„Go like hell“: Ford GT in Le Mans

Erster, Dritter und Vierter – der Ford GT stellte in der GTE-Werksklasse bei den 24 Stunden von Le Mans 2016 alles in den Schatten. Unweigerlich musste man daran denken, als vor exakt 50 Jahren Ford-Fahrer Chris Amon eben dort auf dem legendären Ford GT 40 gemeinsam mit Bruce McLaren Geschichte schrieb und vor zwei weiteren GT 40 gewann.

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Sorgte 2016 für Forore in Le Mans: Der Ford GT. Foto: Hersteller
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Sorgte 2016 für Furore in Le Mans: Der Ford GT. Foto: Hersteller
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Sorgte 2016 für Forore in Le Mans: Ford GT. Foto: Hersteller
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Vor 50 Jahren schon, 1966, war der Ford GT 40 in Le Mans der Dominator. Foto: Hersteller
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Foto: Hersteller
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Foto: Hersteller
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Der Neuseeländer Chris Amon (rechts) gewann mit Bruce McLaren 1966 die 24-Stunden. Foto: Hersteller

Der Neuseeländer Chris Amon war es der die Kohlen aus den Feuer holte und mit dem berühmten Spruch seines Partners Bruce McLaren: „Go like hell“ in die Rennhistorie einging. „Wären wir konstant hart am Limit gefahren, hätten wir wahrscheinlich nicht die Zielflagge gesehen“, meint Amon rückblickend. Das neue Getriebe des Boliden konnte die brachiale Kraft des 7-Liter Motors nicht auf die Straße bringen und war anfällig. Deshalb versuchte Amon den GT 40 vorsichtig und strategisch zu fahren. „Auch wenn wir zu Beginn des Rennens nicht mit den ersten Drei mithalten, könnten wir am Ende des Tages vielleicht als einzige übrig bleiben und den Sieg nach Hause fahren.“ Und das gelang eindrucksvoll.

 

Öl auf der Strecke, Nebel, Regen und die Nacht.

Im Gegensatz zu heute verloren die Rennwagen auf der Strecke reichlich Öl, was zu einer regelrechten Rutschpartie führte. Dazu kam dass der Ford GT 40 seinen Kontrahenten technisch meilenweit voraus war. „Unsere Ford GT40 fuhren 160 km/h schneller als einige andere Fahrzeuge auf der Strecke.“ Jederzeit hätte ein langsamer Fahrer hinter der nächsten Kurve zur Gefahr werden können. Dazu kamen Regen und Nebel – und die berüchtigte Nacht. Es hieß also aufpassen auf dem Höllentrip. Im Gegensatz zu Bruce McLaren, der laut Amon immer und überall schlafen konnte, brachte der Neuseeländer kein Auge zu. Der damals 22-jährige harrte den Dingen, und verbrachte die schlaflosen Stunden mit seinem Gesprächspartner Henry Ford II und dessen Frau. Auch beim Siegestaumel stand Ford II auf dem Podest und gratulierte zu Chris Amons größtem Erfolg.

 

Die Gefahr war Teil des Deals.

Vor 50 Jahren bedeutete Rennfahren noch körperliche Schwerstarbeit, es gab weder Servounterstützung, keine Schaltwippen, noch Klimatisierung im Cockpit. „Wir mussten auch mit den Bremsen ganz anders umgehen: Am Ende der Hunaudières-Gerade waren sie kalt. Als wir dann von 350 km/h runterbremsten, stieg die Hitze in Windeseile schnell an. Durch diesen abrupten Temperaturunterschied drohten die Bremsscheiben zu brechen. Zu meiner Zeit war Racing viel gefährlicher – doch das war der Deal.“ Amon bescheinigt den Rennfahrern von heute aber den selben Mut und gibt zu, dass moderne Racer viel höheren G-Kräften ausgeliefert sind, und viel mehr Entscheidungen rund um Abstimmung des Fahrzeugs zu bewältigen hätten. Doch eines gilt, damals wie heute, immer: „Langstreckenrennen sind der ultimative Test für Mensch und Maschine. Daran hat sich in den vergangenen 50 Jahren kein Stück geändert.“ 

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