Ford Fiesta 1.1: Großer Kleinwagen

Insgesamt 17 Millionen Stück sind von ihm bisher verkauft worden. Der neue Fiesta zeigt gut, was in der Kleinwagenklasse möglich ist.

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Der 85-PS-Benziner ist etwas schwach. Die bessere Wahl sind die flotten EcoBoost-Motoren. Foto: Weekend Magazin
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Optisch stärker verändert hat sich das Hinterteil des Fiesta: Die Heckleuchten sind nun waagrecht angebracht. Foto: Weekend Magazin
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Der neue Fiesta ist etwas länger als sein Vorgänger, eine Spur breiter – und auch der Radabstand ist gewachsen. Foto: Weekend Magazin
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Vor allem in den höheren Ausstattungsvarianten ist das Fiesta-Cockpit eigentlich eine Klasse höher angesiedelt. Foto: Weekend Magazin
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Foto: Weekend Magazin
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Foto: Weekend Magazin
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Foto: Weekend Magazin

Es ist noch gar nicht so lange her, da war die Kleinwagenklasse gleichbedeutend mit Hartplastikwüste, als Sonderausstattung waren Radzierkappen ein Hit – und überhaupt kam so was wie Klaustrophobie in den sicherheitstechnisch hinterher hinkenden Kleinen. Da hat sich wirklich viel getan in dieser Klasse – und dies zeigt auch der neue Fiesta. Er hat sich zwar äußerlich bzw. optisch nicht allzu sehr vom Vorgänger verabschiedet, aber vor allem der Innenraum hat es in sich. Beim Blechkleid fällt vor allem das stark veränderte Heck auf. Die Rückleuchten sind nun waagrecht angeordnet. Im Grund genommen fährt der Fiesta im Innenraum als kleinerer ­Focus vor. So greift sich das Lenkrad saugut an, man sitzt gut, und auch sonst machen die Applikationen am weichen Armaturenbrett eine gute Figur. Auch Sicherheitstechnisch kann sich der seit 1976 gebaute Kleinwagen ­sehen lassen. Zu haben sind Fahrspurassistent, Geschwindigkeitsbegrenzer, Aktiver Park-Assistent mit Ein- und Ausparkfunktion, Cross Traffic Alert, Toter-Winkel- Assistent, Verkehrsschild­erkennung. Besonders stolz sind die Fordianer auf den Pre-Collision-Assist mit Fußgänger-Erkennung.

Motörchen

Ford baut mit den EcoBoost-Motoren sehr gute Dreizylinder, die schon mehrfach ausgezeichnet wurden. Im Testauto werkelte ein 1,1-Liter-Benziner mit ebenfalls drei Zylindern, aber eben ohne Turbo – und das merkt man auch. Das 85-PS-Aggregat will extrem bei Laune gehalten werden und braucht ganze 14 Sekunden, um auf 100 km/h zu kommen. 110 Newtonmeter helfen da auch nicht sehr. Von diesem Motor gibt es auch eine 70-PS-Version, die noch eine Sekunde länger braucht. Insofern sind die deutlich flotteren und   sparsameren EcoBoostler mit 100, 125 und 140 PS sicher die bessere Wahl. Dazu gibt es auch noch zwei ­Diesel (TDCi) mit 85 und 120 PS. Im Frühjahr 2018 schickt dann Ford noch eine ST-Version mit 1,5 Liter Hubraum auf die Straße – wird sicher wieder ein sehr scharfes Früchtchen. Kurz noch zum Verbrauch unseres Testfahrzeugs: Laut Ford sind es 4,4 Liter – wir lagen um die sieben.

Fahreindruck

Ja, das können die Leute von Ford. Auch der neue, vier Meter lange Fiesta ist ein Fahrwerk-Meister. Es hat durchaus einen sportlichen Touch, ohne dabei zu viel Härte aufkommen zu lassen. Auch bei den Platzverhältnissen gibt es nix zu meckern. Das hängt auch damit zusammen, dass der Fiesta verglichen mit dem Vorgänger um 71 Millimeter in der Länge gewachsen ist, etwas breiter wurde und auch der Radstand etwas zugelegt hat. Auf den Rücksitzen gibt es laut Ford 1,2 Zentimeter mehr Kniefreiheit.

Was außerdem neu ist

Da hätten wir das Panorama-Schiebedach oder auch das beheizbare Lenkrad. Das Handschuhfach ist immerhin um 20 Prozent gewachsen. Ford SYNC 3 ist ebenfalls mit an Bord – und wer will kann eine B & O-Soundanlage ordern. Den Touchscreen gibt es mit 6,5-Zoll sowie 8-Zoll. Nun zum Fazit: Der neue ­Fiesta wirkt erstaunlich erwachsen. Die Verarbeitung und Technik passen. Vielleicht aber mit einem EcoBoost-Motor. Zu haben ist der Fiesta ab EUR 12.650,– (1,1 mit 70 PS). Der 100-PS-EcoBoost kostet ab EUR 14.250,–.

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