Gestochen scharf! Das Tattoo-Motorrad "The Recidivist"

Tattoos und schwere Motorräder gehören oft zusammen. Doch wie sieht es aus, wenn nicht der Fahrer, sondern das Bike tätowiert wird? Und zwar mit richtiger Haut? Das Ergebnis ist der "Recidivist" - richtig kunstfertig!

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Die zum Motorrad passende Dame hat Game Over Cycles auch schon parat Foto: Game Over Cycles

Wie schön, ein Motorrad mit Tattoos! Bestimmt in Handarbeit auf den Lack gemalt. Macht ja auch Sinn, schließlich stehen nicht wenige Biker auf Kunst am eigenen Körper. Moment mal: Echte Tätowierungen auf echtem Leder? Jetzt beginnt die ganze Sache sehr interessant zu werden. Deshalb ganz langsam der Reihe nach: Die Idee zu dem ganz besonderen Motorrad hatte die polnische Firma Game Over Cycles aus Lubaczow nahe an der Grenze zur Ukraine.

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Insgesamt soll die Maschine dem wilden Lebensstil der Nachkriegs-Motorradgangs huldigen Foto: Game Over Cycles

Böser Bube

Die Maschine heißt "Cheyenne Bike", benannt nach dem deutschen Hersteller von Tätowier-Equipment und -Maschinen. Offizieller Kampfname des Bikes ist "The Recidivist", was übersetzt "Der Rückfalltäter" bedeutet. Tatsächlich spielen einige der Tattoos auf den Ärger mit dem Gesetz an, den manch Rocker hat. Kommen wir zunächst zur Technik des "Recidivist": Die Basis ist ein Softail-Modell von Harley-Davidson, von dem aber nur der TwinCam-96-Motor und Teile des Rahmens übrigblieben. Alles andere hat Game Over Customs modifiziert. So bestehen der restliche Rahmen und die Hinterradschwinge aus C-förmigen Profilen. Weitere Änderungen betreffen unter anderem die Lampen, die vordere Aufhängung und den Lenker, um nur einige zu nennen.

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Die beiden Künstler an der Nadel brauchten insgesamt 250 Stunden Foto: Game Over Cycles

Auf Krawall gebürstet

Entscheidend ist aber die Optik der Kampf-Maschine. Sie soll an das Leben der Nachkriegs-Biker erinnern, wie man es aus Kinofilmen mit Marlon Brando oder James Dean kennt. Deshalb erinnern die Einfassung der Rücklichter an einen Schlagring, die vorderen Bremssättel an Handschellen, während die Hebel für Bremse und Kupplung die Form von Butterfly-Messern aúfnehmen. Mit von der Partie ist auch ein so genannter "Suicide Shifter", bei dem der Pilot zum Schalten eine Hand vom Lenker nehmen muss. Das Endrohr wiederum erinnert an eine Tätowiermaschine inklusive Nadeln, die sich beim Anlassen bewegen.

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Sehr aufwendig wurden die Speichen der Räder gefertigt Foto: Game Over Cycles

Kriminelles auf Kuhhaut

Beim Betrachten des fertigen Ergebnisses dürfte sich manch einer die Frage stellen, mit welchem Leder das Motorrad bezogen wurde. Mensch natürlich nicht, das versteht sich von selbst. Stattdessen entschied man sich für speziell imprägniertes, helles Rindsleder, was menschlicher Haut ähnlich sieht. In insgesamt 250 Stunden tobten sich die beiden polnischen Tattoo-Künstler Thomas Lech und Christopher Kolak an der Maschine aus. Im Angebot sind Waffen, Zigarren, Wodkaflaschen, aber auch Szenen aus der Prohibitionszeit. Einige Motive bilden eine ganze Geschichte ab, etwa auf dem Vorderrad: Banküberfall, Festnahme und Fluchtversuch aus dem Gefängnis. Die einzigen farbigen Bilder sind Elemente von Spielkarten. Wer sich das ganz besondere Motorrad in Deutschland aus der Nähe betrachten will, kann das vom 5. bis 7. Dezember 2014 auf der Custom Bike Show in Bad Salzuflen machen.

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