Antritt fehlt es eben ein bisschen. Beim Fahrwerk gibt es nix zu ­nörgeln. Es wurde kluger­weise auf europäische Bedürfnisse abgestimmt.

Die Größe

Weekend Autotest: Hyundai i20 1,1 CRDi
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Wirklich punkten kann der Hyundai mit den Platzverhältnissen für Fahrer und Beifahrer. Vor allem ­lassen sich die Sitze sehr weit nach hinten schieben, wodurch die Beine enorm viel Raum haben. Dass bei Sitzen in „Maximalstellung“ die hinteren Passagiere in Bedrängnis kommen ist klar, aber nachdem auch sehr groß gewachsene Menschen mit der Mittelstellung auskommen, bleibt in der Regel für die Fondpassagiere ausreichend Platz. Der Kofferraum schluckt 326 bis 1.042 Liter. Dann haben wir noch die Preisfrage: Hyundai ist schon lange keine Diskontmarke mehr. Man matcht sich eben mit VW & Co. Insofern geht der Startpreis von EUR 11.990,– (Benziner mit 75 PS) schwer in Ordnung. Das Testfahrzeug mit dem 1,1 CRDi ausgestattet kostet ab EUR 15.390,–. Inklusive umfangreicher Sonderausstattung sind es EUR 17.890,–. Fazit: Mit dem neuen i20 macht Hyundai der Konkurrenz wieder das Leben schwer. Was spricht für den i20: Optisch gelungen, sehr sparsam, Ausstattung überdurchschnittlich, gute Qualität.

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Weekend Cover Nr. 5/2015
Foto: COSMIN4000/ISTOCK/THINKSTOCK

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