Härtetest: Island versus Bentley

Wir haben den neuen Bentley Bentayga V8 durch Islands Eisseen, über Geröllhalden und erloschene Vulkane geprügelt.

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Um neun Uhr früh in Reykjavik (Island) steht der neue Bentayga V8 mit erfürchtigen 770 Newtonmetern Drehmoment poliert und geputzt bereit. Das sollte sich während der nächsten zwei Tage der Tour ändern! Eine halbe Stunde später biegt unser Guide „Ben“ irgendwo im isländischen Niemandsland dort ab, wo keine Straße ist, sondern ein Pfad, eine Ansammlung von Lavasteinen – mehr nicht. Also, Fahrwerk automatisch in die Höhe fahren, das Fahrprogramm für „Marslandschaft“ aktivieren und los geht’s. Zwischendurch tauchen da Löcher auf, die einen braven Kombi glatt verschlingen würden. Nein, das teure Nobel-SUV aus Great Britain ist kein Weichei – eher eines das kräftig einstecken kann. Allerdings bleibt man vornehm und bügelt die Unebenheiten im schwersten Gelände brav weg. Im Grunde sitzt man vornehm auf dem feinen Ledergestühl, dreht einige Knöpfchen, lässt den absolut lautlos werkenden V8 mit 550 PS seinen Dienst versehen und weicht halt den Steinen aus. Schneller als mit 5 bis 40 km/h ist man nicht unterwegs, um die Reifen nicht sofort zu vernichten. Die angegebene Spitzengeschwindigkeit von 290 km/h klingt da fast wie Hohn und von 0 auf 100 km/h in 4,4 Sekunden ist irgendwie speziell hier keine gute Idee. Weiter geht es über steile Felsen jenseits der 45°-Neigung nach oben und danach mit der Bergabfahrhilfe nach unten. Nach Stunden Fahrt auf Lavafeldern am Rande von Gletschern und vorbei an Geysiren hat Mr. Ben für uns eine Überraschung parat. Ein nettes Eisflüsschen mit Treibeis und einer Tiefe von einem halben bis einem Meter. Da müssen wir durch! Nun, nachdem der Bentley ohnehin schon mit einer dicken Dreckschicht überzogen ist, kann ein ihm kühles Bad auch nicht schaden. Wir sollen halt zügig durchfahren, denn stehenbleiben ist weniger „cool“. Und: Bitte nicht dorthin lenken wo der Fluss einen Meter tief ist! Die Wattiefe von 50 Zentimetern dürfte stimmen, denn bei geöffnetem Seitenfenster konnte man ins Eiswasser greifen.

Eis und Sand. Fahrprogramme gibt es übrigens im Bentayga für alle Eventualitäten: Schnee, Eis, Sand, Gelände usw. Nur das für „isländisches Eiswasser“ fehlt logischerweise. Nach der Eiswassertour lernen wir einen 100 km/h starken Island-Sturm kennen, dem sich der Brite mit seinen 2,4 Tonnen Lebendgewicht entgegenstemmt und damit der vom Eiswasser gewaschene Bentayga wieder schön schmutzig wird, geht’s auf einen Sandstrand. Was insgesamt eine  interessante Patina mit sich brachte. Über zwei Tage und einige Ersatzreifen musste der Bentley Bentayga die Tortur über sich ergehen lassen.

Resümee:  Dass im Innenraum feine Materialien verwendet werden, die wir alle gerne im eigenen Wohnzimmer vorfinden würden, ist logisch. Abgestepptes, feines Leder trifft auf modernste Technik aus dem VW-Premium-Regal. Der Motor ist mit seinen vier Litern Hub-
raum natürlich keiner, der Ökopreise einsammeln wird und verbraucht offiziell 11,4 Liter. Abgesehen davon, dass sich „normale“ Menschen wie wir einen V8-Bentayga nicht leisten können, weil der Endpreis jenseits der 200.000er–Grenze liegt, ist es mehr als überraschend, dass das Luxus-SUV im Grunde ein echter Geländewagen ist. Kein Pseudo-Kraxler, ein echtes Gerät fürs Grobe. Wobei eines klar ist. Wir können davon ausgehen, dass die royalen Käufer eines Bentley wohl kaum auf Islands grauslichen, mit Schlaglöchern und Felsen verseuchten  Wildpfaden unterwegs sind. Eher in der Einfahrt zur Promivilla in Beverly Hills. Aber: man könnte, wenn man wollte …,